Herbst 2020

Der Sommer geht, fast will es dir erscheinen,
als sei dies Jahr in Nebel eingehüllt.
Durch Covid-19 ist nichts mehr im Reinen.
So vieles, was gefiel, gilt ’s zu verneinen,
die Pandemie mit Sorge uns erfüllt.

Im Chor sollt‘ man seit März schon nicht mehr singen,
und auch Theater , Oper, Sport und Spiel,
ja selbst Familien-Feiern zählt man zu den Dingen,
die die Gefahr, das Virus mit sich bringen.
Zu Haus allein zu bleiben, wird zum Ziel.

Das Internet mit virtuellem Leben
dir einen Hauch Gemeinsamkeit erlaubt.
Hier mag die stumme Stimme sich erheben,
den Lieben, die so fern, noch Nachricht geben,
und dennoch fühlst du dich des Glücks beraubt.

Doch mahnt dich die Vernunft: Die Turbulenzen,
die hier Corona in dein Leben bringt,
sind nichts, verglichen mit den Insolvenzen,
Vernichtung vieler Menschen Existenzen,
wenn ein Lockdown die Wirtschaft nieder zwingt.

Da bleibt dir, wie so häufig, nur dein Hoffen,
dass sich das bessern wird im nächsten Jahr,
wenn Impfstoff da ist, zähmt, was uns betroffen,
wir wieder sehen die Gesellschaft offen
und Lebensfreude uns winkt hell und klar.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Blick nach Brüssel

Ein grauer Himmel trübt die Sonnensicht,
als wolle hier der Sommer nun pausieren.
Europas Sonntag mag ein Grexit nicht,
befürchtet zu viel dadurch zu verlieren.

Finanzminister ohne Lösung tagten,
zu viel Vertrauen wurde jüngst verspielt.
Fünf Jahr‘, fünf Monate, und viele wagten
strategisch Spielchen,häufig falsch gezielt.

Der Gipfel soll den Kompromiss jetzt finden;
sie werden tagen bis tief in die Nacht.
EU-Gedanken werden sie verbinden,
denn Einigkeit macht stark, gibt ihnen Macht.

Vernunft und Menschlichkeit regier‘ die Normen,
und Griechenland beginn‘ Strukturreformen!

© Ingrid Herta Drewing,2015

Rettungsschirm

Dieser Rettungsschirm
verzögert nur, leicht gleitend,
Griechenlands Absturz.

In drohender Insolvenz
die Hoffnung: ein Schuldenschnitt.

Ingrid Herta Drewing