Intermezzo

Der Himmel grau, es regnet, wie ersehnt,
ein Balsam für die angesengten Fluren.
Nur leider sind auch, herbstlich angelehnt,
zu tief bei Tag und Nacht Temperaturen.

Gemäßigt nennt sich unsre Klimazone.
Jedoch zeigt sie zu oft uns jetzt Extreme:
Hitze und Stürme; auf dem Wetterthrone
nistet sich quälend ein das Unbequeme.

Die Leichtigkeit des Sommers, die wir lieben,
wird durch den Wettertanz uns fast vergällt.
Nun gilt es wohl Gelassenheit zu üben,
bis wieder warm der Sommer sich einstellt.

Vielleicht ist’s ja ein Intermezzo nur,
und bald erstrahlt im Licht die Sonnenuhr.

© Ingrid Herta Drewing

Januarbeginn

So traurig, wie dies neue Jahr
hier wettermäßig spricht
mit grau gedimmtem Licht,
will ich’s nicht nehmen wahr.

Es graut mir vor dem grauen Tag,
der nasskalt, unverdrossen
nur Regen ausgegossen,
kenn keinen, dem’s behag‘.

Ich sehne mich nach Sonne, Licht
und klarem Winterblau.
Jedoch, wohin ich schau,
verschlossen ihr Gesicht!

© Ingrid Herta Drewing,2015