Kriegsgräber

Einander die Hände reichen
über den Gräbern,
eine gute Geste!
Aber wie schön wäre es,
verbunden zu sein
ohne die Gräber der Kriege!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Hoffnung

Nicht Träume sind es, die auf dunklen Pfaden
den Weg mir weisen, wo das Lichte webt.
Es sind nur Hoffnung, Glaube, Myriaden
der guten Menschen, deren Liebe lebt.

Wenn auch noch Hass und Krieg der Asche frönen,
ich warte auf ein menschlich‘ Auferstehen.
Im Glauben an ein göttliches Versöhnen
möcht‘ ich die Lande neu erblühen sehen.

Und werden nun zum Welken Blätter fallen,
beginnen trübe Tage, Nebels Zeit,
mag Sturmes Brausen durch die Wälder hallen,
so gibt der Anfang doch dem End‘ Geleit.

Ein heller Frühling wird auf dieser Erde
erneut erwachen aus dem „Stirb und Werde“.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Nach dem Sturm

Die vielen Äste, die der Sturm gebrochen,
und welker Blätter Wälle Wege säumen.
Wer noch von milden Tagen jüngst gesprochen,
ward roh gerissen aus den sanften Träumen.

Verheerend zog Sturm Christian über Land,
macht‘ keine Ehre seinem frommen Namen,
denn für ihn waren Stadt und Wald nur Tand,
die Menschen auch, die da zu Tode kamen.

Nun nach des Sturmes Wüten Blau und Licht;
als wolle gütig uns der Herbst versöhnen,
ein Leuchten in der Bäume Laubgesicht,
Oktobergold darf heute uns verwöhnen.

Wir wissen wohl, nur kurz währt dieser Schein,
dann holen uns Novembers Nebel ein.

© Ingrid Herta Drewing, 2013