Archive for the Category Allgemein,

 
 

Prominent

Es genossen in Zoogehegen
die Affen besonderes Pflegen.
Man gab ihnen Kleider
vom Haut-Couture-Schneider.
Nun sind sie im Fernsehn zugegen.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Zu spät

Eine alte Dame aus Hagen
wollt‘ die Fahrt per Bundesbahn wagen.
Die Bahn kam zu spät;
da war’s obsolet.
Ein Trauerzug tat sie beklagen.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Frühlingsgruß

Ein Blumenmeer grüßt in den Wiesen,
in zarten Farben leuchtend sprießen
Schneeglöckchen,Krokus und Narzissen.
Der Scilla-Sterne blaue Kissen
entbieten ihren Frühlingsgruß.

Auch Störche sind hier schon zurück
und bauen flugs im Liebesglück
beharrlich an den Nestern.
Dort, wo noch Nebel gestern,
strahlt heute hell der Sonne Blick.

Der blaue Tag, das Sonnenlicht
uns gleißend nun von Leben spricht.
Der frühen Vögel Singen
lässt klar den Morgen klingen,
und Lenz schreibt blühend sein Gedicht.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Winternebel

Kühl sind die Tage, und die Nebel halten
die Stadt gefangen und den Atem an.
Ich möcht’ den Vorhang weit aufreißen, walten
dass endlich Sonne man erblicken kann.

Zwar können wir die Räume schön erhellen,
wir schaffen künstlich unser eignes Licht,
jedoch der Sonne warme Strahlenquelle
ersetzt uns dieses Scheinen dennoch nicht.

Wer sehnt sich nicht nach blauem Himmel, Weite,
nach Wärme und der hellen Sonnenglut?
Denn fern von Smog frei atmen, das bereitet
uns Wohlgefühl, tut Körper, Seele gut.

Auch ich ersehne Wetterbesserung,
damit das Sonnenlicht mich bringt in Schwung.

© Ingrid Herta Drewing

Am Grab

Nun, da die goldnen Klänge schweigen
und nebelgrau der Tag erbleicht,
will ich dir meine Liebe zeigen,
wie mich die deine stets erreicht.

Mit dieser Rose, knospenoffen,
die sanft hier blüht auf deinem Grab,
verbinde ich ein sel’ges Hoffen,
dass ich dereinst dich wieder hab.

Denn alles, was uns einend fand,
weit über Glück und Körper Schein,
der Geist, der liebend uns verband,
war mehr als unser beider Sein.

© Ingrid Herta Drewing

Halloween-Abstinenz

Von Irland nach Amerika
einst wanderte der Brauch,
durch Marketing kam er zurück,
nun feiert man hier auch.

Mich reizt er nicht, der Kürbiskopf,
das Gruselgeisterspiel,
seh‘ lieber ihn im Suppentopf,
umrahmt von Kräutern viel.

Wer Freude hat, sich zu erschrecken
am Todesfratzgesicht,
als Knochenmann sich zu verstecken,
der scheu die Maske nicht.

Den Horror, den so mancher sucht,
den gibt’s das ganze Jahr,
solang die Kriege, die verflucht,
vermehren Todes Schar.

Lasst ruhn die Toten! Allerseelen
ist hier als Brauch zu Haus.
Besinnung, Stille, Andacht fehlen
beim Halloween-Gegraus.

© Ingrid Herta Drewing

Sommer

Die Nachmittage,
leis’ in den Wind gesungen,
farbige Sehnsucht.

Dies’ duftende Lied
im Leuchten der Petunien,
ein Hauch von Sommer.

So nasenselig,
träumend im Rausch der Blüten,
den Herbst besiegen.

© Ingrid Herta Drewing

Mensch und Natur II

Schon immer ringt der Mensch mit der Natur,
und er versucht, sich über sie zu heben;
der Erdenlastigkeit will er entschweben,
entwickelt seit Jahrtausenden Kultur.

Jedoch, bei Licht besehen, muss man sagen,
dass er sie nachahmt, ihr viel abgeschaut.
Im Zwiegespräch mit ihr erwachsen Fragen;
oft zeigt Natur die Antwort traut, auch laut.

Wen wundert’s,sind wir Menschen doch ein Teil
in diesem rätselhaften Erdenleben
und dürfen hier für eine kleine Weil‘
auf diesem blauen Glück durch’s Weltall schweben.

Wenn wir da mit Natur in Einklang leben,
das Bleiberecht nicht nachlässig vergeben.

© Ingrid Herta Drewing

Aufbewahrt

Gepresste Veilchen,
Erinnerungen, verwelkt.
Doch in meinem Traum
erzählen sie vom Frühling
und singen Liebeslieder.

© Ingrid Herta Drewing

Regenwetter

Und richtig war des Wetterfroschs Prognose.
Heut’ regnet es in Strömen stundenlang.
Ob Efeu, Aster oder stolze Rose,
sie werden ungewollt zum Regenfang.

Die Blütenblätter schwimmen in den Pfützen,
was wehrlos, zart, erliegt des Wassers Macht.
Es fehlt den Blumen hier an Schutz; mit Mützen
hat die Natur sie nun mal nicht bedacht.

Dem Efeu macht’s nichts aus, er hält die Blätter
ausdauernd in den Regen; Staub befreit
zeigt er sein frisches Grün; gewaschen, netter
hält er sich zum Empfang des Lichts bereit.

So bringt der Regen hier doch vielen Segen.
Wir Menschen leiden nicht, sind gut bedacht,
verändern kurze Zeit nur unsre Wege
und freuen uns, wenn Sonne wieder lacht.

© Ingrid Herta Drewing