Wintersonnenwende

Jetzt mit der Wintersonnenwende
wächst langsam auch des Tages Licht.
Du hoffst, dass nun zum Spätherbst-Ende
der Winter Sternchen, Flocken sende
und zärtlich schreibe sein Gedicht.

Auf dass die Welt im Weiß erstrahle,
wenn Schnee ihr Zauber-Glanz verleiht,
und Sonne mittags hier bemale
die Landschaft golden; alles Fahle
gerate in Vergessenheit!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Rituale

Auch wenn dein aufgeklärter Geist sich sträubt;
wir Menschen brauchen sie, die Rituale.
Wir mögen ’s, wenn zur Weihnacht Schnee hier stäubt
und Lichtersterne sich ins Dunkel malen.

Ein Festtagszauber darf den Alltag schönen.
Wir ruhen uns von grauen Sorgen aus,
und wollen schenken, herzensfroh verwöhnen
die Lieben unterm Tannenbaum zuhaus.

Genießen freudig auch den Weihnachtsjubel,
die alten Lieder, die erneut erschallen,
und danken Gott, wenn sich gestillt der Trubel,
andächtig in der Kirche weiten Hallen.

Zum Innehalten sind wir nun bereit;
das Christfest schenkt uns jedes Jahr die Zeit.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Schutzengelchen

Schutzengel zu Corona-Zeiten,
sie haben wohl zu viel zu tun.
Anstatt ruhig Menschen zu begleiten
und sanft auf ihrem Weg zu leiten,
sind sie wie Bienen fleißig nun.

Die Anvertrauten zu beschützen,
verlangt bei Tag und Nacht viel ab,
wenn Masken falsch am Munde sitzen,
und nur dem Virus dann noch nützen,
das hält den Engel sehr auf Trab.

Oft wirkt das Virus mit Verheeren,
der Mensch muss schnell ins Krankenhaus,
wo Ärzte, Pflegende den schweren
Symptomen dann nach Kräften wehren,
als Schutzengel da helfen aus.

Und ward sein Menschen-Kind gerettet,
dann legt sein Engel sich zur Ruh,
auf Rosen ist er nicht gebettet,
doch sind die Flügel schön geglättet,
schläft er für eine Weil‘ im Nu.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Dezember-Spaziergang

Nebel gefiedert
kauern des Herbstes Vögel
im kahlen Geäst.
Nur trüb fließt Laternen-Licht,
und Konturen verschwimmen.

Schweigende Schritte,
nasse Blätterteppiche.
Noch wärmt der Mantel.
Doch Kälte greift ins Gesicht
und schwingt hauchzarte Fähnchen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Beim Anblick der Amaryllis

Vier Wochen lang den Blick bemüht,
ich wollt‘ dich wachsen sehen,
und heute bist du hell erglüht,
in rotem Glanze nun erblüht,
darfst strahlend aufrecht stehen.

Dein Leuchten passt gut zum Advent,
wenn wir uns hoffend freuen
auf den, der das Erlösen kennt,
der uns von Dunkelheit hier trennt.
Kein Tod-und Teufel-Scheuen!

Mir zeigt es auch, wie licht das Leben,
in jeder Zelle wirkend, schwingt.
Ein Nehmen und ein zärtlich Geben,
dies sanfte Wachsen, lind Verweben
mir tief in Sinn und Seele dringt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

16.Dezember 2020

Lock down, und nichts mehr soll uns locken,
dort in der Stadt herumzulaufen,
am Glühwein-Stand zu stehen, hocken,
auch wenn die Luft dort klar und trocken,
mit Menschen plaudernd zu verschnaufen.

Dem Virus gilt ’s jetzt, schnell zu wehren,
bevor ’s uns kann ins Unheil treiben.
So mancher ließ sich nicht belehren,
tat über Masken sich beschweren,
wollt Mundschutz frei bei Demos bleiben.

Auch Party-Freunde, denen ’s Feiern
so wichtig war mit andern, vielen,
ob Hamburg, Berlin, Oberbayern,
die ignorant in ihrem Eiern
Corona ließen munter spielen.

Doch auch in Schulen, Bussen, Bahnen
fand wohl das Virus seine Wirte.
Im Sommer wollt ’s kaum einer ahnen;
der Virologen ernstes Mahnen
ward überhört und viele irrten.

Das zeigt nun klar die zweite Welle,
die vielen Infizierten, Toten.
Der Lock down light traf nicht die Quelle,
das Virus sich verbreitet schnelle
benutzt Symptom frei seine Boten.

Drum heißt es jetzt, Distanz zu wahren,
ihm neue Wirte zu entziehen,
vermeiden, dass sich Menschen scharen,
einander den Infekt ersparen
und so dem Virus auch entfliehen!

© Ingrid Herta Drewing

Adventszeit

Zu Hause geborgen,
Würzig duftet die Tanne,
Strohsterne im Grün

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Weihnachtsschnee

Noch grüßen grün uns Park und Garten,
wo Winter kurz nur reingeschneit.
Wird er zur Sonnenwende starten
uns schenken, was wir gern erwarten,
hält weiße Weihnacht er bereit?

Wir sähen sie nur all zu gerne
der Eiskristalle Zauberpracht,
wenn aus des Himmels kühler Ferne
Schnee fiele, und die kleinen Sterne
das Tal bedeckten mit Bedacht.

Dann könnt‘ es uns das Fest versüßen
im weiten, stillen, weißen Raum;
trotz der Corona-Plage grüßen,
nicht mehr den Tag in Enge büßen,
mag trösten uns ein Wintertraum.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Weihnachtsmuffel

Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit
kriecht er aus seinem dunklen Nest,
klagt laut voll Abscheu nun sein Leid,
geheuchelt sei dies’ Friedensfest.

Es steht, wie oft bei Pessimisten,
die immer nur das Schlimme sehen,
bei ihm fest auf der Abschussliste.
Das Gute lässt er abseits stehen.

Und wiederholt hat’s sich erwiesen,
dem Weihnachtsmuffel liegt daran,
die Freude andrer zu vermiesen,
er nörgelt rum, so gut er kann.

Ihm fehlt da jene Toleranz,
die er sonst oft und gern bemüht,
wenn es ihm passt in seinen Tanz,
in Kreise, die er selber zieht.

Er muss wohl den Kulturkreis meiden,
will er dem Weihnachtsbrauch entkommen,
um nicht an Freud’ und Lieb’ zu leiden,
dem Glaubensglück der andern Frommen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Adventshoffen

Ein Zauber hält mich zart umfangen.
Der Kindheit Lächeln liegt darin;
zur Krippe bin ich heut’ gegangen
und fühlt’ dies selige Verlangen,
dem ich doch schon entwachsen bin.

Der Friede, Freude und das Glück
aus jenen unbeschwerten Tagen,
sie rufen leuchtend mir zurück,
was fern dem grauen Alltagsblick,
der Weihnachtsbotschaft wahres Sagen.

Es klingen alte, traute Lieder.
Ihr froher Klang füllt meine Welt,
und Freude, die uns immer wieder
die Hoffnung schenkt, sie strahlt hernieder.
Der Liebe Stern die Nacht erhellt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing