Schmetterling

S chwebst so leicht gleich zarten Blüten,
C hillend seh‘ ich dich von fern,
H eller Papillon, mein Stern,
M agst der Blumen sanfte Güte,
E rntest ihren Nektar gern.
T anzend in des Sommers Lüften,
T rägst du Schönheit in die Welt
E ilst beschwingt zu Wiese, Feld,
R osenhag, in dessen Düften
L ieblich ruhend ’s dir gefällt.
I mmer, wenn ich dich darf schauen,
N eu Natur sich zugesellt
G rüßt als Schöpfung, schenkt Vertrauen.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing,2019

Beim Anblick der Amaryllis

Vier Wochen lang den Blick bemüht,
ich wollt‘ dich wachsen sehen,
und heute bist du hell erglüht,
in rotem Glanze nun erblüht,
darfst strahlend aufrecht stehen.

Dein Leuchten passt gut zum Advent,
wenn wir uns hoffend freuen
auf den, der das Erlösen kennt,
der uns von Dunkelheit hier trennt.
Kein Tod-und Teufel-Scheuen!

Mir zeigt es auch, wie licht das Leben,
in jeder Zelle wirkend, schwingt.
Ein Nehmen und ein zärtlich Geben,
dies sanfte Wachsen, lind Verweben
mir tief in Sinn und Seele dringt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Erntedank-Gebet

Wir bringen, Herr, die Gaben;
demütig danken wir
für alles, was wir haben.
Des Lebens volle Waben
sind uns geschenkt von dir.

Gib uns die Kraft, zu hüten,
was du uns anvertraut
in deiner Gnade, Güte,
die Erde in der Blüte,
die wir so schön erschaut.

Dass wir das Maß erkennen,
das hier gewährt den Schutz,
die Fehler klar benennen,
von Habgier uns nun trennen
und eitlem Eigennutz.

Damit die Erde bleibe
dies’ blaue Paradies,
soll uns Vernunft verschreiben
ein lebenstüchtig’ Treiben,
das aus der Liebe fließt!

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing

Morgengebet

Wir danken, Vater, für das Tagen
nach langer Nacht und tiefer Schuld.
Verleih uns Mut, nicht zu verzagen,
beschütze uns vor Ungeduld,
hier vorschnell, schädlich, falsch zu handeln,
der Schöpfung Schönheit zu verschandeln!

Herr, der du uns in deiner Güte
dies irdisch‘ Paradies geschenkt,
der Pflanzen Grünen, ihre Blüte,
die hin zu Frucht und Reife lenkt,
gib uns auch Kraft, auf weisen Wegen
in deinem Sinn dies Gut zu hegen!

Wir bitten dich um wahren Frieden,
die Güte und den wachen Blick,
einander helfend zu behüten,
fern sei uns Hass und Kriegsgeschick!
Lass uns, was heilen hilft, erkennen
und Leben, Lieben nicht mehr trennen!

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Zu heißer April

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Des Apfelbaumes zarte Blüten,
die für die milde Zeit erwacht‘
und in des Frühlings sanft‘ Behüten
erstrahlen wollten hell in Pracht,
sie hat Frühsommers Sonnenglut
am Mittag doch zu heiß bedrängt,
sodass sie welk und nicht mehr gut
am Zweige hängen, wie versengt.

Wird dieses Bäumchen Früchte tragen,
dem kurz Erblühen nur beschert?
Wird Lenz in Zukunft auch versagen,
weil Klima Dauer ihm verwehrt?
Es spielt das Wetter ins Extreme,
kaum Übergänge gibt es her
und schafft uns Trockenheitsprobleme,
Waldbrandgefahr wächst auch jetzt sehr.

Du fragst dich, doch nährst stilles Hoffen,
dass sich Bedenken nicht erfüllen,
die Jahreszeiten klar und offen
in ihrem Wechsel sich enthüllen,
der Pflanzen Wachsen, Blühen, Reifen
gedeihen mögen hier im Land,
auf dass im Herbst wir Früchte greifen,
nicht darben gar mit leerer Hand!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Spätherbst

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Ein Teppich unter meinen Füßen,
die Blätter, die zuvor
im Wind den Tanz erkoren.
Jetzt wirken sie verloren,
so welk, nichts trägt empor
in Luft und Sonnenlicht zu grüßen.

Kahl stehen Bäume, Nebelweben
nur wabern im Geäst,
das jüngst voll Glanz im Grünen
erstrahlt auf Sommers Bühnen,
nun grau beschließt das Fest,
bis Raureif ziert und Flocken schweben.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Erntedank-Gebet

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Wir danken, Herr, für deine Gaben,
erwachsend aus der Erde Schoß,
denn alles Leben, was wir haben,
wird nur aus deiner Güte groß.

Du lässt die Sonn‘ am Himmel scheinen,
den Mond, die Sterne in der Nacht,
schenkst Regen uns, lässt Pflanzen keimen
und blühen, was uns glücklich macht.

Du gabst die Schöpfung uns zur Pflege,
nun bitten wir, gib uns die Kraft,
sie auch in deinem Sinn zu hegen,
nur das zu tun, was Frieden schafft!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Rosenlied

Der Rose Lied, das fein und leise klingt,
trägt ihre süßen Düfte in die Weite,
auf dass sich diese Lieblichkeit ausbreite,
die Freude in das Grau des Alltags bringt.

Es singt von Frühling, Sommer, Reife-Träumen.
Im Sonnenschein erglänzt ein Blütenbild,
das dieses Lebens Zeitlichkeit mag säumen,
die schöne Melodie im Licht enthüllt.

Noch scheint das Welken fern, und sanft entfaltet
die Rose ihre Blüten Blatt um Blatt.
Der Schöpfung Atem, der da zärtlich waltet,
sie zum Erblühen aufgerufen hat.

Ein Sinnbild, das auch unsrem Leben gilt,
das sich in seinem Dasein hier erfüllt.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Unfassbar

Ein Licht flammt auf,
es knospet, blüht,
ein Wesen hell erwacht.
Des Lebens Lauf
die Kreise zieht,
erstrahlt nach langer Nacht.

Die Stimme spricht,
ein Lied erklingt,
vertreibt das stumme Schweigen.
Im Sonnenlicht
ein Vogel singt,
sitzt auf den grünen Zweigen.

Und Abend wird,
der Tag vergeht,
nimmt mit ein kleines Leben.
Ein Glas fällt,klirrt,
ein Blatt verweht,
im irdischen Verweben.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Regentage

Es heben Veilchen ihr zartes Gesicht,
verweint ihrer blauen Augen Gelicht,
schauen aus triefnassem Grün mir entgegen.
Und auf des Parkes grobsandigen Wegen
da sprudelt ein Bächlein fern aller Stege.
Regen macht Ehre dem Wetterbericht.

Was blüht, sucht die Sonne, ich kann’s verstehen,
wer mag da ständig die Nässe nur sehen,
nun ausgesetzt auch der Kälte, dem Wind.
Die Kirschbäume schon der Blüten bar sind,
doch duftet Flieder im Garten so lind,
lässt hier nicht des Frühlings Träume vergehen.

© Ingrid Herta Drewing,2014