Archive for the Category Regen

 
 

Mairegen

Noch bringt der Wonnemonat Mai
uns nur ein graues Einerlei
aus seiner Wetterküche.

Mir scheint es, dass er heuer will
die Rollen tauschen mit April.
Der schenkte Wohlgerüche,
war meistens trocken, sonnig klar
und spielte frühen Sommer gar.

Der Mai sorgt zügig nun für Regen,
auf dass der Pflanzen grüner Segen
ihm nicht verloren sei.

Zwar stehen da mit nassen Röckchen
hier seine weißen, zarten Glöckchen,
sehnen die Sonn‘ herbei;
doch duften sie so lieblich süß
in Frühlings Blumenparadies.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Winterlos

Ein Jahr, in dem kaum Winter war,
der Herbst den Frühling rief,
nur Nebel,Regenwolken-Schar,
bis Lenz sich zeigte blütenwahr,
die Sonne nicht mehr schlief.

Zu früh erwachten Busch und Baum,
und weit die Pollen flogen.
Die Bienen lagen noch im Traum,
Befruchtung war da möglich kaum;
auch’s Vogelvolk betrogen.

Im Februar erblühten Rosen,
wo sonst herrscht‘ Frost und Schnee.
Die Milde schien uns zu liebkosen,
doch brachten Wasserfluten,große,
weit über Land das Weh.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Das Schnupfenmonster

Das Schnupfenmonster geht auf Jagd.
Dies‘ Wetter liebt’s, nasskalt,
und freut sich, wenn es Menschen plagt,
egal ob jung‘, ob alt‘.

Es mag’s, wenn seine Opfer niesen;
das klingt ihm wie Musik;
wenn rote Nasen schniefend fließen,
dann tanzt es wild und quiekt.

Dort, wo die Menschenmassen wandern,
sät es aus seine Viren
und springt vom Einen flugs zum Andern,
um sie zu infizieren.

Fast vierzehn Tage wird man Beute,
des Schnupfenmonsters Ernte.
Durch heißen Tee gelang’s,mir, Leute ,
dass schneller ich’s entfernte.

© Ingrid Herta Drewing