Archive for the Category Liebe

 
 

Heiligabend

Wir stapfen durch den tiefen Schnee
zu später Abendstunde.
Der Mond aus seiner dunklen Höh’
schickt silbern seine Kunde.

Der Zauber dieser heil’gen Nacht
lässt hell die Sterne strahlen,
als seien Engel auf der Wacht,
die sanft, doch leuchtend malen.

Zart glänzt der Schnee im Mondenlicht,
geheimnisvolle Stille;
wir gehen eingehakt, ganz dicht,
in trauten Glückes Fülle.

Ein Lächeln gleitet durch den Raum,
wir dürfen ’s selig sehen,
beglückt von unsrem Weihnachtstraum,
den liebend wir verstehen.

Ingrid Herta Drewing

Hirtenlied II

Die Botschaft vom Frieden,
wir hörten sie gern
und folgten der Weisung
zum leuchtenden Stern.

Wir hofften, es weiche
nun Kummer und Harm,
dass nicht nur der Reiche
sich bette hier warm.

Im ärmlichen Stalle
wir fanden das Kind.
Es lag in der Krippe
bei Esel und Rind.

Und doch war ein Singen,
ein Leuchten im Raum;
das tat uns bezwingen.
Wir atmeten kaum.

Dies Wunder der Weihnacht,
es nahm uns ganz ein,
dass Gott uns das Heil bracht’,
ein Kindlein so rein.

Und andächtig sanken
wir sanft auf die Knie,
in Demut zu danken,
voll Freud’, Harmonie.

Ja, wir armen Hirten
erfuhren sogleich,
auch wenn wir oft irrten:
Wer liebt, der ist reich!

Ingrid Herta Drewing

Weihnachten in der Ferne

Der Tanne Duft
erfüllt die Luft
in meinem kleinen Zimmer,
und heller Kerzen Schimmer
mir leuchtet tief ins Herz hinein.
Die Weihnachtsfreude holt mich ein,
und Sorge hält mich nimmer.

Dein lieber Blick
kehrt mir zurück
und sagt, dass wir uns schenken
ein liebendes Gedenken.
Und magst du auch so fern noch sein,
du bist mir nah, denn ich bin dein,
werd’ immer an dich denken.

Ingrid Herta Drewing

Flamenco

Was wir einander sind, das weiß die Liebe,
die zärtlich uns in ihren Armen hält,
ihr Lächeln schenkt, als ob ein Engel übe
ein Harfenlied, das Gott für uns bestellt.

Jedoch als dionysisches Verlangen
erwacht in uns Flamenco-Leidenschaft,
der Kastagnetten Rhythmen sind im Schwange,
verzaubert von Gitarren, Sängers Kraft.

Und wir verfolgen, finden uns im Tanz;
mein Blick gilt deinem, und vereint wir führen
die Suada unsrer Schritte, spür’n uns ganz,
bevor wir aneinander uns verlieren.

Um uns sodann in stillerem Erwachen
als Liebespaar ganz herzlich anzulachen.

Ingrid Herta Drewing

Abschied

Auf einen Sprung, nur eine Stippvisite,
wir hatten uns so lange nicht gesehen,
Doch treuer Liebe sehnsuchtsvolle Bitte
gewährte ein paar Wochen Glücksgeschehen.

Der Abschied schmeckte bitter, noch ein Wort,
ein letzter Kuss, du musstest zügig gehen.
Schon trugen dich Gedanken von mir fort,
jedoch dein Blick versprach das Wiedersehen.

Wir wissen ’s nicht; das Leben wird es weisen,
ob dein Beruf in jenem fernen Land
dich zwingt auch weiterhin zu langen Reisen.
Ich lege dies Geschick in Gottes Hand.

Er möge schützen dich, dein Leben hüten,
auf ihn vertraue ich und seine Güte.

Ingrid Herta Drewing

Jugendliebe

Heut’  sah ich dich im Traume, und ein Sinnen

ergriff in Wehmut mich, als ich erwacht.

Wie kann, was längst vergangen, neu beginnen,

eindringen in mein Herz, so unbedacht?

Mein Herz, das laut nun pocht und aufbegehrt

und Wünsche weckt, die lange schon verjährt?

Zu gerne würde ich dir noch begegnen,

den Schlüssel finden für das Zaubertor,

es öffnen, hin zum Garten, den wir hegten,

bis sich der Tag im Rosenhain verlor.

Die goldnen Jugendtage weilen dort

und flüstern zärtlich manches liebe Wort.

Und immer, wenn ich heute an dich denke,

erscheint mir unsre Zeit als süßer Traum,

zeigt Bilder, die die Sehnsucht als Geschenke

sich zart bewahrt in einem heil’gen Raum.

In einem Hort, der liebend sich genügt

und sanft erinnernd meine Seele wiegt.

Ingrid Herta Drewing

Gutes

Wie gut tut eines frischen Windes Fächeln
an einem Tag, der schwül in Hitze schwelt,
als kose mich ein liebes, sanftes Lächeln,
das neu mit Wohlbehagen mich beseelt.

Wohltuend auch ein starker Sommerregen,
der Staub und Sorgen in die Gosse spült,
es hell ergrünen lässt auf grauen Wegen,
wenn Leben wieder hoffend Freude fühlt.

Wie schön der milde Abend und die Sterne!
Der Glanz in deiner Augen liebem Blick
verspricht mir zart, du säh’st es gerne,
dass wir gemeinsam fänden unser Glück.

So mag der Liebe Feuer gütig leiten,
behutsam unser Hoffen stets begleiten

Ingrid Herta Drewing

Gemeinsam

Wenn zwei Seelen sich gefunden,
schwingen sie in Harmonie,
bleiben glücklich, tief verbunden
in des Lebens Sinfonie.

Schatten, Stürme mögen greifen,
zu zerstören, was sie hält.
Doch kein Bollwerk ist zu schleifen,
das die Macht der Liebe stählt.

Wenn zwei Seelen sich gefunden,
bleiben sie einander treu.
Was in Liebe ist verbunden,
das gestaltet sich stets neu.

Ingrid Herta Drewing

Liebe

Hoffen

Ich warte

auf dein Kommen.

In deinen Armen liegen!

Sehnsucht

Erwartung

Schmetterlinge tanzen

in meinem Herzen.

Ich möchte laut singen.

Freude

Begrüßung,

deine Umarmung,

dein lieber Blick

trifft tief in mein Herz

Liebe

Ingrid Herta Drewing

Löffels Sehnsucht

In einem Picknickkorb, recht nett,

von Lederschlaufen festgehalten,

sind zwei Bestecke, sehr adrett.

Sie warten, bis sie dienend walten.

Einer der Löffel, die ’s hier gibt,

ist in die Gabel still verliebt.

Diese jedoch geht mit dem Messer

sehr oft zur Hand dem Picknickesser.

Der Löffel sehnt sich dann so sehr,

er wünscht, dass er Begleiter wär’,

und dürfte, ohne so zu leiden,

mit ihr sanft übern Teller gleiten.

Doch leider ist das nie geschehen.

Er wird ganz selten nur genutzt.

Erst wenn der Teller blank geputzt,

darf er die Gabel wieder sehen.

Ob sie ihn auch liebt, weiß er nicht.

Auch wenn er sie oft angefunkelt,

zeigt sie Gefühle nicht, verdunkelt

wird durch das Messer seine Sicht.

Doch eines Tages, welch ein Glück,

wird er zugleich mit ihr gezückt.

Sie tanzen beide im Salat,

und er gesteht auf zarte Art

nun seine Liebe; und beglückt

fasst sie ihn, weist ihn nicht zurück.

Nun träumen beide, separat,

vom großen Glück im Feldsalat.

Ingrid Herta Drewing