Archive for the Category Lebensfreude

 
 

Frühlingsmittag

Friedlich schöne Mittagsstunde!
Hier im hellen Sonnenlicht
hör’ und fühl’ ich Frühlings Kunde,
sehe, wie er lächelnd spricht.

Von des Lebens jungem Werden,
Wachsen, Grünen, Neubeginn.
Er entlockt der kleinen Erde,
zärtlich flüsternd, Blütensinn.

Froh gestimmt die Vögel singen,
fliegen leicht beschwingt, die Luft
ist erfüllt von süßem Klingen
und der Blüten mildem Duft.

Friedlich schöne Mittagsstunde!
Mir ist auch nun leicht zu Mut,
träum’ im Park bei der Rotunde,
Lebensfreude tut so gut!

Ingrid Herta Drewing

Frühlingserwachen

In jedem Sonnenstrahl, der nun erglüht,
regt sich ein Pflänzchen und erblüht.
Die kleine Welt erwacht im Frühlingssehnen.
Auch du, verwundert, wie dir nun geschieht,
singst wieder mit des Lebens Lied,
befreit von alten Stützen, Winterlehnen.

Hinaus lockt dich die Luft, die nun so mild,
der frische Duft, das Blütenbild,
die Vögel, die im Garten lieblich singen.
Fühlst dich beschwingt wie sie, so froh erfüllt.
Dies’ Lied, das deinen Kummer stillt,
dringt tief dir in die Seele, zärtlich klingend.

Ingrid Herta Drewing

Kühler Frühlingstag

Ein kalter Nordwind bläst, doch Sonne strahlt
und macht den Tag so hell, den Himmel blau.
Der Frühling leuchtend sich ins Land nun malt.
Ich atme auf, erblick’ die Blumenschau,
die in den Gärten und im Park erblüht.
Beschwingt geh’ ich, so leicht ist mein Gemüt.

Und mault auch wer und schimpft auf Kälte, Staat,
heut’ lass’ ich mir die Laune nicht vergrätzen,
genieße kleine Freuden, die, parat,
mir hier das große Glück recht gut ersetzen.
Lass’ zart mich leiten von des Frühlings Spur,
dem Blütenlächeln hier in Wald und Flur.

Ingrid Herta Drewing

Vorfrühling

Es trägt der Morgen Silberflügel,
schwingt hell sich aus den Grüften,
und Wolkenpferde, ungezügelt,
im frischen Winde, wie beflügelt,
nun tanzen in den Lüften.

Der Sonne Strahlen, goldne Speere,
sie dringen in des Winters Flaus.
Da schmilzt der Schnee, das Eis am Wehre,
die Wasser fließen hin zum Meere,
und Kälte flieht ins Nordpolhaus.

Von Süden wehen milde Brisen,
und hier im Tal ergrünt die Welt.
Die Krokusgrüppchen auf den Wiesen
in warmem Lichte leuchtend sprießen.
Vorfrühling hat sich eingestellt.

Ingrid Herta Drewing

Valentins Grüße

Hab’ Dank, mein lieber Valentin,
für deine Blumengrüße!
Ich sehe lieblich sie erblühen
in ihrer sanften Süße.

Jedoch, vielleicht ist ’s nur ein Traum,
ein zartes Frühlingssehnen,
da Winter noch bestimmt den Raum,
sich leicht zurückzulehnen,
zu atmen milder Blüten Duft,
von Veilchen und Mimosen ,
erfüllt von Liebe, weicher Luft,
von Vogelsang und Kosen?

Im Schnee, da schimmern Blütensterne,
Christrosen, klar und hell,
Schneeglöckchen sind zur Stell’,
verkünden, Frühling sei nicht ferne.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingsdekor

Ein grüner Schneemann tanzt auf meiner Tasse,
ganz frühlingstrunken scheint er wohl zu sein.
Ich werd’ ihn munter weiter tanzen lassen;
vielleicht stellt sich bei mir auch Frühling ein.

Dort auf der Fensterbank die Hyazinthen
entfalten schon betörend ihren Duft,
und die Mimosensträuße, die man bindet,
sie singen von des Südens milder Luft.

Bald glänzt im Park ein Leuchten in den Wiesen,
die Krokusgrüppchen und Narzissensterne.
Wenn stolze Tulpen, blaue Veilchen sprießen,
ist Winter längst verreist in Nordens Ferne.

Und in den Weiden schnurren sanfte Kätzchen,
besucht von Bienchen und von Hummelschätzchen.

Ingrid Herta Drewing

Klarer Wintertag

Ja, endlich ist des Nebels Flaus gewichen,
befreit ist alles von dem Einheitsgrau.
Wie müd’ war ich, bin jüngst nur noch geschlichen
und sehe nun erlöst des Himmels Blau.

Der klare Tag schenkt mir so frohe Stunden.
Zwar ist es kalt, doch Sonne hell erstrahlt.
Ein Wintertag zum Wandern, wie gefunden,
der glänzend sich jetzt in die Landschaft malt.

So lob ich mir die vierte Jahreszeit.
Schon in der Frühe bin ich froh und munter,
voll Tatendrang, zum Ausgehn auch bereit
und laufe singend flugs die Treppen runter.

Im Freien zu genießen frische Luft,
warm eingemummt in meiner Winterkluft.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingsflüstern

Narzissen, Hyazinthen in den Läden
verströmen süßen Duft, der wohlbekannt.
Mir ist ’s, als ziehe Frühling schon die Fäden
und hielt’ sein zartes Zepter in der Hand.

Noch ist es nur ein Hauch, ein sanftes Ahnen.
Verstand sagt mir, die Freude ist verfrüht
Im Januar sind wir, moniert er mahnend,
der Winter da noch nicht noch Norden flieht.

Doch trägt mein Rosmarin schon blaue Blüten,
und Vögel zwitschern, bauen aus ihr Nest.
Wer mag da frostige Gedanken hüten,
erfreuen will ich mich am Frühlingsfest.

In weicher, milder Luft spazieren gehen
und das genießen, was Natur lässt sehen.

Ingrid Herta Drewing

Eisblumen

Der Sonne helles Mittagslicht
dringt durch die matten Fensterscheiben;
auf Eisblumen scheint sie erpicht,
mit ihren Strahlen sie beschreibend.

Jedoch der Frost trotzt ihr und gibt
dem zarten Blütenhauch die Stärke.
Er, der sonst weniger beliebt,
kann glänzen hier mit seinem Werke.

Und zeigt des Winters helle Seite,
in Formenvielfalt schön, kristallen.
Die kleinen Freuden, sie bereiten
uns auch bei Kälte Wohlgefallen.

Ingrid Herta Drewing

Schutzengel

Die Flügel ausgebreitet,
trägst du dein Kind nach Haus
und hast den Weg bereitet,
der sicher führt hinaus
aus Trübsal, engem Tale,
das matt im Dunkel liegt,
wo Nebel viele Male
die Welt im Grau besiegt’.

Und deiner Stimme Klingen
erwärmt mir Seele, Sinn.
Ich möcht’ im sanften Schwingen
vor Freude jubelnd singen,
weil ich geborgen bin.

Ingrid Herta Drewing