Anpassungsproblem

Pieps Kopiepipps

Ein Wesen, das in zartem Flaum
kaum aus dem Ei geschlüpft,
erlebt schnell einen bösen Traum,
wenn es ins Kalte hüpft.

Die Zeit, die ihm da anberaumt
zum Warmgefieder-Finden,
wird, wenn es dabei angepflaumt,
zu mühevollem Schinden.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Abschiedsgedanken

Nein sprich mir nicht von deinen Reisen!
Ich fühl’s, es zieht dich in die Ferne.
Wohin, das wird sich bald erweisen,
obwohl ich hoffte, du bliebst gerne.

Du gleichst dem Strom, ich ruhigem See;
wenn ich verweile, musst du wandern.
Zwar schenkt uns Liebesglück die Höh‘,
doch einer kennt noch kaum den andern.

Bin nicht die Kette, die dich engt,
halt dich mit Schlichen nicht zurück.
Bin nicht die Klette, die fest hängt,
bedacht nur auf das eigne Glück.

Du magst als freier Vogel fliegen!
Die Welt ist weit, lockt dich hinaus,
willst leicht dich in den Lüften wiegen,
verlässt das enge Tal, dies Haus.

Und kommst du wieder, herz‘ ich dich,
mag hell vor Freude mit dir schweben.
Vielleicht gibst dann für dich und mich
gemeinsam auch ein neues Leben.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Geburtstags-Akrostichon für Nico

N ico , lieber Enkelsohn,
I ch beglückwünsch Dich nun schon.
C höre sollen für Dich singen,
O rgeln laut erbrausend klingen.

H och sollst Du den Tag erleben
A uch Dein Basketball darf schweben
T reffend hin zum Korbe streben.

G ottes Segen wünsch ich Dir,
E inen, der stets zu Dir hält!
B leib gesund und ungeprellt!
U nter and’rem sei Dir hier
R uhe, Mut, Geduld gegeben,
T atkraft, Glaube, dass Dein Leben
S ich in hoffnungsvoller Welt
T äglich neu bewährt, gefällt!
A uf der schönen Erd‘ hienieden
G lück und Freud‘ sei Dir beschieden!

© Ingrid Herta Drewing,2015

Geduld

Ein Storch einst spazierte am Teiche,
sah unter den Weiden die Laiche
der Frösche und Kröten
und tat sie nicht töten.
Es fehlte da wohl noch am Fleische.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Erntedank-Gebet III

Wir danken, Gott,für deine Gnade,Güte.
Du hast mit uns unsagbare Geduld,
obwohl wir Schuld beladen,Zorngemüte,
gewährst du dennoch Leben uns und Huld.

Du lässt uns auf der schönen Erde leben
und säen, ernten, ein Zuhause finden.
Durch deine Güte alles wird gegeben,
was uns in Liebe mag hier zärtlich binden.

Verleih uns Kraft, Herr, dass wir klar verstehen,
wie wir dies‘ irdisch‘ Paradies verwalten
und wissentlich als Friedensstifter gehen,
als Hüter deine Schöpfung heil erhalten!

Und stärke uns! Im Leid auch lass uns glauben,
dass nichts uns unsre Zuversicht kann rauben!

© Ingrid Herta Drewing,2013

Muttertag

Dir, liebe Mutter, wollen wir heut’ danken
für deine Liebe, Hilfe und Geduld.
Du hast uns stets gestützt, wenn wir im Wanken,
sprachst nie von Dankbarkeit und unsrer Schuld.

Zwar braucht ’s zum Danken nicht den Muttertag,
wir sind uns ja im ganzen Jahr sehr nah,
und dennoch freut es uns, ganz ohne Frag’,
dass der besondre Tag für dich ist da.

Weilst du doch nun in deiner Kinder Kreise,
die alle hier um dich versammelt sind.
Erwachsen sind wir, doch auf liebe Weise
erinnern wir uns an die Zeit als Kind.

Wir pflückten Gänseblümchen auf der Wiese,
und überreichten dir den kleinen Strauß,
die selbst gemalten Bilder; An Elise
ward auch für dich geübt, heimlich im Haus.

Jetzt sind ’s die Enkel schon, die Blümchen bringen,
die freudig präsentieren dir ihr Bild
und zart ein liebes Liedchen für dich singen.
Du nimmst sie in den Arm und lächelst mild.

Wir, die wir selbst jetzt Mütter, wissen heute
um Freud und Leid, hautnah um Kinderglück.
Du hast es uns gelehrt, denn deine Freude,
sie strahlt wohl auch durch uns nun hell zurück.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Muttertag

M utter, hast mit Liebe, Güte
U ns verstanden; mit Geduld
T age, Nächte, uns behütet,
T rugst uns niemals nach die Schuld.
E hren woll’n wir dich, gedenken,
R osen bringen, bei dir sein,
T reu dir unsre Liebe schenken,
A llerliebstes Muttilein,
G lück ist es, dein Kind zu sein.

© Ingrid Herta Drewing