Archive for the Category Sommer

 
 

Sommerglück Provence

Provence,
dein blauer Blick,
Lavendelfelder,
der Sonne Glanz
in deinen Flammenhaaren,
als wir dort Wandrer waren,
auch Suchende
nach kleinem Glück.

Des Mistrals Rauschen
kühlte nicht die Glut,
und wilder Rosen Duft
sang in der Luft
und tat so gut.

Ingrid Herta Drewing

Agave

Einmal im Leben nur blüht die Agave,
und lieblich entfaltet sie ihre Pracht,
als Kerze hell leuchtend, Traum, fern dem Schlafe,
erstrahlt sie in glühender, südlicher Nacht.

Sie spricht mir von Sommer, Glück und der Liebe,
und ziert Kataloniens wild felsiges Land.
Wie ein Versprechen, ins Blaue geschrieben,
ragt sie in den Himmel als zärtliches Pfand.

Noch heut‘ seh‘ ich sie, hör dies Sehnsuchtslied klingen ,
die Weise des Concierto de Aranjuez,
und hoch überm Meer in dem Garten ein Singen,
dies‘ Bild aus Blanes ich nie mehr vergess’.

Ingrid Herta Drewing

Sommer in der Stadt

Petunienduft liegt in der Luft,
es atmen die Balkone,
die hell ein warmer Sommer ruft;
man mag sie nun bewohnen.

Des Tags ein bunter Schirm sie ziert,
blickt heiter in die Gegend.
Des Nachts bei Windlicht ungeniert,
den Sternenblick noch hegend.

Und überbordend’ Blumenkästen,
auch kleine Blütenbäume,
so feiert hier der Sommer Feste
und lässt die Stadt sanft träumen,
die, sonst im Mauergrau verstrickt,
jetzt blühend Himmels Blau erblickt.

Ingrid Herta Drewing

Frühsommermorgen

Am Himmel zarte Cirruszeichen,
die leicht der Wind getuscht ins Blau
und überm Wäldchen, bei den Eichen
erstrahlt die Sonne, küsst die Au.

Und ihre gleißend hellen Strahlen,
sie tanzen silbern auf dem See,
Milliarden Diamanten malend,
die funkelnd schimmern in die Höh’.

Geblendet steh’ ich am Gestade
im warmen Sommermorgenlicht;
vor mir die Schwanenpaar-Parade,
aus deren Gleiten Anmut spricht.

Ingrid Herta Drewing

Mauersegler

Ein Stoßtrupp Mauersegler zieht,
schwirrt schreiend durch der Straße Schlucht,
gleicht einer Horde, die entflieht
sich rettend hier durch schnelle Flucht.

Jedoch sind sie die Jäger, wilde,
verfolgen der Insekten Spur.
Doch hoch am Himmel schweben milde
sie auch, wie Wunder der Natur.

Für mich sind sie der Wärme Boten.
Wenn ich sie endlich dann erblick’,
weiß ich, er kommt auf leisen Pfoten:
Der Sommer meldet sich zurück.

Ingrid Herta Drewing

Frühsommer

Hier spürst du schon des Sommers Weben;
er hat die Boten uns geschickt:
Die Mauersegler, die hier schweben
und schwirren, helle Laute geben,
verkünden, dass er ist zurück.

Des Frühlings Blütenbäume haben
nun abgelegt ihr weißes Kleid.
Der Kirsche runde, grüne Gaben
versprechen, uns recht bald zu laben
in ihrer süßen Früchte Zeit.

Der Sonne gleißend helles Strahlen
beherrscht den Tag die Wärme wächst.
Man möcht’ sich gern am Strande aalen,
denn schon bereitet Hitze Qualen,
die Trockenheit, es scheint verhext.

Da wartet man und ruft nach Regen,
den dann auch ein Gewitter bringt.
Den Landwirt freut der nasse Segen,
der seine Pflanzen auch mag hegen,
damit die Frucht wächst und gelingt.

Ingrid Herta Drewing

Spätsommer-Mittag

Mittag ist es, Glocken läuten.
In die Stille trägt ihr Klang
zartes, fühlendes Bedeuten,
dieses späten Sommers Sang.

Träumend sitze ich im Garten,
dort, wo die Reseden blüh’n;
deren duftende Standarten
mich umwehen goldengrün.

Nähme gern die Zeit gefangen,
haltend diesen Augenblick,
dass ein späteres Verlangen
trüg ’s ins Leben mir zurück.

Nicht verweilt, was wir erleben,
denn die Zeit hält ihren Schritt.
Doch der Seele frohes Beben
schreibt die Glücksmomente mit.

Ingrid Herta Drewing

Hoffnung

Ein Regenvorhang rinnt hernieder,
grau ist es und kein Vogel singt.
Vorbei die Zeit der Sommerlieder,
ist’s das, was der August noch bringt?

Ich hoff’, der Sommer macht nur Pause
und kehrt zurück mit neuer Kraft;
die Sonnenblumen vor dem Hause
stehn noch erwartungsvoll im Saft.

Ingrid Herta Drewing

Bitte

Nein, Herbst, ich will den Sommer nicht schon lassen,

wenn er sich gütig warm und licht noch gibt.

Zwar könnt’ ich seine Hitze manchmal hassen,

doch seine grünen Blicke sind mir lieb.

Auch mag ich ihn, wenn seidig seine Lüfte

umschmeicheln uns in einer milden Nacht,

die Sternenträume des Jasmins, die Düfte

und Blütenfeuer, die er sanft entfacht.

Die Reife, die er bringt, die goldnen Ähren,

den blauen Himmel, helles Morgenlied,

obwohl er garstig sein kann und höchst störend,

wenn er gewitternd über Land ’mal zieht.

Wart’ bitte noch ein Weilchen! Im Kalender

ist doch erst in drei Wochen dein Termin.

Dann kannst du kommen, färben am Geländer

die Blätter jener Ranken, die jetzt grün.

Ingrid Herta Drewing

Spätsommergefühl

Warm ist es, und Lavendelblütendüfte

umschmeicheln lieblich mich zur Abendzeit.

Mild strömt der Wind nun von den Felsenklüften,

und sanfte Röte leuchtet himmelweit.

Ich spür’ des Sommers Atem in den Lüften,

der zärtlich sich noch immer hält bereit.

Herzt warm sein Blumenvolk; die stolzen Rosen

lässt er in Gärten flammendrot erglühen,

küsst Äpfel, Pfirsiche und Aprikosen,

schenkt ihnen Reife nach dem zarten Blühen.

Da mag die Jahreszeit der Herbstzeitlosen

sich weit auf Berges Wiesen hoch bemühen.

Wir feiern hier noch froh die hellen Tage,

auch wenn der Regen ’mal dazwischen zischt.

Des Sommers Wärme bleibt doch ohne Frage.

Schnell hat die Sonne Wolken weggewischt.

So zeigt sich uns im Hoffnungsgrün die Welt,

bis ihr des Herbstes Malerkunst gefällt.

Ingrid Herta Drewing