Archive for the Category Liebe

 
 

Sommerfreude

Nun trägt der Sommer sie auf goldnen Armen,
die kleine Welt, vertrauensvoll sie blickt,
fühlt sich geborgen in den klaren, warmen
und blauen Tagen, hell ins Licht geschickt.

Die Felder wogen sanft im milden Winde,
und auf den Wiesen duftet würzig Heu.
Der sternenklaren Nächte Luft, so linde,
erweckt den Zauber alter Träume neu.

Im stillen Park die Lindenbäume blühen,
ein Honiglied summt in den Wipfeln, zart
die süßen Düfte durch die Lüfte ziehen,
umschmeicheln uns auf wunderbare Art.

Und lächelnd, dort im Hag der wilden Rosen,
erwartet uns des Sommers zärtlich Kosen.

Ingrid Herta Drewing

Nachtgeflüster

Wie sich der Himmel an die Erde schmiegt,
die Sternendecke zärtlich ausgebreitet,
sie lind und lieb zu Sphärenklängen wiegt,
von Blütenduft und Träumen zart geleitet.

Im Silberglanz des Mondes ruht der See;
nur kühn im Bogen noch zwei Schwäne gleiten.
Anmutig wirkend, sanft im Pas de deux,
erscheinen sie entrückt aus Raum und Zeiten.

Geheimnisvoll erzählen sie dem Pärchen,
das sie in ihrem stillen Glück erschaut,
in dieser Sommernacht ein Liebesmärchen
vom Schwanenritter und der Zauberbraut.

Ingrid Herta Drewing

Traumtänzerei

Ich hätte dir gerne geschrieben,
auch rote Rosen gesandt,
gestanden dir meine Liebe,
geschenkt mich mit Herz und Hand.

Jedoch, schnell bist du gegangen,
die Nummer des Telefons
vergaß ich, verwirrt, zu verlangen,
als du gingst lächelnd davon.

Nun warte ich auf ein Wunder,
das uns noch zusammenführt
und tauche in Träumen unter,
von Liebe zärtlich berührt.

Ingrid Herta Drewing

Im Gedächtnis

Vergänglich, auf des Tages Blatt geschrieben,
dem Schatten dieses Lebens auf der Spur,
ein stetes Kreisen, Sprechen, Schreiben, Üben
sind wir ja meistens Epigonen nur.

Wir nehmen unser Reden viel zu wichtig.
Das Wort wird uns zum Weihrauch, der gefällt,
und dennoch ist doch manches gar zu nichtig,
was uns beschäftigt und in Atem hält.

Von vielem, was gesagt im Sonnenlicht,
mag vielleicht bleiben nur ein zart‘ Gedicht,
das wer an einem Frühlingstag geschrieben,
erfüllt von reinem, grenzenlosem Lieben.

Denn Liebe, die in ihrem Wesen wahr’,
berührt , bewegt uns, wir erfühlen ’s klar.

Ingrid Herta Drewing

Liebe

Wer liebt,
der wendet den Blick.
Er gibt,
nichts fordernd zurück,
sieht das Du,
hört gut zu.
Die Liebe ist es,
die ihn beschenkt,
seinen Weg lenkt
mit zartem Gespür
zum glücklichen
Wir.

Ingrid Herta Drewing

Liebende

Es sind die Liebenden, in deren Blicken
das Leben darf den Himmel offen sehen,
wenn zärtlich sich verweben die Geschicke,
im Rosenlied ein blühendes Verstehen.

Es sind die Liebenden, die staunend finden
dort, wo sonst Trübsal herrscht, nun neue Kraft;
beflügelt werden sie auch überwinden
den tiefsten Graben, der auf Erden klafft.

Denn ihre Seelen hören Himmels Klänge.
Sie haben schon ihr Paradies erschaut.
Die Liebe trägt sie aus des Kleinsinns Enge
und bleibt, solang’ sie währt, ihr Engel traut.

Ingrid Herta Drewing

Agave

Einmal im Leben nur blüht die Agave,
und lieblich entfaltet sie ihre Pracht,
als Kerze hell leuchtend, Traum, fern dem Schlafe,
erstrahlt sie in glühender, südlicher Nacht.

Sie spricht mir von Sommer, Glück und der Liebe,
und ziert Kataloniens wild felsiges Land.
Wie ein Versprechen, ins Blaue geschrieben,
ragt sie in den Himmel als zärtliches Pfand.

Noch heut‘ seh‘ ich sie, hör dies Sehnsuchtslied klingen ,
die Weise des Concierto de Aranjuez,
und hoch überm Meer in dem Garten ein Singen,
dies‘ Bild aus Blanes ich nie mehr vergess’.

Ingrid Herta Drewing

Nachtigall

Wenn alle Stimmen sind verstummt,
nur leise murmelt noch der Bach,
kein Bienchen mehr in Blüten summt,
fließt sanft der Abend in die Nacht.

Dann lässt du frühlingshold erklingen
dein zärtlich’ Lied, lieb’ Nachtigall,
und wirst mein Winterherz bezwingen
mit deinem lieblich süßen Schall.

Er dringt mir tief dort in die Seele,
und weckt der Liebe stilles Weh,
laut pocht mein Herz, es schnürt die Kehle
dies Sehnen mir, ich träumend steh’.

Ach könntest wieder du begleiten
mit deinem Lied den lieben Blick,
die traute Liebe wie vor Zeiten!
Sing, Nachtigall, bring sie zurück!

Ingrid Herta Drewing

Vor der Nacht

Noch im Sinken
dies’ glühende Versprechen
in den Himmel geschrieben,
dein Sonnengruß.

Ingrid Herta Drewing

Maimacht

Es grünt so hoffnungsfroh der Mai.
Der Blütenkerzen Lichter
erleuchten den Kastanienbaum
in der Allee, ein weißer Traum
und rosige Gesichter.

Es singt so wunderhell der Mai.
Der Vögel süße Lieder
erklingen, hellen auf den Tag.
Der Amsel Flötenlied, ich mag
es hören immer wieder.

Berauschend duftet er der Mai.
Das Potpourri der Düfte
umschmeichelt und betört die Sinne.
Ein Hauch von zärtlich süßer Minne
schwebt lieblich durch die Lüfte.

Ingrid Herta Drewing