Wahn

Noch immer dieser Wahn
von Sicherheit und Macht;
wo wir doch deutlich sah’n,
wie klein das ist bedacht.

Der Mensch darf nicht verspielen
im Hochmut dieses Leben,
auf Kernkraft kühl zu zielen,
leichtfertig im Bestreben.

Die Kräfte, die er rief,
die kann er nicht bezwingen,
ein Gau zu lang verseucht,
was ihm kann Leben bringen.

Im Einklang mit Natur,
hier Energie gewinnen,
alternative Spur
verfolgen,klares Sinnen

Damit die schöne Erde,
auch wenn wir nicht mehr sind,
noch immer Heimat werde
für jedes Menschenkind.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingsliebe

Es brandet auf der Frühling, und das Leben,
das kürzlich noch im Winterfrost erstarrt,
nun neu beflügelt, lässt dich leichthin schweben
im Glanze seiner Blütengegenwart.

Du kennst das, siehst es dennoch freudig wieder,
dies’ leise, frohe, zärtliche Beginnen
des neuen Werdens, dessen sanfte Lieder
so lieblich in der Tage Klänge rinnen.

Der Vogelsang, der Blüten süßen Duft,
ein Potpourri des Jubels hisst die Fahnen,
und zart im Park die junge Liebe ruft,
das Pas de deux der Schwäne zu erahnen.

Die Hoffnung und der Frühling als Begleiter
sind Liebenden wohl gute Wegbereiter.

Ingrd Herta Drewing

Nachgefragt

Wie wichtig sind euch Wissen und Erkennen,
Verantwortung, Wahrhaftigkeit und Fleiß?
Wer pflegt der Macht nur hinterher zu rennen,
nach Art der Speichellecker nichts konkret benennend,
der fordert irgendwann zu hohen Preis.

Statt vollmundig in Worthülsen zu tönen,
ist Sachlichkeit, Bescheidenheit gefragt,
besonnen handeln, statt der Schau zu frönen,
sich klug verhalten, Feinde zu versöhnen,
dem Krieg abschwören, der mit Leid nur plagt.

Entscheiden, mit der Zukunft im Visier,
nicht nur den Tag erfolgreich, satt beenden.
Das Morgen unsrer Kinder haltet ihr,
wie alle, die hier leben, so auch wir,
doch heute schon, verfügend, in den Händen.

Gefragt sind Menschlichkeit und klarer Blick,
Wahrhaftigkeit gepaart mit viel Geschick.

Ingrid Herta Drewing

Willkommensgruß

Lass dich von Freunden gütig und herzlich empfangen
in diesen schwierigen Zeiten, sei unser Gast!
Wanderer, der du auf rauer Straße gegangen,
leg ab deine Last!

Hier in der Stille wird neu dir erwachsen die Kraft.
Wärm’ dich, geborgen am Feuer, wenn müd’ dir die Glieder!
Ausruhen darfst du, der so viel des Weges geschafft.
Setz’ ruhig dich nieder!

Sind doch die Jahre des Lebens, die Tage, gezählt;
deshalb vergeude keinen, der dir gegeben!
Sorgsam prüfe die Wege, die du jetzt gewählt;
keiner ist eben!

Und deinem Herzen folge; auch klarer Verstand
möge den Blick dir schärfen, dein Handeln stets leiten!
Hast du die Liebe gewonnen als das Unterpfand,
wird Glück dich begleiten.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingshoffnung

Als habe es nicht Sommer, Herbst gegeben,
so winterbleich, erstarrt liegt noch das Land.
Verwunschen, fast in Stille schweigt das Leben
und zeigt dem Himmel seine leere Hand.

Verhalten schaut die Sonne in den Wald
und nistet im Geäst der kahlen Bäume;
doch zärtlich flüstern Knospen, dass wohl bald
erfüllen sich die lang gehegten Träume.

Es wird, wo jetzt nur Braun und Grau regieren,
des Frühlings Grünen alles Leben wecken.
In Wald und Wiese, Feldern, Gartenhecken
erklingt ein Zwitschern, helles Jubilieren.
Kein Vogel mag sein Können dann verstecken.

Im zarten Hoffnungskleid zeigt sich die Erde
und singt ihr blühend Lied vom neuen Werden.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingstag

Es blickt ein heller Tag dir ins Gesicht
und spricht von Freude, lässt die Sonne strahlen.
Mir ist, als habe Lenz jetzt ein Gedicht
geschrieben,  sanft es  in die Wiesen malend.

Da leuchten lila, gelb und weiß im Grünen
die Krokusgrüppchen und die Winterlinge,
und über mir dort hoch am Himmel ziehen
die Kraniche, ich hör’ den Frühling singen.

Er singt betörend seine zarte Weise
von neuem Werden, Liebe, Blütenduft,
und auch die Bächlein murmeln, flüstern leise,
vom Eis befreit, da nun das Meer sie ruft.

Das große Meer des Lebens, dessen Schäume
uns tragen und der Sehnsucht Hoffnungsträume.

Ingrid Herta Drewing

Umsturz

Macht, auf Ohnmacht gebaut,
Schwäche, der Stärke misstraut,
Freude, im Keime erstickt,
Terror, Rechte verrückt.

Leid, zu lange ertragen,
Tränen, versiegt im Klagen,
Wut bahnt sich den Weg,
findet Brücke und Steg.

Fäuste, geballt im Zorn,
Menschen, stürmend nach vorn,
gemeinsam demonstrierend,
sich solidarisierend.

Und Hoffnung wächst im Raum,
wird er nun wahr, der Traum
vom besseren Leben
und freien Streben ?

Ingrid Herta Drewing

Umsturz

Macht, auf Ohnmacht gebaut,
Schwäche, der Stärke misstraut,
Freude, im Keime erstickt,
Terror, Rechte verrückt.

Leid, zu lange ertragen,
Tränen, versiegt im Klagen,
Wut bahnt sich den Weg,
findet Brücke und Steg.

Fäuste, geballt im Zorn,
Menschen, stürmend nach vorn,
gemeinsam demonstrierend,
sich solidarisierend.

Und Hoffnung wächst im Raum,
wird er nun wahr, der Traum
vom besseren Leben
und freien Streben ?

Ingrid Herta Drewing

Danksagung

Ich danke dir, Gott,
hast mir Leben gegeben,
dazu das Bewusstsein.
Ich bin nicht allein.
Im irdischen Streben,
im liebenden Schweben
fühl’ ich dieses Glück,
als Mensch hier zu sein.

Denn wär’ ich ein Stein,
ich hätte kein Herz,
empfände kein Sein
und auch keinen Schmerz.
Zwar würd’ ich steinalt,
doch ohne zu leben,
was sollt’ mir das geben?
Wär’ arg hart und kalt,
würd’, ohne zu zittern,
ganz langsam
verwittern.

Ingrid Herta Drewing

Vanitas

Vertrocknet steht der Tannenbaum.
Ach, welch ein Jammerbild,
obwohl des Flitters Silbertraum
noch seine Zweige hüllt.

Vorbei das hoffnungsvolle Grün,
der Duft, erfüllt von Leben,
das gar zu schnell doch kann entflieh’n;
dies zeigt der Baum soeben.

Und mahnt, man möge nicht vergessen,
zu leben mit Bedacht
und liebend pflegen die Interessen,
denn lange währt die Nacht.

Ingrid Herta Drewing