Archive for the Category Jahreszeiten

 
 

Frühlingsdekor

Ein grüner Schneemann tanzt auf meiner Tasse,
ganz frühlingstrunken scheint er wohl zu sein.
Ich werd’ ihn munter weiter tanzen lassen;
vielleicht stellt sich bei mir auch Frühling ein.

Dort auf der Fensterbank die Hyazinthen
entfalten schon betörend ihren Duft,
und die Mimosensträuße, die man bindet,
sie singen von des Südens milder Luft.

Bald glänzt im Park ein Leuchten in den Wiesen,
die Krokusgrüppchen und Narzissensterne.
Wenn stolze Tulpen, blaue Veilchen sprießen,
ist Winter längst verreist in Nordens Ferne.

Und in den Weiden schnurren sanfte Kätzchen,
besucht von Bienchen und von Hummelschätzchen.

Ingrid Herta Drewing

Winters Rückkehr II

Der Winter kommt zurück, die Flockenherde
sie stiebt und wirbelt in den kalten Lüften
und legt sich weich auf die erstarrte Erde,
lässt sie noch träumen von des Frühlings Düften.

Doch uns, von frühen Blüten zart entzückt,
die in den Läden jetzt schon lieblich duften,
holt Winters Wirklichkeit nun rau zurück,
denn es heißt, Schnee zu schippen und zu schuften.

Das Zwischenspiel der Milde ist vorbei;
und warten werden wir noch ein paar Wochen.
Doch spätestens im März, ganz sicher Mai,
wird hier der Frühling blühen, wie versprochen.

So kann man sich hier auf die Jahreszeiten
einstellen und in Freude vorbereiten.

Winternebel

Kühl sind die Tage, und die Nebel halten
die Stadt gefangen und den Atem an.
Ich möcht’ den Vorhang weit aufreißen, walten
dass endlich Sonne man erblicken kann.

Zwar können wir die Räume schön erhellen,
wir schaffen künstlich unser eignes Licht,
jedoch der Sonne warme Strahlenquelle
ersetzt uns dieses Scheinen dennoch nicht.

Wer sehnt sich nicht nach blauem Himmel, Weite,
nach Wärme und der hellen Sonnenglut?
Denn fern von Smog frei atmen, das bereitet
uns Wohlgefühl, tut Körper, Seele gut.

Auch ich ersehne Wetterbesserung,
damit das Sonnenlicht mich bringt in Schwung.

Ingrid Herta Drewing

Nebel

Des Nebels graue Fänge halten
das Land recht fest in ihrem Bann.
kaum mag sich die Kontur gestalten
auch Sonne man nur ahnen kann.

Die Farbenträume eingehüllt,
die sonst erstrahlt in Herbstes Pracht.
Ihr stummes Los sich nun erfüllt.
November führt zur Winternacht

Ingrid Herta Drewing

Novemberlaunen

Am Mittwoch schien die Sonne,
am Donnerstag war’s kalt,
am Freitag Regentonne,
am Samstag Nebelwald.

Die Wetterkapriolen,
die der November hat.
Sie, ich sag’s unverhohlen,
machen mich wettermatt.

Ich freu mich auf Dezember,
auf klares Winterlicht.
Die Platte „I remember…!“
muss ich dann spielen nicht.

Dann wandre ich im Freien,
im Schnee an frischer Luft,
um mich auch einzureihen
hernach bei Glühweinduft.

Ingrid Herta Drewing

Novemberblues

Nun singen Nebel den Novemberblues
und liegen bleiern auf der kleinen Stadt.
Die Bäume stehen feucht in Blätterschuhen,
und im Geäste krächzen Krähen matt.

So eingestimmt für alle Trauertage
bleibt gern, wer kann, früh morgens nun zu Haus,
entzieht sich so der Landschaft stummer Klage,
zu kosten diese Stunden für sich aus.

Das Teelicht leuchtet hell und warm im Stövchen,
und Feuer lodert wohlig im Kamin,
denn wärmt auch nur das allerkleinste Öfchen,
kann man der grauen Nebelwelt entflieh’n.

Fühlt sich geborgen, wohl in den vier Wänden
und weiß, die trübe Zeit durch Licht zu wenden.

Ingrid Herta Drewing

Herbstgedanken

Der goldne Blätterteppich ausgebreitet,
und Wind, der durch die schwarzen Äste gleitet,
pflückt letzte Blätter von den nassen Zweigen,
lässt kahle Bäume nun im Regen schweigen.

Der Nebel mag die Blöße wohl verhüllen,
bis Raureif, Schnee sie weiß und weich bedecken.
Dann werden Winterträume, jene stillen,
die Hoffnung auf das Grün erneut erwecken.

Die Bäume sammeln jetzt tief ruhend Kraft,
um reich im Frühling, knospend, grün zu glänzen,
wenn schaffend sie bewegt des Lebens Saft
sich einzureihen hell in Blütentänze.

Dann folgen Mensch und Tier der Hoffnungsspur,
dem schönen Lied, das uns singt die Natur.

Ingrid Herta Drewing

Sonntagspaziergang im Herbst

Es feiert Herbst sein Abschiedsfest,
lässt golden Bäume glühen,
und in dem nassschwarzen Geäst
ein Farbenspiel erblühen.

Tomaten- Gelb -und Purpurrot
bringt er das Laub zum Leuchten,
ein Feuerwerk, das strahlend loht,
Kontrast zu Ästen, feuchten.

Ich gehe durch den Park, beglückt
von dieser Farbenfülle,
die Augen mir und Herz entzückt
in früher Sonntagsstille.

Hier in der Pflanzen Blätterpracht
singt Leben licht sein Lied,
bevor es vor der Kälte Macht
ins warme Inn’re flieht.

Es tanzt im Takt der Jahreszeiten
der Kreislauf der Natur.
Wir werden wissend ihn begleiten
auf dieser schönen Spur.

Ingrid Herta Drewing

Herbstgold

Im Golde schwelgt der Herbst,
und ich vermag es nicht,
mich satt zu sehen an den hellen Tönen
die nun der Bäume Blätterkleid verschönen,
bevor der Nebel sie verwischt.

Sie bilden den Kontrast
zu schwarzen Ästen,
die nach den Nebelfesten der Nässe frönen,
vermögen zu versöhnen, uns zu verwöhnen,
des Herbstes frohe Gäste.

Ingrid Herta Drewing

Herbstblätter

Des Herbstbaums Blätter flüchtig werden
und schweben sanft hernieder.
Es rieselt Blattgold auf die Erde,
Sterntalermärchen wieder.

Und kommt ein böig frischer Wind,
dann tanzen sie in Lüften
als roter, gelber Farbentraum
erreichend letzte Klüfte.

Dort sammeln sie sich, stumm bereit,
als welkes Laub in Wällen,
des Herbstes Abschied ist die Zeit,
dem Winter sich zu stellen.

Mit Raureifs Glitzerkleid beglückt
sie wärmen blanke Erde,
damit im Erdreich Stück für Stück
bald neues Leben werde.

Ingrid Herta Drewing