Winterbilder
Silberkristalle
tanzen um die Laterne,
Winternachtszauber.
***
Bäume im Nebel,
die verschleierten Äste
greifen ins Leere.
***
Über die Berge
kriecht eine rote Sonne,
schaut lächelnd ins Tal.
Ingrid Herta Drewing
Silberkristalle
tanzen um die Laterne,
Winternachtszauber.
***
Bäume im Nebel,
die verschleierten Äste
greifen ins Leere.
***
Über die Berge
kriecht eine rote Sonne,
schaut lächelnd ins Tal.
Ingrid Herta Drewing
In den erstarrten Schnee
den Fuß gesetzt,
kein Flockenweich
ist mir begegnet,
womit vor kurzem noch
die Landschaft
war so sanft gesegnet.
Fast feindlich
ist des Winters Blick.
Gebeugt, zerbrochen
sind die stolzen Bäume.
Am Wegesrand
liegt Stück für Stück
die Hoffnung
meiner Sommerträume.
Du musst ’s ertragen!
sagt mir mein Verstand.
Dir hilft kein Klagen
und kein trübes Sinnen.
Was hier
ein jähes Ende fand,
verlangt von dir,
neu zu beginnen.
Ingrid Herta Drewing
Der Winterhimmel spiegelt sich türkis
in deinen stillen Wassern der Kanäle.
Ja, Serenissima, es ist, als hieß’
dich nun Natur, dein Märchen zu erzählen.
So sanft und lieblich deine Schönheit, klar,
die dir Touristenmassen sonst fast rauben.
Dein edler Zauber wird zart offenbar,
und nicht nur Canaletto würd‘ das glauben.
So oft schon totgesagt, dem Meer ergeben,
erstrahlst du hell in Anmut ferner Jahre,
Jahrhunderte erzählen hier dein Leben;
noch immer trägst du Gold in deinen Haaren.
Bist alt, jedoch dein edles Angesicht
ist mir an diesem Wintertag Gedicht.
Ingrid Herta Drewing
Wie hell das Licht, der Morgen
in meine Stube fällt,
macht sichtbar, was verborgen.
Das Grau sich nicht mehr hält.
Mild weht der Wind; vom Eise
ist nun der Fluss befreit.
Auch singen Amsel, Meise,
als sei schon Frühlingszeit.
Doch Frühlingsfreuden trügen.
Das ist nur Zwischenspiel.
Der Winter straft ’s bald Lügen,
belauert Tauwinds Spiel.
Vom Hang sich wild ergießen
die Wasser in das Tal
und fluten Straßen, Wiesen;
Hochwasser, wieder mal !
Das wird der Winter fassen,
und bald ruht dann erstarrt,
was jetzt von Wassermassen
rasch überrumpelt ward.
Ingrid Herta Drewing
Der Sonne helles Mittagslicht
dringt durch die matten Fensterscheiben;
auf Eisblumen scheint sie erpicht,
mit ihren Strahlen sie beschreibend.
Jedoch der Frost trotzt ihr und gibt
dem zarten Blütenhauch die Stärke.
Er, der sonst weniger beliebt,
kann glänzen hier mit seinem Werke.
Und zeigt des Winters helle Seite,
in Formenvielfalt schön, kristallen.
Die kleinen Freuden, sie bereiten
uns auch bei Kälte Wohlgefallen.
Ingrid Herta Drewing
Im Schnee versteckt die Häuser liegen.
Es glänzt des Winters weiße Pracht.
Wo sonst im Wind sich Weiden wiegen,
herrscht starr des Frostes kalte Macht.
Doch blauer Himmel schirmt die Welt.
Der Wintersonne sanfte Strahlen
ein Schimmern in die Landschaft malen.
Dies’ Bild bezaubert und gefällt
Ingrid Herta Drewing
Jetzt schreibt der Winter sich in den Kalender,
recht kalt, schon lange vor seinem Termin;
und alles mischt er auf, will eisig ändern
das Land mit reichlich Schnee, des Frostes Pfändern.
Den Streudienst muss man ständig schon bemüh’n.
Bestimmte Lieder sind deshalb verbannt
von vielen, die den Schnee hier räumen müssen.
„I’m dreaming of a white Christmas“, bekannt.
“ Leise rieselt der Schnee”, sei auch genannt.
Sie hat der Winter rau auf dem Gewissen.
Ein alter Schlager, der stets Freud‘ gebracht,
gesungen von Cornelia für Gage.
Text:“ wenn Frau Holle ihre Bettchen macht…“
in „ Hei, hei, hei so eine Schneeballschlacht“,
der brachte kürzlich Schnee-Räumer in Rage.
Die drohten eine Schlacht Frau Holle an,
sie hätten jetzt genug von Flockenbetten;
sie solle deshalb ohne viel Tamtam,
sehr schnell pausieren in dem Schneeprogramm,
sonst sei vor ihnen sie nicht mehr zu retten.
Zum Glück schien heut‘ die Sonne, Himmel blau,
kein Flöckchen fiel darum von oben runter.
Frau Holle hörte zu wohl sehr genau ,
sie ist ja auch bekannt als weise Frau ,
und spielt nun mit dem Schnee nicht mehr Land unter.
Ingrid Herta Drewing
Silberkristalle schweben
im Licht der Laterne, der Schnee
fliegt mir glitzernd entgegen,
durch eine Traumnacht ich geh’.
Ein zartes Gesicht, die Straße
die Autos, die Häuser verhüllt.
Es scheint mir, dass sie vergaßen,
was sonst geschäftig sie füllt.
In sanftem, süßen Schweigen
schläft nun verzaubert die Welt.
Nur Schneeflocken tanzen im Reigen.
Ein Bild, das der Himmel bestellt’.
Ingrid Herta Drewing
Der Buche Blätter, noch gerötet,
hat sanft der Schnee nun eingehüllt.
Wo einst die Amsel süß geflötet,
da herrscht jetzt Winter kalt und still.
Noch unlängst glänzte in der Sonne
der Bäume herbstgefärbtes Kleid;
nun fiel der Blätter goldne Wonne
und liegt zum Welken matt bereit.
Der Schnee, ein großes, weißes Tuch,
so deckt Natur das Leben zu
und mildert Frostes kalten Fluch,
gewährt der Erde ihre Ruh’.
Gedämpft die Klänge, unsre Schritte
verstummen in dem weichen Vlies.
Wir finden unsre neue Mitte
jenseits des eiskalten Verlies’.
Der Kerzen Licht in warmen Räumen
schenkt uns Geborgenheit und Glanz.
Adventszeit lädt uns ein, wir träumen
von Frieden, Freude, Festtagstanz.
Ingrid Herta Drewing
Es fiel der erste Schnee sanft auf die Felder,
bedeckt die Erde, hüllt sie ein nun warm.
Wie weiß gepudert grüßen Tannenwälder,
ein Bild in zartem, lichtem Wintercharme.
Noch zeigt er nicht des Frostes harte Klauen.
Der Bach fließt rasch, der See den Enten gilt.
Doch bald kann man sein kaltes Antlitz schauen,
wenn er der Wellen Tanzen starr dann stillt.
Doch freuen sich darauf schon viele Kinder,
denn Schlittschuhmärchen werden wieder wahr.
Die muntren Burschen lockt das Eis nicht minder;
zum Hockey Spielen ist der See dann da.
So bringt der Winter neben Müh’ und Leid
für viele Menschen doch auch Glück und Freud’.
Ingrid Herta Drewing