Loreley

Am Rhein, wo viele Schiffe grüßen
die alten Dome hoch und hehr,
nach Norden strömend Wasser fließen,
erzählt man sich die alte Mär.

Von einer wunderschönen Nymphe,
die auf dem Felsen „Ley“ bedacht
ihr goldnes Haar aufreizend kämmte,
einst Schiffer kirre hat gemacht.

Gebannt den Blick auf sie gerichtet,
vergaßen Fels sie und Gefahr
und kenterten im Abendlichte
mit Mann und Maus dort Jahr für Jahr.

Heut’ ist der Fels im Fluss gesprengt,
die Nymphe brav, nur noch Skulptur,
doch Heines Lied romantisch lenkt
Touristen noch auf ihre Spur.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Sommermorgen – Bilder

Sommermorgen,
Stoßtrupps der Mauersegler
in der Häuserschlucht
schwirren auf Insektenjagd
sirrend pfeifend vorüber.

Seine Melodie
flötet hell der Amselhahn,
begrüßt den Morgen.

Auf der Antenne
Ringeltaubengeschwister,
gurrender Rundfunk.

Hellblauer Himmel,
und stetig fliegen südwärts
die Silbervögel.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Autobahn-Ausblicke

Autobahn, staufrei,
Fahrt durch den klaren Sommer
auf hellgrauem Band.

Gelber Ginster grüßt,
Strohballen auf goldnem Feld,
grün Büsche, Bäume.

Von Sonne versengt
die blonden Gräserhaare,
Windspiele am Rain.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Heiße Sommertage

Der Sommer hält mit heißen Händen
den Tag gefangen; Sonnenlicht
schon früh am Morgen gleißend spricht.
Die Sonnenschirme im Gelände
nun zieren auch Balkone dicht.

Der Städte Mauern speichern Hitze;
im Grünen ist man gern zu Haus,
sucht sich die hohen Bäume aus,
um dort im Schatten ruhig zu sitzen
und blickt entspannt ins Land hinaus.

Am See, am Fluss lässt ’s sich gut weilen,
es hilft so manche frische Brise
hier, wo die kühlen Wasser fließen,
der Macht der Hitze zu enteilen,
gelassen Sommer zu genießen.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

„Lieb Nachtigall,wach auf!“

Lieb Nachtigall, hör‘, lass‘ dir raten,
verweile hier und flieg‘ nicht fort!
Mach’s wie die Amsel, andre Arten,
die Orts treu sind bei uns im Garten,
und bleibe in Europas Hort!

Denn fern dort in Ägyptenland
kannst du auf Reisen dich nicht schonen.
Als kilometerweite Wand
wurden dort Netze aufgespannt,
damit sich Vogelfang soll lohnen.

Gefangen wirst, gerupft, gebraten,
zuvor die Flügel dir gestutzt.
Der Mensch neigt ja zu rohen Taten,
wird deines Sanges Kunst verraten,
wenn für ihn zählt nur Eigennutz.

Und meistens blickt er ohne Bangen
auf das, was kurz ihm Wohl gewährt;
was zu komplex, in Sicht zu lange,
der Artenvielfalt Welt-Belange,
sie bleiben dabei ungehört.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Monopoly

Als Kind Monopoly gespielt,
jonglierend mit Millionen,
Besitzes Macht dabei gefühlt
und lässig andre weggespült;
Investment sollt‘ sich lohnen.

Und später dann als Broker
Milliarden hin und her bewegt,
gewonnen manchen Poker,
ob mit ob ohne Joker;
das Kapital vermehrt, gehegt.

Den Börsencrash auch mit entfacht,
doch in dem Club, verschworen,
er wieder weiter unbedacht
die Spielchen mit dem Gelde macht,
das andern geht verloren.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Klatschmohnwiese

Es leuchtet in den Wiesenwogen
der Klatschmohn, dessen Feuertanz
die Bienen, Käfer angezogen
mit seinem roten Blumenglanz.

Hingebungsvoll im Sonnenlicht
sich schmiegen dort in zartem Kleid
die Blüten aneinander dicht
und wiegen sanft sich wiesenweit.

Auch Sauerampfer, Knabenkraut,
die Glockenblume, weißer Klee,
sie blühen dort mit ihnen traut
und schaukeln in der Gräser – See.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Sommerreife

Der Sommer strahlt und zieht durchs Land,
verliebt in Wachsen, Werden,
und fördert hier mit warmer Hand,
was fruchten will auf Erden.

Schon glänzen Kirschen rot am Baum,
die Sonne lässt sie reifen.
Das Vogelkind entwächst dem Flaum,
mag durch die Lüfte streifen.

Es schwingt sich auf in Himmels Blau,
beflügelt‘, junges Leben,
und darf dort sanft in klarer Schau
im Sonnenlichte schweben.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Beschaulicher Sommermorgen

Sanft rötet sich der Horizont im Osten
und frühe Vögel grüßen froh den Tag.
Als Morgenwachen sind sie auf dem Posten
und singen, zwitschern hell in Feld und Hag.

Vom Fluss herüber trägt ein leichter Wind
Motorgeräusche, Schiffe, die nun fahren,
nachdem sie zeitig schon gestartet sind
vom Hafen-Kai, wo sie zum Löschen waren.

Ich sitz‘ auf der Terrasse still am Tisch,
mag auch den Sonnenaufgang jetzt begrüßen,
die Tasse Tee hier trinken; ganz für mich
darf ich dies‘ Tagen hier beschaulich grüßen.

Schau nun gelassen in den neuen Tag
und sorg‘ mich nicht, was er noch bringen mag.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Sommer-Sonntagmorgen

Still träumt der Sommer-Sonntag in den Morgen;
ein zarter Nebelhauch streift See und Moor.
Die Sonne, hinterm Berg noch fast verborgen,
lugt golden strahlend aus dem Dunst hervor.

Sie hat die frühen Vögel schon geweckt;
nun grüßen sie mit hellem Jubilieren,
als hätten sie das Leben neu entdeckt,
um sorglos singend froh zu triumphieren.

Dem Heiderauch entwächst ein lichtes Tagen,
allmählich zeigt der Himmel sich in Blau,
und du als Wandrer hier vergisst das Fragen,
fühlst dich verwoben in die sanfte Schau.

Dich zieht in Bann die Schönheit der Natur,
erlebst andächtig Gottes Kreatur.

© Ingrid Herta Drewing,2013