Archive for the Category Wetter

 
 

Unwetter

Nun wird es bald aus grauen Wolken brechen,
hier dies’ Gewitter, wofür Schwüle spricht;
lässt Donner krachen, grelle Blitze sprechen,
und Regen prasseln laut in fahlem Licht.

Jetzt tobt sich aus geballte Energie.
Am Himmel zeichnen Blitze ihre Adern;
im Zickzack gleißend dort, vollführen sie
ein Gruselschauspiel, hell in ihrem Hadern.

Die Wolke hochgeschnellt in Eisregionen,
milliardenfach nun Hagelbälle speit.
Selbst dort, wo du geborgen glaubst zu wohnen,
bist du vor den Geschossen nicht gefeit.

Zerstören Dächer, auch Automobile,
der Feldfrucht Halme knicken sie im Sturm.
In dem chaotischen Wettergewühle
fühlst du dich machtlos wie ein kleiner Wurm.

Und atmest frei erst, wenn der Spuk beendet,
der Himmel endlich klart auch wieder auf,
die Sonne ihre warmen Strahlen sendet,
der Tag nimmt wieder seinen ruhigen Lauf.

Ingrid Herta Drewing

Wetterkapriolen

Nun spielen hier verrückt die Jahreszeiten.
Der Frühling kam als Sommer jüngst daher,
und jetzt im Juli zeigt das Wetter Seiten,
als ob der Herbst schon angekündigt wär’.

Mich würde es nicht wundern, wenn der Winter
hier im September schritte eisig aus,
und im Dezember Frühling, gleich dahinter,
uns grünend zeigte hellen Blütenflaus.

Im Umbruch scheint das Weltenklima wohl;
vielleicht verschleiert Asche der Vulkane
(viel Wasser kondensiert am Aerosol)
auch momentan nur was am Wetterplane.

Wie auch das Wetter hier nun immer sei,
wir schauen, stehen machtlos nur dabei.

Ingrid Herta Drewing

Grauer Sommersonntag

Wie grau doch dieser Sonntagshimmel blickt,
da wirkt sogar der Amselhahn geknickt,
der dort hoch auf dem Dachfirst sitzt und schaut,
wohl seinem eignen Flöten heut’ misstraut.

Es ist fast still, nur einer Taube Gurren
klingt guttural aus weiter Ferne her,
und schläfrig ruft des schwarzen Katers Schnurren
Dornröschenstimmung, hundertjährig’, her.

Das mag man nicht als Sommer hier benennen,
obwohl der Pflanzen Grün dagegen hält.
Es fehlt das Lächeln; Leichtigkeit erkennen
wir heute kaum in unsrer kleinen Welt.

Jedoch wir wissen, auch dies’ wird wohl enden,
bald streifen Sonnenprinzen durch ’s Gelände.

Ingrid Herta Drewing

Gewitter

Und es wachsen Wolkenberge,
türmen weiß sich himmelan.
Sie umzingeln Hochhauszwerge,
und verbergen Sonne dann.

Bald färbt sich der Himmel grau,
dräut in schwefelgelben Streifen.
Und der Wind stürmt rasend, rau,
wütend will er alles greifen.

Drohend grelle Blitze zucken,
und der Donner dröhnend rollt,
ängstlich kleine Vögel gucken,
als der Hagel prasselnd grollt.

Laut tobt das so eine Weile,
dann wird ’s wieder hell und still,
bis hoch auf der Dachfirstzeile
eine Amsel ohne Eile
süß ihr Liedchen singen will.

Ingrid Herta Drewing

Wolkenparade

Da treiben die dicken Wolken dahin
wie eine Herde von Elefanten,
hintereinander, die grauen Tanten;
sie haben wohl heut‘ nur Regen im Sinn.

Und bald schon prasselt es laut auf die Fläche.
Es rauscht über Dächer, es stürzt, und es platscht.
Die Flüsse schwellen, es reißen die Bäche,
und im Morast blubbert bräunlich der Matsch.

Hell glucksend füllt sich die Regentonne
und darf der Erfüllung entgegen sehen.
In Trockenzeiten, beherrscht von Sonne,
wird sie dann für Gartenglück wohl einstehen.

Vorbei ist der Regen, der Himmel wird blau,
nur ein paar weiße Wölkchen dort gleiten,
die nun noch die Sonne zur Abendschau
in ihrem Glanz durch die Lüfte geleiten.

Ingrid Herta Drewing

Regengruß

Schon äugt die Sonne aus den Wolkenwänden,
aus denen noch ein leichter Regen fällt.
Die Pflanzen strecken ihre Blätterhände
ins Nass, das frisch erquickt die grüne Welt.

Und auch die Vögel finden sich nun munter
zum Trinken an der Vogeltränke ein.
Der Regen geht, vom Dache tropft es runter,
stimmt in Synkopen ab den Abschied fein.

Ingrid Herta Drewing

Wassermangel

Es warten auf den Frühlingsregen
schon lange Wiesen, Wald und Feld.
Zu trocken ist es, Sonnensegen
hat wochenlang sich eingestellt.

Nun darben Pflanzen, in den Wäldern
herrscht schon wie sommers Brandgefahr.
Die Bauern wässern künstlich Felder,
staubtrocken liegt die Erde.

Der Pegel vieler Flüsse ist
so niedrig wie sonst selten.
Die Schifffahrt fast erliegen müsst;
auf Regen hofft Rheinfelden.

Am Deutschen Eck in Koblenz dort
ist flach der Rhein, ein Meter
der Wasserstand; man quert vor Ort
den Rhein hier bald per Pedes.

Mag Mai doch endlich Regen bringen,
nachholen, was April versäumt,
damit die Quellen, Bäche springen,
die Tier- und Pflanzenwelt schön träumt!

Ingrid Herta Drewing

Aprillaunen

April mit seinen Wetterlaunen
hat uns nun wieder fest im Griff.
Die Blütenkinder lernen staunen,
wenn er den Schneepelz um sie wirft.

Verloren lugt das kleine Veilchen,
ein zart’ Gesichtchen, aus dem Schnee.
Es feierte doch vor ’nem  Weilchen
noch Frühlings Ankunft in der Höh’.

Der Berg, jetzt ganz in Weiß gehüllt,
sieht dräuen furchtbare Gewitter.
Es blitzt im Tal, der Donner brüllt.
Jungvögel ängstlich nun erzittern.

Doch morgen mag es anders sein;
dann bleckt vielleicht die Sonne heiß,
lädt golden in den Frühling ein
und leckt schnell weg das Winterweiß.

Ingrid Herta Drewing

Tief

Von Westen naht ein Tief,
erreicht uns dann am Morgen;
so hieß es, und ich schlief,
und macht’ mir keine Sorgen.

Doch war das Tief recht schnell,
obwohl es Sandra hieß,
mit Sturm, Gewitter-Höll’
und Regen es verstieß
gegen Prognose-Sprüche,
und hatt’ dann in der Nacht
die Straßen, Keller, Küche
mit Wasser reich bedacht.

Nun hilft mir auch kein Mantra,
und alles wegen Sandra!

Wetterbilanz

Grau wie das Schieferdach hängt hier der Himmel,

die Wolken haben heuer Konjunktur

und halten sich dort oben dicht wie Schimmel,

verwaist in Trübsal ist die Sonnenuhr.

Sogar die Zeit scheint hier nun still zu stehen.

Nur wenn die Nacht kommt, wird dir vielleicht klar,

dass dieser Pseudotag zu End’ mag gehen,

du siehst, auch Mond und Sterne sind nicht da.

In Uniform geht es einher, dies’ Jahr

mit militanten Stürmen, Regengüssen,

kaum Frühling, Sommer, Herbst, nur Nebelschar

beherrscht das Land und auch den Lauf der Flüsse.

Der Winter könnte es in Weiß noch krönen,

doch kommt auch er uns meist im Einheitsgrau.

So bleibt nur Sehnen nach der Sonnenschöne

und einem lichten, klaren Himmelsblau.

Ingrid Herta Drewing