Im Grünen
Der Blauregen wirft
schwungvoll Pflanzenseile aus,
sucht den Kletterhalt.
Grüne Efeuwand,
Zuhause vieler Vögel,
mir Augenweide.
Und vor den Häusern
grüßen blühende Gärten,
schönes Straßenbild.
Ingrid Herta Drewing
Der Blauregen wirft
schwungvoll Pflanzenseile aus,
sucht den Kletterhalt.
Grüne Efeuwand,
Zuhause vieler Vögel,
mir Augenweide.
Und vor den Häusern
grüßen blühende Gärten,
schönes Straßenbild.
Ingrid Herta Drewing
Auf silberfarbenen Flügeln
schwebt sanft der Morgen ins Land;
und Helios ergreift die Zügel.
Die Macht der Nacht ist gebannt.
Die Nebel schwinden, die Erde,
geziert von der Tauperlen Licht,
erstrahlt nun in neuem Werden,
das hell aus den Blüten spricht.
Und lieblich ertönt ein Singen,
der Vögel munterer Chor.
Die Welt beginnt klar zu klingen,
blickt freudig zum Himmel empor.
Ingrid Herta Drewing
Es tragen die alten Bäume
in ihrem zerfurchten Gesicht
vergangener Zeiten Träume
von weiten, hellen Räumen
und Tagen in goldenem Licht.
Der flirrenden Sommer Grünen,
das Herbstrot, ein Flammenmeer,
der Schnee auf Winterbühnen,
berauschendes Frühlingssühnen
irrlichtern noch immer umher.
Und manchmal hörst du es raunen,
dann flüstern die Wipfel leise:
„Vergiss deine Hast, die Launen,
erlerne wieder das Staunen,
wir werden den Weg dir weisen!“
Ingrid Herta Drewing
Lupinenkerze, Blütenkolonie,
wächst hin zum Himmel, lange Zeit erwartet
Gleich Schmetterlingen zeigst du uns das Zarte.
in deiner blauen Blüten – Sinfonie.
Doch kaum hast du die helle Pracht entfaltet,
wachsen am Stängel schon der Früchte Schoten
im weichen, grünen Pelz, der zu Gebote.
Es scheinen die Gefahren ausgeschaltet.
Wie sorgsam schützt du so das neue Leben.
Dein Same kann die Jahre überdauern,
um dann, wenn Hindernisse nicht mehr lauern,
erneut ergrünend hin zum Licht zu streben.
Schon äugt die Sonne aus den Wolkenwänden,
aus denen noch ein leichter Regen fällt.
Die Pflanzen strecken ihre Blätterhände
ins Nass, das frisch erquickt die grüne Welt.
Und auch die Vögel finden sich nun munter
zum Trinken an der Vogeltränke ein.
Der Regen geht, vom Dache tropft es runter,
stimmt in Synkopen ab den Abschied fein.
Ingrid Herta Drewing
Am Himmel zarte Cirruszeichen,
die leicht der Wind getuscht ins Blau
und überm Wäldchen, bei den Eichen
erstrahlt die Sonne, küsst die Au.
Und ihre gleißend hellen Strahlen,
sie tanzen silbern auf dem See,
Milliarden Diamanten malend,
die funkelnd schimmern in die Höh’.
Geblendet steh’ ich am Gestade
im warmen Sommermorgenlicht;
vor mir die Schwanenpaar-Parade,
aus deren Gleiten Anmut spricht.
Ingrid Herta Drewing
Ein Stoßtrupp Mauersegler zieht,
schwirrt schreiend durch der Straße Schlucht,
gleicht einer Horde, die entflieht
sich rettend hier durch schnelle Flucht.
Jedoch sind sie die Jäger, wilde,
verfolgen der Insekten Spur.
Doch hoch am Himmel schweben milde
sie auch, wie Wunder der Natur.
Für mich sind sie der Wärme Boten.
Wenn ich sie endlich dann erblick’,
weiß ich, er kommt auf leisen Pfoten:
Der Sommer meldet sich zurück.
Ingrid Herta Drewing
Geschäftig sind die Amseln, Finken, Schwalben;
sie fliegen, schwirren hier in schnellem Flug,
nur eine Ringeltaube allenthalben
thront hoch auf dem Kamin, ist sich genug.
Wie einst Diogenes stört sie sich nicht
an dem Gewusel, das die andern treiben,
genießt der Sonne warmes Morgenlicht
und mag, gemütlich ruhend, sitzen bleiben.
Nur ab und zu ein Gurren, guttural,
schickt sie als Botschaft rhythmisch aus.
Die Antwort folgt von fern, von Mal zu Mal.
Es grüßt die Taube auf der Nachbarn Haus.
Wie Wächter wirken sie, man mag vertrauen,
dass sie besonnen nach Gefahren schauen.
Ingrid Herta Drewing
Hier spürst du schon des Sommers Weben;
er hat die Boten uns geschickt:
Die Mauersegler, die hier schweben
und schwirren, helle Laute geben,
verkünden, dass er ist zurück.
Des Frühlings Blütenbäume haben
nun abgelegt ihr weißes Kleid.
Der Kirsche runde, grüne Gaben
versprechen, uns recht bald zu laben
in ihrer süßen Früchte Zeit.
Der Sonne gleißend helles Strahlen
beherrscht den Tag die Wärme wächst.
Man möcht’ sich gern am Strande aalen,
denn schon bereitet Hitze Qualen,
die Trockenheit, es scheint verhext.
Da wartet man und ruft nach Regen,
den dann auch ein Gewitter bringt.
Den Landwirt freut der nasse Segen,
der seine Pflanzen auch mag hegen,
damit die Frucht wächst und gelingt.
Ingrid Herta Drewing
Sanft erstes Licht die Berge talwärts fließt,
lässt sie erhellt im Morgengolde schimmern,
Das Leben neu erwacht und sich ergießt
in eines warmen Frühlingstages Flimmern.
Leicht dort im Aufwind fliegen Kranichscharen
nach kurzer Rast in Richtung Norden hin,
sie lassen hoch sich über Berge tragen
und folgen jubelnd ihrem Heimatsinn.
Doch sesshaft jene Bienenfresser bleiben,
am Steilhang Röhren bauend überm Fluss
für ihre Brut; doch Nattern Schläue zeigen,
sie winden sich hinab zum Ei-Genuss.
Und ganz hoch oben Gänsegeier kreisen,
als Todeserben, die im Leben reisen.
Ingrid Herta Drewing