Der Pelzmantel

Es wollt‘ Elena Fox mitnichten –
gewöhnt an Luxus, Pomp und Glanz –
auf einen schönen Pelz verzichten.

Drum bat sie Ihren Mann, den Franz,
im Wald die Tiere abzuschießen,
für ihres Mantels Eleganz.

Schwarz-Weißer Look sei zu begrüßen,
sie denke da an Skunk, dies Fell,
sie schätze ja die kleinen Süßen.

Der Franz als Jäger war zur Stell,
erfüllte ihre Wünsche ganz,
erschoss zwölf dieser Tiere schnell.

Ein Kürschner nahm die Fellsubstanz
und fertigte den Mantel an;
dem Leid des Tiers galt Ignoranz.

Die Frau ihr Prachtstück so gewann.
„Ich mit Brillanz mich präsentier’“,
hofft‘ auf dem Fest Applaus sie dann.

Hochmütig schritt sie durch die Tür;
doch alle gingen auf Distanz:
„Oh nein, da kommt ein schlimmes Tier!

Was soll denn dieser Firlefanz?“
Elena erntete nur Spott:
„Gebt acht auf dieses Stinktiers Schwanz!“.

Und laut ertönt‘ ein Lach-Komplott,
drum stürmt die Skunk-Frau aus dem Saal.
Ihr Mantel war nicht flott, nur Schrott.

Bemerkte sie, erkannt‘, noch fahl,:
Man sollt‘ solch Lehre nicht brüskieren –
in Zukunft ein für allemal –
„Kein Mensch trag‘ Pelze von den Tieren,
denn deren Tod ist nicht banal!“

© Text:  Ingrid Herta Drewing
Foto: Pixabay

Schwarze Löcher

Weit im All die Galaxien
kreisen um ein Schwarzes Loch;
massenreich mag Schwerkraft ziehen
alles hin, bestimmt das Joch.

Auch auf Erden noch und nöcher,
so wie unlängst in Schmalkalden,
gibt es tiefe, schwarze Löcher,
die als Erdfall plötzlich walten.

Doch hier ist es nicht der Massen
Schwerkraft, die einstürzen lässt;
unterirdisch Lücken klaffen,
weil Gips, Salz nicht wasserfest.

Dort, wo in der Erde Schichten
Kalke, Salze angehäuft,
höhlt das Wasser aus die dichten
Teile, wenn es durch sie läuft.

Weltweit gibt ’s das Phänomen
überall zu finden noch;
auch im Meeresboden seh’n
wir das „Große Blaue Loch“.

© Text: Ingrid Herta Drewing
Fotos: Pixabay

Wunschtraum

Ach, könnte ich Flügel ausbreiten
und schweben in goldenem Licht,
bevor sich die Schatten hier weiten,
den Tag tief ins Dunkel geleiten,
den Abschied verkünden,Verzicht.

In himmlischem Blau dort verweilen,
versäumen Furcht, Sorge und Leid
mit Träumen in Höhen enteilen,
wo Phantasie schreibt die Zeilen,
in Freude zeigt Leben und Zeit.

Ein Wunschtraum ist ’s wohl, es bestehen
mir Grenzen auf Erden zuhauf.
Den Himmel vermag ich zu sehen,
doch fern aller kühnen Ideen
bleibt irdisch mein Leben im Lauf.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Herbstmittag

Wie mild der Wind die Wipfel will bewegen,
wie friedlich still der Tag im Mittag lebt!
Nur seidenleicht ein feiner Blattgoldregen
in zartem Tanze aus den Bäumen schwebt!

Als ob Natur, hier feiernd, zelebriere
ein Abschiedsfest, das allem Schönen gilt,
sie sich noch einmal üppig nun erküre
die Farbenpracht, die licht die Landschaft füllt.

Sterntalermärchen, lind die Blätter schweben,
ich schau hinauf, als führ’ ich himmelwärts,
und fühle mich verzaubert, leicht mein Leben
an diesem himmelblauen Tag im Herbst.

© Foto u.Text/ Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Am Warmen Damm, Gingko

Sonnenuntergang im Herbst

Der Tag klingt aus, des Abends lange Schatten
nun greifen nach dem Land, das Sonne trinkt,
die noch den Himmel rötet im Ermatten
und zärtlich, sanft der Nacht entgegen sinkt.

Das wundersame, warme, rote Fluten
verleiht der Landschaft dieses Zauber-Schimmern,
und auch des Herbstes helle Feuergluten
hier leuchtend in der Bäume Blattgold flimmern.

Als sänge da das Leben, Farben trunken,
zum Abschied uns sein allerschönstes Lied,
damit wir, wenn im Nebel es versunken,
bewahren seine Schönheit im Gemüt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Herbstgeschenk

Leuchtende Farben
das Laub der Büsche, Bäume,
Wilden Weins Feuer.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Blick vom Nerotal aus

Herbstbilder

Mag sich der Herbst nun deutlich doch bequemen
und seine Pflicht erfüllen hier im Rund,
als Maler flugs jetzt seinen Pinsel nehmen,
der Büsche, Bäume Blätter färben bunt.

Den Tag dem Morgennebel ganz entwinden,
dass golden hell erstrahl‘ der Sonne Schein.
Die Früchte der Natur gilt’s aufzufinden,
Eichhörnchen sammelt Eicheln, Nüsse ein.

Aus grünem Stachelbett Kastanien fallen.
Das Kind birgt sie als Schatz in seiner Hand;
im Mahagoni-Glanz die kleinen Ballen
sind ihm für’s Basteln schönes Unterpfand.

Wird bald auch welkes Laub den Boden decken,
wo jetzt noch lilafarben Astern blüh’n,
darf sich der Igel doch darin verstecken,
so für den Winterschlaf Quartier bezieh’n.

Ich sehe Kraniche nach Süden fliehen,
mein Sehnsuchtsblick begleitet ihre Spur,
und weiß, die Glücksmomente sind geliehen
im großen Lebenskreislauf der Natur.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Herbstwald

Schwingende Saiten,
der Bäume Farbgesänge,
Poesie, wortlos.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nerotal

Aster Novae Angliae

Dein grünes Filigrangefieder
entfaltete sich lange Zeit,
und nun, da herbstlich grüßt das Jahr
bist du, noch grünend, wunderbar
zu erstem Blühen still bereit.

Ich stehe staunend hier
und frag’ mich immer wieder:
Was wirkt in dir?
Wer komponiert die Lieder,
die nun zur rechten Zeit,
da vieles schweigt, gesungen?
Wer hieß dich warten,
gab das Stichwort: Sei bereit
und schließt den Vorhang,
wenn der letzte Ton verklungen?

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Aster Novae Angligae

Dein grünes Filigrangefieder
entfaltete sich lange Zeit,
und nun, da herbstlich grüßt das Jahr
bist du, noch grünend, wunderbar
zu erstem Blühen still bereit.

Ich stehe staunend hier
und frag’ mich immer wieder:
Was wirkt in dir?
Wer komponiert die Lieder,
die nun zur rechten Zeit,
da vieles schweigt, gesungen?

Wer hieß dich warten,
gab das Stichwort: Sei bereit
und schließt den Vorhang,
wenn der letzte Ton verklungen?

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing