Sommermorgen auf dem Balkon

Dies himmlisch Blau mit Sahnehäubchen!
Ein Sommertag erblüht im Licht
der Sonne, und es tanzen Stäubchen
in jedem Strahl, der gleißend spricht.

Hoch auf dem Dach die Ringeltaube
stimmt an tief gurrend ihren Ruf.
Ihr Partner grüßt von ferner Gaube,
im Klang, den ihm der Schöpfer schuf.

Der Mauersegler muntres Sirren,
begleitet ihre schnellen Flug,
wenn sie durch Häuserschluchten schwirren
auf dem Insektenbeutezug.

Ich sitz‘ in meiner grünen Loge,
genieß‘ dies Schauspiel, Blumenduft
ergänzt der Vögel Freud-Eloge
hier in der warmen Sommerluft.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Signal

Die Konsumtempel,
Kult in riesigen Stadien
erinnern an Rom.
Brot und Spiele, Dekadenz
vor des Reiches Untergang.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Abgehoben

„Du bist arm? Sei froh,
denn Reichtum macht nicht glücklich!“,
sagen die Reichen,
verkriechen sich in Burgen
geschützter Annehmlichkeit.

„Wer will,kriegt Arbeit!
Er muss sich nur verdingen
im Ein-Euro-Job.“
Angebot und Nachfrage
erklärt zum Naturgesetz.

Marktmacht-Religion;
die Neoliberalen
und Plutokraten,
sie lenken, stellen Weichen,
und das Gemeinwohl entgleist.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Sommerrolle

Der Herbst souffliert der Landschaft wohl den Text.
Sie spielt die Sommerrolle hier beklommen;
an manchen Tagen, neblig, grau, verschwommen,
erscheint ihr fast das Bühnenbild verhext.

Sie müht sich tapfer, weiß der Vorhang fällt
noch nicht so bald; so gilt es, gut zu spielen.
Das Publikum, dem sonst das Stück gefällt,
sieht sie jedoch als Ahnungslose schielen.

Wie kann sie nur des Sommers Part vergessen?
Er lautet: Himmel blau und Sonnenschein.
Dies liegt zwar auch im herbstlichen Ermessen,
doch viel mehr Wärme und Gefühl muss sein.

Ich hoff’, ihr Schwächeln wird vorüber gehen,
sodass wir sie hier noch brillieren sehen.

© Ingrid Herta Drewing

Sommerbild

Als habe er die Jahreszeit vergessen,
so dümpelt dieser graue Tag dahin,
obwohl der Bäume Grün doch lässt ermessen,
dass die Natur noch schwelgt im Sommersinn.

Da sind uns Labsal vieler Kräuter Düfte,
Basilikum, Lavendel, Rosmarin.
Der Sommerblumen Hauch durchdringt die Lüfte,
betörend auch die Sterne des Jasmin.

Es ist August, bald wird im Lichte schwärmen,
was vor dem Regen sich verborgen hat.
Das Sonnengold wird uns wohl wieder wärmen,
bevor im Herbst die Blätter fallen matt.

Die Sonnenblumen hier noch hell erstrahlen
und leuchtend sich in unsren Alltag malen.

© Ingrid Herta Drewing

Sonnenuntergang

Der Abend mag den Tag vollenden,
in goldner Glut die Sonne sinkt,
bemalt in feuerroten Bränden
den Himmel,der im Meere blinkt.

Am Horizont dies‘ zärtlich‘ Grüßen,
bevor das Land ins Dunkel fällt,
als solle Abendrot versüßen
den Abschied hier der kleinen Welt.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Hochsommer-Idylle

Gefächerte Jalousien
zerlegen der Sonne Licht,
die nach dem Morgenglühen
helles Tagen verspricht.

Noch weilt hier Kühle im Zimmer,
die sanfte Gabe der Nacht,
bis mittags Hitzegeflimmer
heizt auf, was weilt unterm Dach.

Im Freien lockt dich der Schatten
der Bäume, das Bad im See,
darfst dann, erfrischt nach Ermatten,
dich ausruhen hier im Klee.

Du träumst, beschaulich die Stille,
nur leises Immengesumm.
Dein sonst so bemühter Wille
genießt des Pan Zeit nun stumm.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Hoffnung auf Sommer

Ein Regengrau lässt sich hier nieder;
kühl ist es, und kein Vogel singt.
Vorbei die Zeit der Sommerlieder,
ist’s das, was der August noch bringt?

Ich hoff‘, der Sommer macht nur Pause
und kehrt zurück mit neuer Kraft;
die Sonnenblumen vor dem Hause
steh’n noch erwartungsvoll im Saft.

© Ingrid Herta Drewing

Intermezzo

Der Himmel grau, es regnet, wie ersehnt,
ein Balsam für die angesengten Fluren.
Nur leider sind auch, herbstlich angelehnt,
zu tief bei Tag und Nacht Temperaturen.

Gemäßigt nennt sich unsre Klimazone.
Jedoch zeigt sie zu oft uns jetzt Extreme:
Hitze und Stürme; auf dem Wetterthrone
nistet sich quälend ein das Unbequeme.

Die Leichtigkeit des Sommers, die wir lieben,
wird durch den Wettertanz uns fast vergällt.
Nun gilt es wohl Gelassenheit zu üben,
bis wieder warm der Sommer sich einstellt.

Vielleicht ist’s ja ein Intermezzo nur,
und bald erstrahlt im Licht die Sonnenuhr.

© Ingrid Herta Drewing

Verregneter Urlaub

Es fegt der Regen über Land,
nässt Wiese, Wald und Garten.
Die Regentonne gluckernd fand
sich übervoll, ihr Wasserstand
vergass es abzuwarten.

Nun sprudelt es, der kleine Teich
ist fast zum See geworden.
Der Goldfisch schwimmt im Blumenreich,
und die Gladiolen fallen bleich
bei Wassers Überborden.

So war mein Urlaub nicht geplant,
wollt die Natur genießen.
Jedoch wie es mir deutlich schwant,
fällt das ins Wasser, ungeahnt
will alles weg nun fließen.

Noch bleibt mir hier die Flucht ins Buch.
Die Phantasie darf schwingen,
besiegen jenen nassen Fluch.
Gehüllt in wohlig warmes Tuch,
mag sanft mein Glück mir singen.

© Ingrid Herta Drewing,2016