Archive for the Category Besinnliches
Vergänglich, auf des Tages Blatt geschrieben,
dem Schatten dieses Lebens auf der Spur,
ein stetes Kreisen, Sprechen, Schreiben, Üben
sind wir ja meistens Epigonen nur.
Wir nehmen unser Reden viel zu wichtig.
Das Wort wird uns zum Weihrauch, der gefällt,
und dennoch ist doch manches gar zu nichtig,
was uns beschäftigt und in Atem hält.
Von vielem, was gesagt im Sonnenlicht,
mag vielleicht bleiben nur ein zart‘ Gedicht,
das wer an einem Frühlingstag geschrieben,
erfüllt von reinem, grenzenlosem Lieben.
Denn Liebe, die in ihrem Wesen wahr’,
berührt , bewegt uns, wir erfühlen ’s klar.
Ingrid Herta Drewing
Juni 15th, 2011 | Besinnliches, Liebe, Vanitas | Tags: Gedicht, Gefühl, Liebe, Wahrheit | 0 Comments
Wäre ich eine Rose,
blühend im Sommerrot,
schützten mich
Sonne und Regen,
nähmen drohende Not.
Käme ein Schmetterling,
wäre zu Gast,
frei aller Last,
sanft in des Mittags Licht
zartes Blütengesicht.
Und keine Hast
würde mein Leben ergreifen.
Ohne Warum
würde ich wachsen
und reifen.
Ingrid Herta Drewing
Juni 13th, 2011 | Besinnliches | Tags: Bewusstsein, Blüte, Leben, Rose | 0 Comments
So flüchtig wie die Wolke ist das Leben.
Noch eben schwebend hoch in Himmels Blau,
türmt sie sich auf, Gewitter wird es geben,
was vordem weiß, verschwindet ganz im Grau.
Sich dann im Hagel, Regen zu verschwenden,
bis wieder Sonne hell am Himmel bleckt,
und in den Wassern sich zur Erde wendend,
vielleicht im Regenbogen noch entdeckt.
So wandelt alles sich in stetem Werden
und Enden, hier im Kreislauf der Natur.
Auch wir sind doch nur Gäste hier auf Erden
und hinterlassen unsre kleine Spur.
Ingrid Herta Drewing
Juni 12th, 2011 | Besinnliches, Leben | Tags: Leben, Mensch, Vergänglichkeit, Wolke | 0 Comments
Nicht Mauer sein, nicht Wall, der alles trennt,
die Tür sein, die in Freiheit, Weite führt,
die Brücke, die verbindet, was getrennt,
ein Mensch sein, den die Nächstenliebe rührt.
Nicht Feuer sein, im Wahn die Welt zerstörend;
doch Frühlingsregen, der die Erde netzt,
sie hegend, auf des Lebens Stimme hörend,
der Sonne gleich, die sie ins Blühen setzt.
Mit wachen Augen durch das Leben gehen
und Fehler nicht nur bei den Andern sehen,
von Eitelkeit geblendet und gehemmt.
Sich nicht im Starrsinn dumpf ums Ego drehen,
versuchen, andre Menschen zu verstehen,
erscheinen sie zunächst auch noch so fremd.
Ingrid Herta Drewing
Juni 12th, 2011 | Besinnliches, Glauben | Tags: Brücke, Nächstenliebe, Toleranz, Umweltbewusstsein, Verständnis | 0 Comments
Glaubst du ernsthaft, dass es nur die Leere gibt
und das Ich, gezeichnet, nur sein Leben schreibt,
dass uns wirklich niemand außer uns auch liebt
dass von uns einmal nur graue Asche bleibt?
So wie alle Sterne, die verglühen,
noch nach Jahren Licht ins All aussenden,
mögen wir in unserem Bemühen
unsre Tage leben und verschwenden?
Ist dies alles wirklich nur ein kurzes Spiel:
Leben, Liebe, Leiden, Nehmen, Geben,
wir unkundig, ohne Wissen, Weg und Ziel
tausendfach uns in der Welt verwebend?
Nein, ich glaube, dass uns Gottes Gnade, Geist
seinen Weg in Jesus Christus liebend weist.
Ingrid Herta Drewing
Juni 11th, 2011 | Besinnliches, Glauben | Tags: Christus, Gott, Leben, Lebensinn, Tod, Vergänglichkeit | 0 Comments
Es tragen die alten Bäume
in ihrem zerfurchten Gesicht
vergangener Zeiten Träume
von weiten, hellen Räumen
und Tagen in goldenem Licht.
Der flirrenden Sommer Grünen,
das Herbstrot, ein Flammenmeer,
der Schnee auf Winterbühnen,
berauschendes Frühlingssühnen
irrlichtern noch immer umher.
Und manchmal hörst du es raunen,
dann flüstern die Wipfel leise:
„Vergiss deine Hast, die Launen,
erlerne wieder das Staunen,
wir werden den Weg dir weisen!“
Ingrid Herta Drewing
Juni 8th, 2011 | Besinnliches, Natur | Tags: Bäume, Erfahrung, Leben, Schöpfung | 0 Comments
Da fliegt ein Jet kühn durch den Tagesmond
und bindet ihn an einen weißen Streifen.
Das Bild, das sich mir zeigt, recht ungewohnt,
ich mag es hier so visuell begreifen.
Jedoch sehr bald sind beide schon getrennt,
und das Kondenz – Band löst sich gänzlich auf.
Was mir mein Auge als verbunden nennt,
fand dennoch nie gemeinsam seinen Lauf.
So täuscht oft vieles unsren Erdenblick.
Es lohnt sich immer lange hinzusehen,
bevor wir schnell besiegeln ein Geschick
und leichtfertig gar in die Irre gehen.
Denn manches ist nicht so, wie es uns scheint;
was außen lacht, vielleicht im Innern weint.
Ingrid Herta Drewing
Juni 7th, 2011 | Besinnliches, Fabeln und Parabeln | Tags: Jet, Kondenzstreifen, Mond, Täuschung | 0 Comments
Lupinenkerze, Blütenkolonie,
wächst hin zum Himmel, lange Zeit erwartet
Gleich Schmetterlingen zeigst du uns das Zarte.
in deiner blauen Blüten – Sinfonie.
Doch kaum hast du die helle Pracht entfaltet,
wachsen am Stängel schon der Früchte Schoten
im weichen, grünen Pelz, der zu Gebote.
Es scheinen die Gefahren ausgeschaltet.
Wie sorgsam schützt du so das neue Leben.
Dein Same kann die Jahre überdauern,
um dann, wenn Hindernisse nicht mehr lauern,
erneut ergrünend hin zum Licht zu streben.
Juni 6th, 2011 | Besinnliches, Natur, Pflanzen | Tags: Blüte, Leben, Lupine, Same | 0 Comments
Ein kleines, weißes Wölkchen schwebt,
wirkt fast verloren dort im Blau,
als hätt’ der Wind es hier verlegt
auf dieses weiten Himmels Au.
Die Sonne lässt es nicht gewähren,
ergreift es mit der Strahlen Kraft
und löst es auf, ihr soll gehören
der Himmel, den sie hell begafft.
So geht es vielen, denn die Macht
hat nicht nur in Natur das Sagen.
Wer sich nicht wehren kann, weil schwach,
kann sich oft nicht einmal beklagen.
Ingrid Herta Drewing
Juni 5th, 2011 | Besinnliches | Tags: Gewalt, Himmel, Machtlosigkeit, Sonne, Wölkchen | 0 Comments
Am Himmel zarte Cirruszeichen,
die leicht der Wind getuscht ins Blau
und überm Wäldchen, bei den Eichen
erstrahlt die Sonne, küsst die Au.
Und ihre gleißend hellen Strahlen,
sie tanzen silbern auf dem See,
Milliarden Diamanten malend,
die funkelnd schimmern in die Höh’.
Geblendet steh’ ich am Gestade
im warmen Sommermorgenlicht;
vor mir die Schwanenpaar-Parade,
aus deren Gleiten Anmut spricht.
Ingrid Herta Drewing
Juni 4th, 2011 | Besinnliches, Natur, Sommer | Tags: Beschaulichkeit, Morgen, Schwäne, See, Sommer, Sonne | 0 Comments