Frühsommerträume

Ein sanfter Wind, ein Flüstern, leise,
das hier im Licht des Mittags singt,
als spiele Pan die leichte Weise,
die in den hohen Wipfeln schwingt.

Fast zeitlos, weiß zwei Wölkchen schweben
im blauen Himmelsmeer dahin,
als trügen sie zwei reine Leben,
ein zärtlich‘ Paar im Liebessinn.

Ich sitz‘ im Schatten alter Bäume,
genieß des Sommers weiten Blick,
zieh‘ sinnend mit, verwebe Träume
mit meinem irdischen Geschick.

Fühl‘ mich umarmt, es schenkt Natur
mir nun den Raum zum Innehalten,
und gerne folge ich der Spur
hin zu poetischem Gestalten.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Frühsommer -Impressionen I

Mohnfeuer leuchten in den Wiesen,
und Sommer summt sein Liebeslied;
ein leichter Wind die Gräser wiegt.
An Baches Ranft ein golden Grüßen;
der Hahnenfuß hier hell erblüht.

Und dort am See die Weiden neigen
zum Wasser hin ihr grünes Haar;
geschützt das Nest, ein Schwanenpaar,
das sich nur ab und zu will zeigen,
betreut die Brut, wehrt der Gefahr.

Der Himmel strahlt in klarem Blau.
Gemächlich nur zwei Wölkchen weben
sich in ihr watteweiches Leben
hoch hier zur Wald- und Wiesenschau,
um weiß im Lichte zu entschweben.

( Fassung 2012, geändert)
© Ingrid Herta Drewing

Himmelsbühne

Es tanzen Wölkchen,kleine,weiße
Elevinnen in Himmels Blau,
zu Frühlingswindes sanfter Weise
dort droben ihre sanfte Schau.

In Lichtes Glanz sie hell erstrahlen,
anmutig Wasserzauber spricht;
choreographisch darf sich malen
in Höhen hier das Tanzgedicht.

Es währt nur eine kurze Weile,
dann ändert sich dies‘ lieblich‘ Bild;
ein grauer Wolkenprotz in Eile
droht dunkel dort und regenwild.

Jedoch auch jener muss quittieren,
und heute auch kein Regen fällt.
Der blaue Himmel im Brillieren
der Sonne das Finale hält.

© Ingrid Herta Drewing

Sommertag

Die kleine Wolke,
am blauen Himmel schwebend,
weiß, weich wie Watte.

Wasserperlenschmuck
am filigranen Leinhalm,
vergängliche Zier.

Oleanderbusch,
Blütenrausch, rosafarben,
ein Südsommertraum.

© Ingrid Herta Drewing

Wölkchen

Ein kleines, weißes Wölkchen schwebt,
wirkt fast verloren dort im Blau,
als hätt’ der Wind es hier verlegt
auf dieses weiten Himmels Au.

Die Sonne lässt es nicht gewähren,
ergreift es mit der Strahlen Kraft
und löst es auf, ihr soll gehören
der Himmel, den sie hell begafft.

So geht es vielen, denn die Macht
hat nicht nur in Natur das Sagen.
Wer sich nicht wehren kann, weil schwach,
kann sich oft nicht einmal beklagen.

Ingrid Herta Drewing