Fastnachtsgestöber

Ins kunterbunte Fastnachtstreiben
mischt Winter sich, lässt seinen Schnee
inmitten des Konfettis bleiben,
das wirbelnd hier fällt aus der Höh’.

Begeistert stehen kostümiert
die Narren dort am Straßenrand;
sie schunkeln, lustig animiert,
so mancher außer Rand und Band.

Helau! Helau! schallt ’s in den Gassen,
wo farbenfroh der Faschingszug
sich prächtig nun hat sehen lassen,
der Karneval im Höhenflug.

Da passen Winters rote Nasen
gut in die Zeit, so mancher Clown
den Schneemann gibt; auf weißem Rasen
verirrt sich schalkhaft auch ein Faun.

Wie’s scheint, lässt sich wohl niemand stören
durch Winters frostiges Gesicht.
Heut gilt ’s dem Frohsinn zu gehören;
da fühlt man Schnee und Kälte nicht.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsahnen

An den Ufern der Träume
wachsen
silberne Sterne
hell in die Nacht,
und die weißen Kämme
der Wellen
tanzen im Mondlicht.

Die zarten Harfenklänge,
Zephirs liebliche Lieder,
singen von Frühling
und tragen
die Seele,
des Winters müde,
sanft in den Tag.

© Ingrid Herta Drewing

Trugbild

Aus den Tiefen
der Träume
entstiegen,
irrlichterst du
in meiner Welt,
die klar
ich glaubte.

Im Muschelkleid
der Sirenen
singst süß du
Lieder der Nacht,
und Perlmutt
glänzt
im Mondlicht.

© Ingrid Herta Drewing

Nomade II

Auf dem Asphalt
grau und brüchig
die Last der Jahre,
ohnmächtiges Warten
auf ein Morgen.

Die Taube
kennt ihren Weg
nach Hause;
aber du,
von vielen Wassern geworfen
in die Brandung des Lebens,
ziehst,
den Sturmvögeln gleich,
rastlos
von Klippe zu Klippe
im endlosen Meer.

© Ingrid Herta Drewing

Winterfastnacht

Schneereste, schmutzig,
verlorenes Unschuldsweiß,
Winters Verkleidung.

Doch buntes Treiben
tobt närrisch in den Gassen,
Konfetti im Schnee.

© Ingrid Herta Drewing

Geburtstagsgruß

Heute tanzt nicht nur die Grille,
heute steppt sogar der Bär;
denn vorbei ist’s mit der Stille.
Es muss ein Orchester her!

Wunderschön soll es dir spielen,
alles, was dir gut gefällt.
Sollst gefeiert werden, fühlen,
wie dich lieb hat alle Welt.

In der Gratulanten Schlange
stehe ich, sing’ dir ein Lied,
wünsche,dass dir niemals bange,
stets viel Gutes, Freude blüht.

Doch vor allem Gottes Segen,
dass du froh und glücklich bist
und auf der Jahrzehnte Wegen
nie deinen Humor vergisst.

© Ingrid Herta Drewing

Winterbild

Aus den Kaminen
steigt zarter Rauch auf und tanzt
in Pirouetten
sich kräuselnd in den Himmel,
ein weißes Fähnchen im Blau.

© Ingrid Herta Drewing

Animismus eines Laien am Rechner

Ich kämpfe täglich hier mit meinem Cursor,
er tanzt mir in den Zeilen dumm herum.
Ein fester Klick,fast stößelhaft im Mörser,
stimmt seine frechen Launen auch nicht um.

So zaubert er mir Wirrwarr in die Zeilen,
verhunzt der Worte wohl bedachten Sinn.
Schnell huscht er weg, ich muss mich stets beeilen,
wenn ich hier tippe meine Verse hin.

Ihn kümmert’s nicht,dass Silben wild entgleisen,
wenn er vertauscht den Wortstamm, das Präfix,
und ich muss prüfend stets zurück dann reisen;
sonst wird in Reihenfolgen U zu X.

Auch stört mich dieser vorlaute PC,
der ständig meint, mir einsagen zu müssen,
mir Wörter wirft in meiner Zeile Schnee,
die, blau markiert, sich aufzudrängen wissen.

Jedoch ganz schlimm wird’s, wenn er korrigiert,
weil er Metaphern nicht im Sinn erkennt,
auch Inversionen,Genitiv geführt,
er gar zu gern hier fälschlich falsch benennt.

Nostalgisch denk‘ ich an die Schreibmaschine
und ihre folgsam‘ schlichte Klappermiene.

© Ingrid Herta Drewing

Alte Frau

Als sei sie irgendwie hier festgetackert,
so sitzt sie auf der Bank in Stille, stumm.
Sie hat jahrzehntelang sehr schwer geackert,
sich, wie es heißt, nur ständig abgerackert
und nahezu vergessen das Warum.

Nun ist sie in ein Sinnen tief versunken,
und stoisch fast erscheint ihr blauer Blick.
Sie wirkt entrückt, als sei sie schlafestrunken,
in Träume der Erinnerung versunken,
erstaunt erschauend eigenes Geschick.

Jedoch aus ihrem Antlitz spricht die Würde,
Erfahrung, Weisheit eines Lebens schlicht,
das sich gefunden trotz der schweren Bürde,
inmitten eines Alltags Sorgen-Hürde;
bereit jetzt auch für letzte, sanfte Sicht.

Und leicht wie eines Frühlingswindes Fächeln
schwebt zart in ihren Zügen nun ein Lächeln.

© Ingrid Herta Drewing

München

Das Gipfeltreffen,
eins der besonderen Art
am Fuß der Alpen;
viele Fragen jonglierend.
Wird die Welt dadurch sich’rer?

© Ingrid Herta Drewing