Kraniche
Hoch in den Himmel
schreibt sich der Kraniche Zug
für eine Weile.
Ihre Abschiedsgesänge
klingen noch lange Zeit nach.
© Ingrid Herta Drewing (21.10.12)
Hoch in den Himmel
schreibt sich der Kraniche Zug
für eine Weile.
Ihre Abschiedsgesänge
klingen noch lange Zeit nach.
© Ingrid Herta Drewing (21.10.12)
Der Birken Blattgold, seidige Standarten,
dort leuchtend hell am Rande, Perlenschnur,
sanft führend in der Dämmerung auf Fahrten
den Blick entlang der Autobahn als Spur.
Noch kündet hier ihr warmes Licht vom Leben
und hebt sich aus dem Dunkel klar heraus;
ein Sonnenlied darf sich im Herbst verweben
und klingt nach Norden hin allmählich aus.
Bevor bald Reif und Schnee das Winterkleid
bereiten hier in ihrer weißen Stille,
schenkt die Natur im Spätherbst noch zur Zeit
dem Auge das Gefühl von Farbenfülle.
Begleitet rhythmisch auch auf langer Fahrt,
weckt Wachsamkeit auf eine schöne Art.
© Ingrid Herta Drewing
Wie schön dort in den Rosenhecken,
wo jüngst ein Blütenmeer noch war,
die roten Hagebutten blecken,
so drall und fruchtig, glänzend klar!
Zwar senden sie uns Herbstsignale,
jedoch ihr feuerroter Glanz
belebt das Bild noch, wenn der fahle
November naht im Nebeltanz.
Gepflückt, geschält, als Marmelade,
so munden sie als Brotaufstrich.
Doch als der Vögel Futtergnade
erweisen sie im Winter sich.
Wie schön dort in den Rosenhecken,
die nun all ihrer Blüten bar,
die Hagebutten rot erwecken
den Traum des Sommers, der hier war!
© Ingrid Herta Drewing
Getaucht in fahles Nebellicht
erscheint der Tag, der regenmüde,
dem Blick nun predigend Verzicht
auf Farbenspiel und Blütengüte.
Hier hat der Spätherbst, schlecht gelaunt,
nun harsch den goldnen Glanz vertrieben
und barsch den Bäumen zugeraunt,
vergangen sei die Blätterliebe.
Sie stehen nass und schwarz jetzt da,
auf ihren kahlen Trauerästen
empfehlen Krähen sich als Gäste.
Schon scheint des Winters Kälte nah.
Vor seiner Macht es mir nicht graust.
Wir lassen es im Innern leuchten;
gemütlich haben wir’s zu Haus‘,
geschützt vor Nebelnächten, feuchten.
© Ingrid Herta Drewing
Ein heller Morgen! Aus den grauen Fängen
befreit, erglänzt des Herbstes goldne Pracht.
Der Blätter Farbenspiel durchbricht die Enge
der tristen Tage, jener Nebelnacht.
Es darf der Blick nun schweifen in die Weite,
erschauen diese Schönheit der Natur,
die leuchtend hier zum Abschied uns geleitet
hin auf des Lebens hoffnungsvolle Spur.
Bevor der lange Schlaf, des Winters Stille,
die Landschaft dicht mit Eis und Schnee verhüllt,
zeigt sie in diesem Farbenklang den Willen
zu leben, den der Frühling neu erfüllt.
Wir schwingen mit im Kreis der Jahreszeiten
und können uns auf sie gut vorbereiten.
© Ingrid Herta Drewing
Vom Nebel befreit
unter klarem Herbsthimmel
das sonnige Tal.
© Ingrid Herta Drewing
Und eine graue Burka trägt der Tag;
es droht die Welt ins Einerlei zu sinken,
die Stadt, der Wald im Nebel zu ertrinken.
Ein dumpfes Schweigen, das ich gar nicht mag.
Vermisse gar das Krächzen jener Krähe,
die mich noch unlängst häufig hat gestört.
Ich hätte heute wirklich gern gehört
dies‘ heiser Lebenszeichen in der Nähe.
Wenig erbaulich wirkt auf mich die Stille,
zu undurchdringlich scheint dies‘ feucht‘ Gespinst.
Mir ist, als ob des Todes ernster Wille
als Nebelfratze auf dem Kirchhof grinst.
Doch hoffe ich, dass bald der Spuk hier weicht
und strahlend uns das Sonnenlicht erreicht.
© Ingrid Herta Drewing
Nach jenen frühen, kalten Nebeltagen
wird uns geschickt dies‘ lichte Sonnenglück,
die Wärme;und des Himmels klares Sagen
holt heute uns den goldnen Herbst zurück.
Fast hätte ihn hier Winter gar verprellt
mit seinen rauen, frostigen Allüren.
Doch nun erstrahlt die bunte Blätterwelt,
darf leuchtend ihre Farben präsentieren.
Der helle Herbsttag passt zu dem Gedenken
an Luther,der in klarem, festem Glauben
gehandelt, uns die Bibel konnte schenken
auf Deutsch, das eigne Lesen zu erlauben.
Auf diesem Weg führte Reformation
zur Aufklärung aus dunkler Tradition.
© Ingrid Herta Drewing
Der Winter fährt dem Herbst in die Parade,
bedeckt mit Schnee der Bäume buntes Kleid,
bestürmt mit Weiß die Straßen, Hausfassaden,
Geranienblüten starren, fast verschneit.
Als habe wer sich üblen Schabernack
frech ausgedacht und flugs auch ausgeführt,
hat nun des Winters raues, kaltes Pack
das Land besetzt, erscheint hier ungeniert.
Die Äpfel, die zur Ernte reif am Baum,
noch rosig blickend, tragen weiße Mützen.
So mancher Ast, belastet, schafft es kaum
und braucht zur Sicherheit jetzt feste Stützen.
Doch heute strahlt die Sonne; bald vorbei
ist hoffentlich des Winters Prahlerei!
© Ingrid Herta Drewing
H ier, fast des Lebens Jahreskreis vollendend,
E in Farbenrausch spielt in der Bäume Kleid.
R otgolden leuchten Blätter; blendend
B ringt Herbst nun sein Geschenk als Jahreszeit,
S timmt uns mit seinem Abschiedslied doch mild,
T rägt noch des Lächelns Charme in seinem Bild
© Ingrid Herta Drewing