Wie grau doch dieser Sonntagshimmel blickt,
da wirkt sogar der Amselhahn geknickt,
der dort hoch auf dem Dachfirst sitzt und schaut,
wohl seinem eignen Flöten heut’ misstraut.
Es ist fast still, nur einer Taube Gurren
klingt guttural aus weiter Ferne her,
und schläfrig ruft des schwarzen Katers Schnurren
Dornröschenstimmung, hundertjährig’, her.
Das mag man nicht als Sommer hier benennen,
obwohl der Pflanzen Grün dagegen hält.
Es fehlt das Lächeln; Leichtigkeit erkennen
wir heute kaum in unsrer kleinen Welt.
Jedoch wir wissen, auch dies’ wird wohl enden,
bald streifen Sonnenprinzen durch ’s Gelände.
Ingrid Herta Drewing
Juli 17th, 2011 | Natur, Sommer, Wetter | Tags: Amse, Dornröschenschlaf, Grau, Optimismus, Regenwetter, Sommer, Sonne | 0 Comments
Und als du mich zum ersten Mal geküsst,
da war mir so, als weilte ich in Träumen,
in wundermilden Blüten, Sternenbäumen,
bei Vögeln, deren Singen heilig ist.
Zwei Schmetterlinge unsre Lippen waren,
sich zart berührend, doch auch frischer Quell
ließ spritzig leicht der Liebe Kraft erfahren.
Was dunkel quälte, wich dem Glücke hell.
Auf sanftem, lichtdurchwirktem Vliese,
geborgen, lieberfüllt umschlungen,
ist selig uns im Duft der Sommerwiese
der ersten Liebe Lerchenlied erklungen.
© Ingrid Herta Drewing
Juli 6th, 2011 | Liebe | Tags: Kuss, Liebe, Sommer, Wiese | 0 Comments
Am Himmel wirbeln sie, als seien ’s Mücken,
die Mauersegler auf Insektenjagd,
und ich beobachte es mit Entzücken,
dies muntre Sommerschauspiel Tag für Tag.
Ich mag sie, wie sie laut hier rufend stieben
und rasend schwirren durch die Häuserschlucht
zu jagen dort in Gruppen nach Belieben,
Insekten hurtig treiben in die Flucht.
Doch liebe ich auch dieses sanfte Gleiten,
wenn sie im Abendschein am Himmel schweben,
als wollten sie den Tag zur Ruh’ geleiten
wie Himmelsboten in ein andres Leben.
Sie schenken mit dem Sommer mir die Träume,
durchfliegend helle, weite Lebensräume.
Ingrid Herta Drewing
Juli 5th, 2011 | Lebensfreude, Sommer | Tags: Anmut, Jagd, Lebensfreude, Mauersegler, Sommer | 0 Comments
Der Sommerwind streift zärtlich durch die Wiese
und kämmt ihr sanft das grüne Blumenhaar.
Ich stehe, sehe, fühl’ im Paradiese
mich hier in dieser Luft, die sonnenklar.
Am Taunushang im lichten Rabengrund,
umgeben von Kastanien, hohen Buchen,
erleb’ ich die Natur im weiten Rund
und finde, was in Fernen andre suchen.
Die Rehe äsen hier zur Abendstunde,
sie finden vor der Dämmerung sich ein,
wenn weithin Stille herrscht, und keine Kunde
von Wanderern nun trübt ihr traulich’ Sein.
Ergriffen schaue ich auf dieses Bild,
und Freude, Glück und Demut mich erfüllt.
Ingrid Herta Drewing
Juni 30th, 2011 | Besinnliches, Natur, Wiesbaden | Tags: Lebensfreude, Natur, Rabengrund, Sommer, Stille, Taunus, Wiese | 0 Comments
War heiß der Sommer, standen sie verblichen
wie alte Kittelschürzenblüten da,
im Vorgarten wie Wächter, die nicht wichen
und trotzten mutig jeglicher Gefahr.
Mit grünen, festen Blätterhänden
empfingen sie das grelle Sonnenlicht
und trieben aus nach Regen Blütenstände
in zartem Blau und Rosa, ein Gedicht.
Hortensienbüsche, meiner Kindheit Freude,
ihr blühtet noch im grauen Trümmerland,
wo ihr nicht wurdet jenes Krieges Beute.
Als Teil der heilen Welt ich euch dort fand.
Ein Lichtblick in der düstren Nachkriegszeit.
Auch heute noch steht blühend ihr bereit.
Ingrid Herta Drewing
Juni 27th, 2011 | Autobiografisches, Sommer | Tags: Blüte, Erinnerung, Hortensie, Nachkriegszeit, Sommer | 0 Comments
Wie sich der Himmel an die Erde schmiegt,
die Sternendecke zärtlich ausgebreitet,
sie lind und lieb zu Sphärenklängen wiegt,
von Blütenduft und Träumen zart geleitet.
Im Silberglanz des Mondes ruht der See;
nur kühn im Bogen noch zwei Schwäne gleiten.
Anmutig wirkend, sanft im Pas de deux,
erscheinen sie entrückt aus Raum und Zeiten.
Geheimnisvoll erzählen sie dem Pärchen,
das sie in ihrem stillen Glück erschaut,
in dieser Sommernacht ein Liebesmärchen
vom Schwanenritter und der Zauberbraut.
Ingrid Herta Drewing
Juni 25th, 2011 | Liebe, Sommer | Tags: Liebe, Märchen, Schwäne, Sommer, Sternennacht | 0 Comments
Petunienduft liegt in der Luft,
es atmen die Balkone,
die hell ein warmer Sommer ruft;
man mag sie nun bewohnen.
Des Tags ein bunter Schirm sie ziert,
blickt heiter in die Gegend.
Des Nachts bei Windlicht ungeniert,
den Sternenblick noch hegend.
Und überbordend’ Blumenkästen,
auch kleine Blütenbäume,
so feiert hier der Sommer Feste
und lässt die Stadt sanft träumen,
die, sonst im Mauergrau verstrickt,
jetzt blühend Himmels Blau erblickt.
Ingrid Herta Drewing
Juni 9th, 2011 | Sommer | Tags: Balkon, Blütenduft, Sommer, Sonnenschirm | 0 Comments
Am Himmel zarte Cirruszeichen,
die leicht der Wind getuscht ins Blau
und überm Wäldchen, bei den Eichen
erstrahlt die Sonne, küsst die Au.
Und ihre gleißend hellen Strahlen,
sie tanzen silbern auf dem See,
Milliarden Diamanten malend,
die funkelnd schimmern in die Höh’.
Geblendet steh’ ich am Gestade
im warmen Sommermorgenlicht;
vor mir die Schwanenpaar-Parade,
aus deren Gleiten Anmut spricht.
Ingrid Herta Drewing
Juni 4th, 2011 | Besinnliches, Natur, Sommer | Tags: Beschaulichkeit, Morgen, Schwäne, See, Sommer, Sonne | 0 Comments
Blauhimmel
Kein Wölkchen
Die Sonne strahlt,
küsst zärtlich die Welt.
Herbstgold
Herbstgerüche
Getrocknete Kräuter
duften im Wintergarten,
erzählen von glühenden Tagen
Sommererinnerung
Ingrid Herta Drewing
Oktober 14th, 2010 | Erinnerungen, Herbst, Jahreszeiten | Tags: Duft, Herbst, Kräuter, Sommer | 1 Comment