Es windet sich Blauregen
empor an Daches Trauf’;
das Rohr kommt ihm gelegen
auf seines Weges Lauf.
Ich staune, wie die Pflanze
in ihrem sanften Streben,
in luftig’ grünem Tanze
befolgt dies’ Ziel im Leben.
Sie wächst und lehnt sich an,
in Fühlung ihre Triebe,
in Licht -und Regenliebe,
so treibt sie aus, voran.
Sie klettert hoch die Wände,
bis sie ganz oben ist,
dieweil sie im Gelände,
die blauen Blüten hisst.
© Ingrid Herta Drewing
August 27th, 2012 | 0 Comments
Category: Natur, Pflanzen | Tags: Blaureen, Bütenduft, Kletterpflanze
Der Sommertraum ruht
im Herzen der Blume
und bewahrt die Glut.
© Ingrid Herta Drewing
August 26th, 2012 | 0 Comments
Category: Haiku & Co | Tags: Liebe, Sommer, Treue
Die Grille zog ’s mit ihrer Geige
hinaus, fern in die weite Welt.
Sie wollt ihr Können nicht verschweigen
und hoffte, dass man ihr erzeige
auch Gunst, weil Kunst doch wohl gefällt.
Jedoch, was sie als schön empfand,
das Zirpen, ihre Melodie,
Musik voll Klang und Harmonie,
das schätzte man nicht dort im Land,
beschimpfte, ignorierte sie.
Da stieg sie nackt auf eine Bühne,
und tanzte, sehr Intimes zeigend,
wild ihre Melodien geigend.
Das Publikum mit froher Miene,
es applaudierte, sich verneigend.
Und die Moral von der Geschicht’:
Der Mensch, der aus auf Sensationen,
will nicht im Musentempel wohnen,
ist meistens nicht auf Kunst erpicht.
Man muss nur ein Tabu entthronen,
dann gibt ’s Erfolg im Rampenlicht.
© Ingrid Herta Drewing
August 26th, 2012 | 0 Comments
Category: Fabeln und Parabeln, Kunst | Tags: Erfolg, Grille, Kunst, Publikum, Sensationslust, Tabubruch
Die Sonnenstrahlen flüstern in den Bäumen
und malen Blättermuster in den Sand,
in dem das Kind spielt, still vertieft in Träume.
Kein dunkler Schatten trübt sein Kinderland.
Da gibt es Ritter, Prinzen, Feen und Tiere;
sogar den kleinen Drachen mag man gern.
Als Tollpatsch darf er harmlos hier agieren,
beschirmt von einem guten Zauberstern.
Die kleine Burg im Sand lebt bunt und heiter.
Die Ritter kämpfen, haben nie Blessuren,
und fällt ein Wachhund an die kühnen Reiter,
verwischt das Kind schnell mit dem Sieb die Spuren.
Gilt es gar, die Prinzessin dort zu retten,
sie zu befreien von dem bösen Fluch,
hilft die Magie, hier eine Handvoll Kletten,
gut aufbewahrt in einem weißen Tuch.
Eintauchen, einmal noch, in jene Welt,
die jenseits des Realen hält bereit
die Märchenwunder, Leben ohne Geld,
weit weg von allen Krisen unsrer Zeit!
© Ingrid Herta Drewing
August 25th, 2012 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Erinnerungen, Kindheit, Märchenhaftes | Tags: Erinnerung, Fee, Geld, Kind, Krise, Magie, Phantasie, Prinzessin, Ritter, Sandburg, Sehnsucht, Spiel, Zauber
Der leichte Wind, der durch die Felder streift,
lässt dieses goldne Meer im Lichte wogen.
Mein Blick vom Turme in die Weite schweift,
sah Silbervögel, die nach Süden zogen.
Mich zieht ’s nicht fort in südliche Gefilde.
Dem späten Sommerglück hier gilt mein Sinn.
Ich freue mich auf des Septembers Milde
und auf des Herbstes Farbenspiel-Beginn.
Die Ernte ist sodann schon eingefahren,
Kartoffelfeuer auf dem Stoppelfeld,
wo Drachenpuppen dort, den Wind in Haaren,
hoch oben tanzen in der luft’gen Welt.
Hier in der Jahreszeiten Wechselspiel
schenken Natur und Heimat Wohlgefühl.
© Ingrid Herta Drewing
August 24th, 2012 | 0 Comments
Category: Herbst, Sommer | Tags: Drachen, Ernte, Farbenspiel, Herbst, Sommer
Behäbig, träge fließt der Fluss dahin.
Die starke Hitze hält das Land im Griff;
und seit der großen Trockenheit Beginn
fahren nur Boote, nie ein großes Schiff.
Das Laub der Auenwälder, sonst so grün,
hat hier zu früh nun seinen Herbst erfahren.
Grundwasserspiegel sank, und kein Erblüh’n
färbt dort der Weiden welke Trauer-Haare.
Der Gletscher, der den Fluss im Sommer speiste,
er ist geschmolzen vor geraumer Zeit,
und karge, schroffe Berge, Schnee verwaiste,
sie speichern kaum mehr Wasser, das bereit.
Der Klimawandel, den der Mensch beschworen,
weil er in Unvernunft und Blindheit weilt,
zeigt uns jetzt bitter, was wir da verloren.
Die Strafe der Natur uns hart ereilt.
Noch scheint’s ein böser Traum zu sein, ein Mahnen.
Jedoch die Zeichen sehen wir weltweit.
Drum hisst jetzt endlich alle Rettungsfahnen,
beachtet sorgsam stets Nachhaltigkeit!
© Ingrid Herta Drewing
August 23rd, 2012 | 0 Comments
Category: Gesellschaftskritisches, Klimawandel, Natur, Sommer | Tags: Auenwad, Dürre, Gletscherschmelze, Klimawandel, Mensch, Schifffahrt, Trockenheit. Flussbett, Vernunft, Wassermangel
Ein zarter, weißer Schleier lässt das Blau
des Himmels heute etwas blass erscheinen,
und auch die Sonne blickt nur ungenau,
kann ihrer Strahlen Kraft nicht recht vereinen.
Mild aus Südwest ein leichtes Lüftchen weht.
Es gönnt uns eine kurze Hitzepause;
und kein Gewittermann am Himmel steht,
von Donner kündend oder Sturmes Brausen.
Beschaulich gibt sich dieser Sommertag,
da wird man gerne durch den Park spazieren,
vielleicht auch in der Innenstadt flanieren
und schauen, was es Neues geben mag.
Wer ’s kann, der sollte diesen Tag genießen,
zu rasch wird uns die Sommerzeit zerfließen.
© Ingrid Herta Drewing
August 22nd, 2012 | 0 Comments
Category: Lebensfreude, Sommer | Tags: Gewitter, Hitze, Lebensfreude, Sommertag, Wind
Ein Sommertag im Sonnenkleide
erglänzt in Wiese, Wald und Feld,
und blauer Himmel schirmt die Welt.
Der Tau licht funkelt; sein Geschmeide
aus Perlen Pflanzen wohl gefällt.
Der Lerche dient ’s zum Morgentrunke,
bevor sie sich in Höhen schwingt,
ihr Lied hell in die Lüfte singt.
Die Frösche und im Teich die Unke
still schweigen, hören wie ’s erklingt.
Auch du erfährst es, hingerissen,
wie alles hier sich neu erhebt,
im Lichte krabbelt, läuft, fliegt, schwebt;
die Erde, trunken noch von Küssen
des Morgens, nun erwacht und lebt.
© Ingrid Herta Drewing
August 21st, 2012 | 0 Comments
Category: Lebensfreude, Natur, Sommer | Tags: Lebensfreude, Lerche, Sommermorgen, Sonne, Tau
Ich lebe in den Tag hinein
wie eine grüne Pflanze,
mich freuend hier am Sonnenschein
und Regentropfentanze.
Mich plagt nicht ständig das Warum,
verschwende nicht mein Sinnen
auf Ende und Beginnen,
nicht Gier noch Ehrgeiz treibt mich um.
Ich lebe, bin dem Augenblick
des Tages sanft verbunden
und habe so mein kleines Glück,
Zufriedenheit gefunden.
Wie schön sind doch Natur und Welt!
Wir dürfen sie erleben
die Wunder, die das Leben stellt,
die Schöpfung, die gegeben.
© Ingrid Herta Drewing
August 20th, 2012 | 0 Comments
Category: Lebensfreude | Tags: Glück, Lebensfreude, Pflanze, Zufriedenheit
So blau der Himmel, keiner Wolke Grau
verhindert heut’ der Sonne goldnes Strahlen.
Die Farben leuchten, Maler sieht ’s genau,
wie sich hier wieder neu Kontraste malen.
Da zeichnen sich der grünen Bäume Schatten
klar in den weißen Kies des Weges ein.
Zypressen, die Parade hier abstatten,
dort steh’n Spalier im hellen Sonnenschein.
Und Wasser sprudelt, springt, und die Kaskade
ergießt sich schäumend, füllt ein Beckenrund,
das überfließt; des Wasserschleiers Gnade
strömt weiter in zwei großer Schalen Grund.
Römischer Brunnen, er erfrischt den Blick,
das müde Auge, das zu viel gesehen.
Das kühle Nass die Hitze weist zurück,
zeigt hier im Kreislauf Werden und Vergehen.
© Ingrid Herta Drewing
August 19th, 2012 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Kreislauf des Lebens, Orte, Sommer | Tags: Kontinuität, Römischer Brunnen, Schloss, Sommer, Zypressen