Archive for the Category Gesellschaftskritisches

 
 

Frühlingsschmerz

Da schreib‘ ich, besinge den Tau auf den Wiesen,
begeistert von Frühlings blühendem Licht,
obwohl hier weltweit die Krisen grau sprießen,
und Tod zeigt sein Krieges-Fratzen-Gesicht.

Will laut mit den Mahnern und Warnern hier rufen,
mich nicht mehr so ratlos fühlen und klein.
Es schleifen die Mächte der Welt scharf die Kufen;
ihr Schlitten rast achtlos über das Sein.

Hört auf mit dem Wüten, dem Handeln im Wahne
seid allesamt zu Gesprächen bereit!
Verweigert den Kriegs – Egomanen die Fahne!
Seid Friedensstifter, es wär‘ endlich Zeit!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Tribut

Wer möchte das schon wollen?
Jenen Tribute zollen,
die alles, was uns gut,
zerstör’n in Geldgier- Wut.
Sie sollen sich hier trollen.
Wir schöpfen aus dem Vollen,
dem Leben, unsren Mut.

© Ingrid Herta Drewing

Uneinsichtig

Begrenzt scheint unser Horizont,
obwohl wir sehn, was droht,
verhalten wir uns dekadent.
Als Klimakiller, höchst solvent,
riskieren wir die Not
und vieler Menschen Tod.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Appell

Wir haben uns so weit entfernt
von Menschlichkeit und Pflichten
und hausen auf dem blauen Stern,
als gäb’s noch einen, wo wir gern
das Leben auch vernichten.

Die Dummheit, Gier treibt uns in Not.
Der Hochmut als Verführer
bringt nur das falsche Angebot,
den Wahn der Egomanen, Tod.
Wir alle sind Verlierer.

Wacht auf und seht, was sich da tut!
Lasst euch nicht länger blenden
von salbungsvoller Werbeflut,
seid Lebens-Lobby, habt den Mut,
das Blatt doch noch zu wenden!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Plutokratie durch die Hintertür

Befremdlich wachsen seltsame Symbiosen,
sei es in Brüssel oder in Berlin,
wo an den Schalthebeln der Macht, die großen
Konzerne heimlich stetig Strippen ziehn.

Es formulieren heuer Lobbyisten
unsre Gesetze, hebeln flugs dann aus,
was Abgeordnete beschließen müssten,
und spinnen Netze wirkungsvoll im Haus.

Wo bleiben Transparenz, Demokratie,
wenn unsere Vertreter in den Fängen
der Ministerialbürokratie,
der Plutokraten-Lobby machtlos hängen?

Entlarvt die Machenschaften, die Verstecke,
sonst bleibt der Souverän ganz auf der Strecke!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Sprichwörter-Gerangel

Not kennt keine Morgenstund’,
Dem Glücklichen Gebot.
Hochmut kommt,
hat Gold im Mund.
Vor dem Fall
sind viele Hunde.
Keine Stunde,
schlägt
des Hasen Tod.

Wer andern eine Grube gräbt,
ist noch kein Meister.
Lüge mit Weile,
vom Himmel gefallen,
Eile.
Der blinde Übermut
hat kurze Beine,
ist der einäugige König,
fällt selbst hinein,
tut es selten gut.

© Ingrid Herta Drewing

Bettlerin in der Fußgängerzone

Mit müdem Blick, den Kopf geneigt, verschämt,
hält sie die Hand auf;aber die Passanten,
von Eile, Unmut, Ignoranz gelähmt,
sehn nur ein Mitglied arbeitsscheuer Banden.

Doch sie bleibt stumm dort an der Ecke sitzen,
als gebe es hier Kälte nicht, noch Frost.
Hoch über ihr Reklame-Sterne blitzen,
vom Markt her wehen Düfte süßer Kost.

Das Elend mag sie tief getroffen haben,
und dennoch gilt der Hoffnung auch ihr Blick;
ein Kind reicht schüchtern eine kleine Gabe.
Sie dankt, ein sanftes Lächeln kehrt zurück.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Hybris

Chaos

Kosmos,
Schöpfungsakt.

Fehlkontakt,
tiefer Riss.
Selbstgewiss,
ohne Maß
trüb das Glas.

Chaos

Kosmos
abgewrackt.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Euro-Krise

Wozu Gesetze, wenn sie schnell gebrochen?
Wozu Verträge, die nicht eingehalten?
Die Banken-Euro-Krise angesprochen;
hier darf noch immer der Vertragsbruch walten.

Des Goldmann-Sachs-Geflechts Spekulationen,
Boni, Gewinne zahlt der kleine Mann
im Netz der Spinne, fühlt nur Spar-Aktionen
und Steuerlast, die er kaum schultern kann.

Wann endlich sind wir ledig jener Fesseln,
zu wehren deutlich dieser Banken Gier
und lassen den Verursachern die Nesseln?
Wann zählen wieder Menschen, Bürger, WIR?

Wir wollen keine Hochfinanz der Lügen,
die sich hier etabliert mit heillosem Betrügen!

© Ingrid Herta Drewing,2013

Tödlich

Dünger, Weichspüler,
Hormone dopen den Fluss,
der diesen See speist.

Kein Fischlein schwimmt hier,
nur Wasserpflanzen – Dickicht,
totes Gewässer.

Der moderne Mensch,
in maßloser Profitgier,
zerstört die Natur.

© Ingrid Herta Drewing,2013