Archive for the Category Sommer

 
 

Vor dem Schloss im Sommer

So blau der Himmel, keiner Wolke Grau
verhindert heut’ der Sonne goldnes Strahlen.
Die Farben leuchten, Maler sieht ’s genau,
wie sich hier wieder neu Kontraste malen.

Da zeichnen sich der grünen Bäume Schatten
klar in den weißen Kies des Weges ein.
Zypressen, die Parade hier abstatten,
dort steh’n Spalier im hellen Sonnenschein.

Und Wasser sprudelt, springt, und die Kaskade
ergießt sich schäumend, füllt ein Beckenrund,
das überfließt; des Wasserschleiers Gnade
strömt weiter in zwei großer Schalen Grund.

Römischer Brunnen, er erfrischt den Blick,
das müde Auge, das zu viel gesehen.
Das kühle Nass die Hitze weist zurück,
zeigt hier im Kreislauf Werden und Vergehen.

© Ingrid Herta Drewing

Unwetter

Nun wird es bald aus grauen Wolken brechen,
hier dies’ Gewitter, wofür Schwüle spricht;
lässt Donner krachen, grelle Blitze sprechen,
und Regen prasseln laut in fahlem Licht.

Jetzt tobt sich aus geballte Energie.
Am Himmel zeichnen Blitze ihre Adern;
im Zickzack gleißend dort, vollführen sie
ein Gruselschauspiel, hell in ihrem Hadern.

Die Wolke hochgeschnellt in Eisregionen,
milliardenfach nun Hagelbälle speit.
Selbst dort, wo du geborgen glaubst zu wohnen,
bist du vor den Geschossen nicht gefeit.

Zerstören Dächer, auch Automobile,
der Feldfrucht Halme knicken sie im Sturm.
In dem chaotischen Wettergewühle
fühlst du dich machtlos wie ein kleiner Wurm.

Und atmest frei erst, wenn der Spuk beendet,
der Himmel endlich klart auch wieder auf,
die Sonne ihre warmen Strahlen sendet,
der Tag nimmt wieder seinen ruhigen Lauf.

© Ingrid Herta Drewing

Naturverbunden

Rotweiß gestreift zwei Sonnenschirme stehen,
sie zieren hier im Hochhaus den Balkon;
und Blütenzweige sanft im Winde wehen.
Ihr Duft verbreitet sich, des Gärtners Lohn.

Es drängt des Menschen Sinn hin zur Natur.
Selbst in der Großstadt weiß er sie zu pflegen,
erfreut sich so an ihrer zarten Spur,
will noch auf kleinstem Raum ein Gärtchen hegen.

Im Blumentopf die Kräuter: Rosmarin,
Basilikum und Schnittlauch, Lorbeerbäume;
Tomaten, Salbei, Erdbeeren zu ziehn,
so mag er sich erfüllen grüne Träume.

Schafft sich im Grau der Stadt sein Paradies,
wo er die Sommertage froh genießt.

© Ingrid Herta Drewing

Tagesbeginn

Ich lieb’ den Sommermorgen, sitz’ im Schatten,
in seidig’ weicher Luft auf dem Balkon,
genieß’ mein kleines Paradies, die satten,
hellfrohen Farben, Duft, der Blüten Lohn.

Und blick’ ins Grüne; dort der kleine Garten
schenkt Vögeln und dem Eichhorn Lebensraum.
An Sträuchern locken Beeren, viele Arten,
und auch die Frucht am Apfel-Pflaumenbaum.

Hoch an der Pforte sich die Rosen ranken,
die rot in ihrer zarten Pracht erblüht’.
Da wird mir leicht das Herz, und Gramgedanken
betrüben nun nicht mehr mein froh’ Gemüt.

Gelassen grüße ich des Tags Beginnen,
erleb’ die Sommerzeit mit allen Sinnen.

© Ingrid Herta Drewing

Sommerfrühe

Der Morgen schlägt die blauen Augen auf,
und hell erglänzt der Sonne warmes Strahlen,
die nun die Landschaft lieblich wird bemalen.
Es leuchtet alles blühend farbig auf.
Ein neuer Sommertag nimmt seinen Lauf.

© Ingrid Herta Drewing

Sommersonntag

Ein sanfter Sommersonnentag,
Geräusche nur gedämpft, verschwommen;
sie scheinen unwirklich, verzagt,
aus großer Ferne herzukommen.

Mild streichelt mich ein leichter Wind,
fährt zärtlich durch die Büsche, Bäume.
Im Garten spielt ein kleines Kind,
beglückt vertieft in seine Träume.

Ich sitz und schau, genieß‘ die Stille,
die sanft im Hauch des Mittags singt.
Hier, wo auch mein bemühter Wille
entspannt im Licht des Sommers schwingt

© Ingrid Herta Drewing

Sommerlied

Sanft zeigen uns die Sonnenuhren
des Sommers helle Tageszeit,
und dennoch flüstern erste Spuren,
es halte Herbst sich schon bereit.

Nun , da die Mauersegler zogen
weit fort in südliche Gefilde,
die letzte Mahd der Wiesenwogen,
entfernt die blühenden Gebilde,
ist kühl die Nacht, der Morgen auch,
verschleiert von des Nebels Hauch.

Jedoch im Licht des Mittags glänzen
die Sonnenblumen vor dem Haus,
und Rosen, glühend rot, ergänzen
das Sommerlied; noch klingt ’s nicht aus!

© Ingrid Herta Drewing

Vergangene Romantik

Die Sonne sinkt, umfließt die Silhouette
der Stadt mit ihrer glühend goldnen Röte,
und in der Gartenlaube trauter Stätte,
da sitzt man, plauscht, vergisst die Alltagsnöte.

Schon zeigt sich Venus strahlend überm Haus;
es sinkt der Abend zärtlich in die Nacht.
Allmählich gehen auch die Lichter aus;
verliebte Paare hält der Mondschein wach.

Die Stille, zart den Mantel ausgebreitet,
birgt sorgsam nun die kleine, müde Stadt,
die sanft ins Reich der Sommerträume gleitet,
da sie ihr Tagwerk wohl beendet hat.

So könnte es einmal gewesen sein,
bevor uns der Verkehrslärm holte ein.

© Ingrid Herta Drewing

Voreilig

Herbstastern dort im Laden,
es reiht sich Topf an Topf.
Mir kommt es vor, als habe
hier Herbst schon angeklopft.

Und dunkle, warme Kleider,
bereit für den Verkauf,
sie kündigen nun leider
die leichte Mode auf.

August ist’s, Sommers Höhe;
dies’ lasst uns doch genießen
und nicht des Herbstes Nähe
jetzt hier ins Bild einschließen!

© Ingrid Herta Drewing

Ermunterung

Des Lebens helle Stimme
drang in mein Herz und sprach:
„Vergiss jetzt alles Schlimme
und was dir ungemach.

Es gilt etwas zu wagen.
Schau, vor dir liegt die Welt!
Noch sind so viele Fragen
hier nicht einmal gestellt.

Der Erde Schönheit schauen,
bedacht mit wachem Sinn,
und Gott und dir vertrauen,
das sei dein Neubeginn!

Dann weicht das Leid dem Hoffen,
sogar der Freude auch.
Die Pforte steht dir offen,
verspür des Lebens Hauch!

So komm, du siehst es blühen,
der Sommer weilt im Land.
Du musst dich nur bemühen,
er reicht dir still die Hand!“

© Ingrid Herta Drewing