Archive for the Category Lebensfreude

 
 

Sommermorgen VI

Es schimmert zwischen Farnen, zart betaut,
ein Spinnennetz im Glanz der Sonnenstrahlen.
Die Wassertröpfchen, kunstvoll eingebaut,
wie Diamanten ihre Farben malen.

Hier, wo des Morgennebels kühler Hauch
in sanftem Licht den Sommertag begonnen,
erschaue ich entzückt, andächtig auch,
das Schöne, das Natur so fein gesponnen.

Und in des Waldes grüner Kathedrale,
wo Sonne ihre hellen Wege findet,
in Licht gewirkten Bahnen luftig malend,
in Büschen, Gräsern, Farnen zärtlich schwindet.

Dort in der Stille fühl’ ich mich geborgen,
erfreue mich an diesem Sommermorgen.

© Ingrid Herta Drewing

Parfüm

Die Sonne schien die Rosen zu behüten;
nur ab und zu ein muntrer Schmetterling
sich zärtlich schmiegte an die zarten Blüten,
dort schwelgend in dem Duft, der ihn umfing.

Die Ernte kam, und alle Blüten fielen
in Körbe, wurden sorgsam ausgezupft.
Als Rohstoff mussten sie die Rolle spielen;
das Rosenöl ward kundig dann gelupft.

Für lange Zeit die Süße zu bewahren
und zu genießen flüchtige Natur,
kunstvoll gebannt; seit tausenden von Jahren,
kreiert der Mensch Parfüm, folgt Duftes Spur.

Und träumt im Winter von der Rosen Feuer,
erkauft sich Sommerillusion auch teuer.

© Ingrid Herta Drewing

Wunsch

Wie diese Taube hoch auf der Antenne
im Sonnenlicht des Morgens sich genügt,
so möchte ich von Lärm und Hast mich trennen
und bleiben doch ins Leben eingefügt.

Ja, es bewusst im Wesen auch erfassen,
bevor mein Tag den Abend kommen sieht,
und seine Schönheit auf mich wirken lassen,
das Feuer fühlen, das in allem glüht.

In diesem grünen Land der Wälder, Wiesen,
der Städte, die an Parks und Gärten reich,
wo klare Flüsse hin zum Meere fließen,
Libellen , Silberreiher noch am Teich.

Hier darf ich, bar des Grauens der Natur,
erleben ihre schöne Seite nur.

© Ingrid Herta Drewing

Sommertag

Ein Hoch; die Sonne herrscht in heller Runde,
und blauer Himmel schirmt die kleine Welt .
Ein Lichtfest nun erglüht zur Mittagstunde,
dazu hat leichter Wind sich eingestellt.

So zeigt der Sommer sich erfrischend klar.
Der Tag, er strahlt jetzt ohne Hitze, Schwüle.
Im Straßencafé sitzt manch trautes Paar,
auch auf der Parkbank lächeln die Gefühle.

Die Kinder, die ihr Eis genüsslich schlecken,
sie hält jetzt kein Computerspiel im Haus.
Im Freien wollen sie die Welt entdecken
und toben sich im Spiel so richtig aus.

Und mancher Rentner weilt auf dem Balkon,
genießt beschaulich seiner Arbeit Lohn.

© Ingrid Herta Drewing

Mauersegler

Am Himmel wirbeln sie, als seien ’s Mücken,
die Mauersegler auf Insektenjagd,
und ich beobachte es mit Entzücken,
dies muntre Sommerschauspiel Tag für Tag.

Ich mag sie, wie sie laut hier rufend stieben
und rasend schwirren durch die Häuserschlucht
zu jagen dort in Gruppen nach Belieben,
Insekten hurtig treiben in die Flucht.

Doch liebe ich auch dieses sanfte Gleiten,
wenn sie im Abendschein am Himmel schweben,
als wollten sie den Tag zur Ruh’ geleiten
wie Himmelsboten in ein andres Leben.

Sie schenken mit dem Sommer mir die Träume,
durchfliegend helle, weite Lebensräume.

Ingrid Herta Drewing

Am Bach im Sommer

An Baches Ranft des Hahnenfußes Leuchten,
ein Dottergelb, das hell ins Wasser strahlt,
als habe hier ein Maler in die Feuchte
sein schönstes Aquarell so licht gemalt.

Vergissmeinnicht, die blau daneben blicken,
sind zart und dennoch kraftvoller Kontrast,
darüber dunkelbraun, herab hier rückend,
der Erle alter, knorrig grober Ast.

Dort, wo der Bach wird eng, rasch strömend fließt,
bewegt sich in dem Wasser die Forelle,
die hier die klare Frische wohl genießt
auf ihrem Weg zur lieb gewohnten Stelle.

Ich halte gerne hier im Wandern inne,
erlebe froh den Ort mit allen Sinnen.

Ingrid Herta Drewing

Sommerfreude

Nun trägt der Sommer sie auf goldnen Armen,
die kleine Welt, vertrauensvoll sie blickt,
fühlt sich geborgen in den klaren, warmen
und blauen Tagen, hell ins Licht geschickt.

Die Felder wogen sanft im milden Winde,
und auf den Wiesen duftet würzig Heu.
Der sternenklaren Nächte Luft, so linde,
erweckt den Zauber alter Träume neu.

Im stillen Park die Lindenbäume blühen,
ein Honiglied summt in den Wipfeln, zart
die süßen Düfte durch die Lüfte ziehen,
umschmeicheln uns auf wunderbare Art.

Und lächelnd, dort im Hag der wilden Rosen,
erwartet uns des Sommers zärtlich Kosen.

Ingrid Herta Drewing

Im Grünen

Der Blauregen wirft
schwungvoll Pflanzenseile aus,
sucht den Kletterhalt.

Grüne Efeuwand,
Zuhause vieler Vögel,
mir Augenweide.

Und vor den Häusern
grüßen blühende Gärten,
schönes Straßenbild.

Ingrid Herta Drewing

Ferien

Ja, endlich Freizeit! Ferien locken.
Der Sommer reicht uns seine Hand.
Vorbei ist nun das Stubenhocken,
das Büffeln, Schreiben, sinnend Bocken.
Jetzt wird gelüftet der Verstand.

Was streng, verstaubt, bleibt außen vor.
Es meldet Leichtigkeit sich wieder;
und in der Schüler Jubelchor
schwingt Freude lauthals sich empor.
Die Freiheit singt nun ihre Lieder.

Ingrid Herta Drewing

Regen

Da steht der bunte, kleine Schirm
und wartet auf die Sonne,
kann nicht entfalten seinen Zwirn,
denn nur die Regentonne
wird heut’ beglückt, es fällt der Regen
und hält sie klingend munter.
Den Gärtner freut der nasse Segen,
der tropfend fällt herunter.

Und auch die Vögel sind entzückt,
erfreuen sich am Bade,
das hier im Regen sie beglückt
als Dachfirst-Duschparade.
Sie lassen hell ihr Lied erklingen
im Blätterrausch der Bäume,
die nun als grüne Träume
erfrischt in leichtem Winde schwingen.

Ingrid Herta Drewing