Und plötzlich schwindet neben dir die Erde,
wo fester Boden war, klafft tief ein Loch.
Der Geologe kann erklär’n sein Werden,
doch Angst dir schleichend in die Kehle kroch.
Noch gestern glaubtest du dort fest zu stehen,
da tat im Erdfall sich die Tiefe auf,
verschlang, was alles sicher du gesehen.
Nichts nimmt mehr so wie sonst nun seinen Lauf.
Zwar blieb dein Leben hier noch unverletzt;
doch, was dir Heimat war, erscheint dir fremd.
Du fühlst dich dunklen Mächten ausgesetzt,
in deiner Daseinfreude stark gehemmt.
Bist traurig, kannst es noch nicht fassen,
dass du nun dein Zuhause musst verlassen.
Ingrid Herta Drewing
November 3rd, 2010 | 0 Comments
Category: Besinnliches | Tags: Angst, Erde, Heimat, Loch
Kein Leben
Ein Leben
Mein Leben
Dein Leben
Sein Leben
Ihr Leben
Unser Leben
Leben eben
Sch, sch, sch
lange
Schlange
schlang
e
Sch, sch, sch
lang,
bange!
Wer weiß…?
Weiß wer was?
Was weiß wer?
Wer weiß, was…!
Wer weiß, wer weiß!
Genannt
Gerannt
Gekannt
Schmalkalden
schmal halten
Erdfall
Ernstfall
Ingrid Herta Drewing
November 2nd, 2010 | 0 Comments
Category: Besinnliches | Tags:
Bleischwer die Schwingen,
wagst nicht mehr
zu fliegen,
verbringst die Tage
nur im stillen Nest.
Was auf mich wirkt,
wie eine stumme Klage,
das zelebrierst du
wie dein letztes Fest.
Ein Fest
für einen Gast allein.
Im Spiegel
grüßt du ihn
nur kurz zurück,
dass dir nicht graut
vor dem Medusenblick,
den du erschaut,
und wirst zu Stein.
Ingrid Herta Drewing
Oktober 31st, 2010 | 0 Comments
Category: Besinnliches | Tags:
Die Flügel ausgebreitet,
trägst du dein Kind nach Haus
und hast den Weg bereitet,
der sicher führt hinaus
aus Trübsal, engem Tale,
das matt im Dunkel liegt,
wo Nebel viele Male
die Welt im Grau besiegt’.
Und deiner Stimme Klingen
erwärmt mir Seele, Sinn.
Ich möcht’ im sanften Schwingen
vor Freude jubelnd singen,
weil ich geborgen bin.
Ingrid Herta Drewing
Oktober 30th, 2010 | 0 Comments
Category: Glauben, Lebensfreude | Tags: Freude, Gesang, Rettung.Geborgenheit, Schutzengel
Es weicht das Grün, lässt gelb und rot erstrahlen
das Blätterkleid der sommermüden Bäume.
Die Morgennebel rau gereift bemalen
den Wiesengrund, den Herbstzeitlosen säumen.
Schon haucht der Frost Eisspuren auf die Scheiben
und kündigt so als Bote Winter an,
der kurz noch auf den Bergen mag verbleiben,
bis er im Schneepelz uns besuchen kann.
Der Tiere Sorge gilt dem sichren Bau,
ihr Wintervorrat wird gut angehäuft.
Wir Menschen tragen ’s Winterfell zur Schau
und hoffen, dass zu Haus’ die Heizung läuft.
Ansonsten nehmen wir den Winter hin,
die Sonnenwende schenkt uns Lichtgewinn.
Ingrid Herta Drewing
Oktober 28th, 2010 | 0 Comments
Category: Herbst, Jahreszeiten, Winter | Tags: Kälte, Nebel, Raureif, Wärme, Winter
Dein Haar gelichtet, ja nun bist du alt.
Dir scheint’s, als sei das plötzlich so gekommen.
Der Ruf, der dir ertönte, stets verhallt’,
du hörtest nicht, obwohl du ihn vernommen.
Nun stehst du hier vor deines Lebens Ende.
Verwundert immer noch die Blicke streifen;
erwartungsvoll hältst du die bleichen Hände,
versuchst dies Erdenleben zu begreifen.
Und fühlst die Fülle der vergangnen Jahre,
geprägt von Freud und Leid und auch dem wahren
Bemühen, aufrecht deinen Weg zu gehen.
Erinnernd siehst du froh, jetzt auch im Klaren,
dass die erkämpften Siege, jene raren,
dir halfen, dieses Leben zu bestehen.
Ingrid Herta Drewing
Oktober 27th, 2010 | 0 Comments
Category: Besinnliches | Tags: Freude, Leben, Leid, Mut, Sinn
Ein kühler Tag, auf dessen blauer Bühne
der Wind verwegen mit dem Rauche spielt,
der zart gekräuselt steigt aus den Kaminen
und weiß in Tanzfiguren Sonne fühlt.
Sie steigen, neigen, wirbeln sich im Kreise
und schrauben hoch und höher Pirouetten,
um bald darauf in wundersamer Weise
sich leicht zu lösen von der Wirkungsstätte.
Verlieren sanft sich in des Himmels Höhe,
ein Wölkchen schwebt noch hell im Mittagslicht,
das schließlich auch entwächst des Blickes Spähen,
wenn Wind es trägt aus der begrenzten Sicht.
Was immer auch verlässt der Bühne Ort,
es wirkt gewiss an andrer Stelle fort.
Ingrid Herta Drewing
Oktober 25th, 2010 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Leben, Natur | Tags: Bleibendes, Herbsttag, Kälte, Leben, Tod
Schon greifen grob des Winters kalte Hände
den herbstgetönten Weiden in das Haar,
und legen Nebel, Raureif ins Gelände,
die Straßen glatt; die Nacht so sternenklar.
Zu früh, fühl’ ich, naht dieses kühle Streben.
Ich sehne mich nach Farben, Sonnenschein;
drum lade ich mir jetzt ins graue Leben
ein Blütenlied und bunte Kerzen ein.
Lass’ zarte Weisen mir hier schön erklingen;
die Melodie, sie wärmt und animiert.
Beglückt beginnt mein müdes Herz zu singen
ein Freudenlied, das fröhlich triumphiert.
So trotze ich den Wetterkapriolen
und werde mich von Kälte, Stress erholen.
Ingrid Herta Drewing
Oktober 24th, 2010 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Ermunterung | Tags: Freude, Kälte, Musik, Sehnsucht. Sonne, Winter
Wenn das Wirtschaftswachstum steigt,
dies der Aktien-Index zeigt.
Auch wird Wachstum gern beschworen,
wenn viel’ Arbeitsplätz’ verloren.
Doch auch wenn die Aktien steigen,
sind am Arbeitshimmel Geigen
oft nur Traumgespinste, Hoffen,
Arbeitsplätze sind nicht offen.
Denn durch Rationalisieren,
Kapital zu investieren
in Maschinen bringt Gewinn
nach der Aktionäre Sinn.
Und beim Aufstieg man am End’
von „Ballast“ sich dabei trennt.
Wenn der vormals noch so wichtig,
jetzt erscheint dies null und nichtig.
Man holt ’s Messer zum Verkürzen,
so als „Schutz“ vor eignem Stürzen.
Oktober 23rd, 2010 | 0 Comments
Category: Besinnliches | Tags: Aktien.Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit
Nun singt nicht mehr die Nachtigall,
die Kälte kam ins Tal.
Vorbei der süße Sommerschall,
des Herbstes Feuerpracht zu Fall
gebracht mit einem Mal
Kein Abschied, einfach über Nacht
zog hier der Winter ein.
Der Bäume stolze Blätterpracht,
die gestern golden, rot gelacht,
hüllt nun ein Schneekleid ein.
Vielleicht ist’s nur ein Zwischenspiel,
und Sonne holt zurück,
das was dem Auge so gefiel;
der Schnee wird ihrer Strahlen Ziel,
auftaucht das Farbenglück.
Ingrid Herta Drewing
Oktober 21st, 2010 | 0 Comments
Category: Jahreszeiten, Natur | Tags: Herbst, Schnee, Sonne, Winter