Herrlicher Herbsttag

Vorbei der Regen, dieses Einheitsgrau,
das uns für lange Zeit hielt dumpf gefangen,
dies‘ sehnsuchtsvolle Warten auf das Blau,
der Blick, der in die Weite wollt‘ gelangen!

Doch konnte mich, ging wollig eingekleidet
und gut beschirmt, dies‘ Wetter nicht beirren;
mir war auch mein Spaziergang nicht verleidet,
sah dort im Park den grünen Vogel schwirren.

Und goldenrot, ein Lächeln in den Zweigen,
erstrahlt heut‘ hier des Herbstes Laubgesicht.
Vorbei der Tage nebelmüdes Schweigen,
nur blauer Himmel, warmes Sonnenlicht!

So darf November sich noch lange zeigen,
bis Winters Sternchen tanzen ihren Reigen.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Muße

Herbstmittag,
goldenes Schweigen.
Unter den Lindenbäumen
auf der Parkbank verweilen,
innehalten.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Frühlings Erwachen

Und endlich haben Frühlings zarte Hände,
ein sanfter Regen Erde hier berührt;
nun sprießt und wächst es, blühend ohne Ende,
von Sonnenlicht in warmem Gold gekürt.

Als hätte sie den Winter nie gekannt,
der doch noch herrschte eisig hier vor Tagen,
erglänzt im blühenden Perlmuttgewand
nun der Magnolie rosaweißes Wagen.

Im satten Gelb Forsythien hell erstrahlen,
und blaue Teppiche, der Szilla Sterne,
sich in das Wiesengrün des Parkes malen,
wo kleine Gänseblümchen kuscheln gerne.

Die Amsel lässt ihr lieblich Lied erschallen,
verkündend uns des Frühlings Wohlgefallen.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingszeichen

Im Park blüht schon die Zaubernuss,
lässt uns den Frühling ahnen.
Es schwanden Kälte und Verdruss,
vorbei dies’ eisig’ Mahnen.

Nun hat der See sein Eis verbannt,
und Enten kommen angeflogen,
ein Schwanenpaar, so elegant,
zieht majestätisch sanfte Bogen.

Der Bach hell plätschert in den Schnellen,
und licht glänzt der Magnolienbaum,
in seiner Knospen prallem Schwellen
erwacht ganz zart ein Frühlingstraum.

Nun wird es nicht mehr lange währen,
dann grünen Felder, Wälder, Auen.
Die Amsel singt, kann süß betören;
ihr Lied weckt Hoffnung und Vertrauen.

© Ingrid Herta Drewing

Nach dem Sommerfest

In einer Reihe,

zusammengeklappt, lehnen

Stühle an Tischen.


Lampions, Girlanden

in verblichenen Farben

hängen nass im Baum.


Blätter fallen sacht,

decken die blanken Tische.

Der Herbst ist zu Gast .

© Ingrid Herta Drewing

Milder Fastnachtstag

Der Winter trägt auch Maske nun;
im Sonnenlicht erstrahlt
ein Tag, blau angemalt,
und tanzt in Frühlings leichten Schuh’n.

Begegnet lächelnd uns, so mild.
Frühblüher lockt das Licht,
Schneeglöckchen, dicht an dicht
im Park, bezaubernd Bild.

Es taut das Eis, der muntre Bach
er plätschert murmelnd hin.
Die Haut des Sees wird dünn,
und Wasservögel schnattern, wach.

Dort auf den Wegen, kostümiert,
zieht eine Kinderschar.
Ein Tiger läuft da, ungeniert,
mit einem Prinzenpaar.

Geblendet von des Winters Spiel,
der sich geschickt verstellt,
in Milde sich gefällt,
herrscht hier ein fastnachtsfroh’ Gefühl.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsanfang

Der Frühling trägt sein grünes Kleid
im Park, in Gärten, Auen
und auch der Himmel, glänzend weit,
lässt hell die Sterne schauen.

Die Buschwindröschen, lieblich, zart,
ein Teppich, weiß im Walde,
und der Narzissen Glockenart
glänzt freundlich, gelb auf Halden.

Schon streckt auch der Magnolienbaum
die Knospen prall zur Sonne,
und der Forsythien goldner Traum
bereitet leuchtend Wonne.

Noch fehlt der Luft der weiche Schmelz,
ein kühler Wind will scherzen.
Jedoch befreit von Winters Pelz,
erstrahlt das Land im Märzen,
singt mit des Frühlings Terzen.

Ingrid Herta Drewing