Einflüstern

Ach ließest du schlimme innere Stimme
es doch, mir Klänge ins Ohr zu flöten,
sanft summend, als hieße dich eine Imme
den Nektar zu suchen, der ihr vonnöten.

Du animierst mich in Reimen zu schreiben
und flüsterst mir zu sogar im Sonett.
Da fragst du nicht, ob dieses Betreiben
gefällt und außer mir auch Leser hätt‘.

Die Bilder, die mir in Worten aufscheinen,
sie reihst du gern ein in rhythmischem Tanz,
um Sinn, Bild und Klang poetisch zu einen,
scheust du nicht zurück vor Ulk, Firlefanz.

Doch leider kann ich mich dir nicht entziehen,
es sei denn, ich würde mich selber fliehen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Gedichte

Ich reim‘ mich durch die Tage,
auch nachts, beständig;
auf dass es mir behage,
vergessen macht manch Plage,
fühl mich lebendig.

Und höre dieses Klingen,
Wortmelodien,
ein süßes, innres Singen,
das mich ergreift, ein Schwingen
in Harmonien.

Es reihen sich die Worte
in Versen, Klängen
und Bildern, die ich orte
poetisch an der Pforte,
reim‘ frei von Zwängen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Freude am Dichten

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Wie hab ich’s gut,
ich bin nur Amateur
und dichte vor mich hin,
weil ich es liebe.

Der Worte Flut,
der innren Stimme hör‘
ich zu, seh‘ Bild und Sinn
im Klanggetriebe.

Mir macht es Mut
und mildert manch Malheur,
ich dichte und ich bin,
ob’s auch beliebe.

In sichrer Hut
treibt mich mehr Wunsch als Pflicht,
zu bilden einst einmal,
dies einzige Gedicht,
das Kunst verspricht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Dichters Lohn

Diso
Vom wohl Tradierten mag ich mich nicht trennen
und folg‘ dem Reimen, das ich froh geschaut.
Es reicht, wenn Leser, Hörer das erkennen,
was man in Klang und Bild Gedicht darf nennen,
die Worte, die der Seele sind vertraut.

Wer meint, es sei nur Werk der Epigonen,
zu wenig Neues, Sprache, Stil geschönt,
verkennt, dass dort, wo Träume sprechend wohnen,
mit ihrer sanften Stimme schon belohnen
den Menschen, den die Poesie verwöhnt.

Da braucht es keinen Wirbel, auch kein Rühmen,
nicht einen Preis, von Händlern ausgelost,
noch Medienrummel, der im Ungestümen
für ein paar Tage wird zu Ungetümen.
Es reicht ein Like im Internet, ein Dankes Post.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Warteschleife

Nein,Tod, ich mag nicht in die erste Reihe,
obwohl ich sehe, vor mir wird es licht.
So viele gingen, gehen jetzt; verzeihe,
noch lockt das Leben hier mich in die Sicht.

Schön wäre es, du wartest noch Jahrzehnte,
bis du mich holen kommst, bringst aus dem Tritt!
Der Erde helles Leben, das ersehnte,
es lockt noch immer mich und nimmt mich mit.

So lass mich bitte hier die Zeit noch bleiben,
erbeben in der Jahreszeiten Spur,
um in Gedichten, Bildern zu beschreiben
die schönen, kleinen Wunder der Natur!

Ich weiß, anmaßend klingt sie, diese Bitte:
Lass mich verweilen, zähl‘ nicht meine Schritte!

© Ingrid Herta Drewing,2015