Archive for the Category Landschaft

 
 

Nilgänse in Wiesbaden

Als habe Ra sie zum Appell befohlen,
Nilgänse, da versammelt, aufrecht stehen
und aufmerksam in eine Richtung sehen,
im Mittagsglanz des Sommers, unverhohlen.

Sie, Immigranten aus des Nils Regionen,
Am Warmen Damm längst heimisch schon geworden,
schreckt auch nicht mehr der Winter hier im Norden;
ganzjährig sie an diesem Teiche wohnen.

Hier, wo die warmen Quellen bringen Milde
und selten nur herrscht Frost mit Eis und Schnee,
gehören sie zum wohl vertrauten Bilde
wie Enten, Schwäne dort am Kurhaus-See.

Erobern gleich der Sittichschar die Stadt,
die grüne Zonen dort bevölkert hat.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Rheintour

Seht dort, die schönen, weißen Schiffe fahren
flußaufwärts-abwärts. Rheingau, Mittelrhein
begrüßen sie an Sommertagen, klaren!
Wie gerne möchte man an Deck da sein!

Von Mainz, Wiesbaden bis nach Rüdesheim
gefällt der Fluss sich noch in seiner Breite.
Nach Bingen bis nach Bonn zwängt’s Tal ihn ein,
steil wachsen Berge hoch an beiden Seiten.

Der Mittelrhein, ein herrlich Fleckchen Erde,
entführt in ferne Zeiten, deren Bild
erzählt von Römern, Rittern, manch‘ Beschwerde
der Schiffer, die hier auf dem Strome, wild.

Vom Schiff aus sieht man stolze Burgen grüßen,
vorbei am Mäuseturm, Pfalzgrafenstein,
wo man die Schiffer einst ließ Zollschuld büßen,
sie lochte sogar in Verliesen ein.

Vor St. Goar erklingt das Heinelied,
dies‘ Märchen von der schönen Loreley.
Und seltsam traurig rührt dies‘ manch Gemüt,
obwohl man fährt nur an dem Fels vorbei.

Jedoch der Landschaft Zauber wirkt noch immer.
Weinberge blicken in der Sonne Glut,
und auf dem Wasser glitzert ihrer Strahlen Schimmer.
An Bord, der goldne Wein, er mundet gut!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Sommerabend-Idylle am Rhein

Der Tag trägt hier nun seine Abendrobe
und stellt sich festlich dar in Dunkelblau.
Es leuchtet Venus hell; zum Sommerlobe
zeigt sich der Stern-Eleven lichte Schau.

Vom nahen Park weht lieblich Lindenduft
und hüllt dich sanft in Sommerträume ein.
Jasmin,Lavendel, Salbei würzt die Luft.
Mit leisem Wellenplätschern grüßt der Rhein.

Beschaulich geht ein warmer Tag zu Ende.
Das Amsellied ist nun verstummt; die Ruh,
ein seidig’Tuch, streift zärtlich das Gelände
und deckt auch dir die müden Augen zu.

Der Vollmond spiegelt hell der Sonne Schein
und schenkt sein silbern‘ Konterfei dem Rhein.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Ruhiges Meer

So sanft liegt nun das Meer,
als kenne es kein Stürmen,
kein Brausen, Wellen-Türmen,
nicht wilden Wetters Wehr.

Bei Ebbe schenkt‘ s am Strand
im blauen Mittagslicht
bis zu des Flutens Pflicht
die Illusion von Land.

Der Wächter blickt hinaus,
als könne er erschauen
Gefahren, kein Vertrauen
hat er in Meeres Braus‘.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Nordholland-Bild

Gestutzte Weiden,
knorrige Bäume, säumen
den Lauf des Flüsschens.

Friedlich grasen dort
mit ihren Mutterschafen
wollige Lämmer.

Die alte Mühle,
deren Flügel nun ruhen,
sie weckt Nostalgie.

Riesenwindräder,
nicht auszublenden,kreisen,
verfremden das Bild.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Garten in ‚t Huis te Groede

Vom Meer weht eine leichte Brise
und zarte Federwölkchen ziehen
landeinwärts, senden helle Grüße;
ein Sonnentag will licht erblühen.

Im Garten zaubert die Natur
den Pflanzen liebe Blühgesichter,
vielfältig, duftend, Frühlings Spur,
ein Farbenspiel, Millionen Lichter.

Und leise streift der milde Wind
durch das Geäst der alten Bäume.
Er wiegt hier in den Nestern lind
die Vogelbrut, schenkt sanfte Träume.

Der Wölkchen weißer Hauch im Blau,
löst langsam sich im Sonnenlicht,
das gleißend auf des Himmels Au
den warmen, hellen Tag verspricht.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Frühlingsgeschenk

Ein Regenbogen,
auf die Erde gefallen,
die Tulpenfelder.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Auf der A3 im Frühling

Graues Asphaltband
führt durch erwachendes Land
in Grünschattierung.

Die Blütenbäume,
Aquarell ins Grün getupft,
Frühlingsimpression.

Vor dunklen Tannen
leuchten gelbe Rapsfelder,
Frühsommer-Kontrast.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Frühlingsanfang

Lenz beginnt, sagt der Kalender.
Draußen regt sich die Natur,
zeigt uns blühend seine Spur,
grüne Ranken am Geländer;
Stunden zählt die Sonnenuhr.

Amseln singen, bauen Nester,
Storch und Reiher sind zurück.
Muntres Zwitschern im Gebück
kündet froh an Frühlings Fest, der
nun beschert Familienglück.

Weiße Schiffe laden wieder
hier Touristen gastlich ein;
Rheingau lockt und Mittelrhein.
Dort erklingen alte Lieder.
Heines Loreley darf’s sein.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Frühlingsmittag am See

Es tanzen funkelnd, sonnentrunken
dort auf dem See Milliarden Lichter
gleich Frühlings hellen Lebensfunken;
und träumend, in die Welt versunken,
erwachen lächelnde Gesichter.

Das grünt und blüht! An allen Zweigen
aus Knospen Blätter, Blüten quellen.
Ihr grünes Haupt die Weiden neigen;
im Spiegel mag der See sie zeigen
dem Schwanenpaar, das sanft zur Stelle.

Ich stehe am Gestade, schaue
beglückt auf dieses neue Werden,
das zärtlich sagt:“Sieh und vertraue
auf Gottes Güte! Darauf baue,
er schenkt uns Leben hier auf Erden!“

© Ingrid Herta Drewing,2014