Archive for the Category Sommer

 
 

Rosenfrüchte

Wie schön dort in den Rosenhecken,
wo jüngst ein Blütenmeer noch war,
die roten Hagebutten blecken,
so drall und fruchtig, glänzend klar!

Zwar senden sie uns Herbstsignale,
jedoch ihr feuerroter Glanz
belebt das Bild noch, wenn der fahle
November naht im Nebeltanz.

Gepflückt, geschält, als Marmelade,
so munden sie als Brotaufstrich.
Doch als der Vögel Futtergnade
erweisen sie im Winter sich.

Wie schön dort in den Rosenhecken,
die nun all ihrer Blüten bar,
die Hagebutten rot erwecken
den Traum des Sommers, der hier war.

© Ingrid Herta Drewing

Spätsommer IV

Der Himmel blau, der Morgen kühl,
und Herbst steht vor den Toren.
Vorbei die Zeit, da es so schwül;
Jedoch des Sommers Wohlgefühl
ging uns noch nicht verloren.

Da blüht und duftet es im Garten,
wo in den Rosenhecken
vereinzelt Hagebutten warten,
hier rot den Feuertanz zu starten
in ihren Blattverstecken.

Noch schlafen fest im Stachelbett
die braunen Esskastanien;
kein Sturm sie wachgerüttelt hätt’.
Und auf Frau Sommers Fensterbrett,
da leuchten hell Geranien.

© Ingrid Herta Drewing

Frühherbstwunsch

Der Herbst, der Wilde, der so rot belaubt
sich in das helle Sommerleben mischt
und alles, was wir, hoffend, grün geglaubt,
verfärbt mit seinem kühnen Farbenwisch.

Der Herbst ist uns zu früh ins Jahr geschlittert.
(Das Thermometer stürzte zwanzig Grad)
Wer unlängst noch geschwitzt, jetzt frierend zittert
und wünscht, dass dieser Spuk ein Ende hab’.

Wir hoffen auf Septembers milde Tage.
Der Frühherbst möge warm, gefällig sein!
Dann nehmen wir ihn gern an, ohne Klage;
gewinnt der Winzer doch nun goldnen Wein.

Wir wollen froh der Ernte Fest besingen
und tanzen, uns im Kreise drehend, schwingen.

© Ingrid Herta Drewing

Spätsommerstimmung

Es liegt ein Schatten auf den Sonnenuhren.
Mir ist es, als ob stünde still die Zeit.
Wehmütig träumt der Sommer auf den Fluren.
Zum Abschied, scheint es, hält er sich bereit.

Sein warmer Blick, der nun so sanft und mild,
fast lächelnd, ruht auf letzten, roten Rosen,
auf dem an Früchten reichen Erntebild,
bemerkt, zwar zögerlich, die Herbstzeitlosen.

Ich sehe  Kraniche nach Süden ziehen.
Ein Zeichen, dass hier bald der Sommer geht,
obwohl Reseden, Oleander blühen,
und hell die Sonne noch am Mittag steht.

Wie gerne hielte ich die Uhren an, die Zeit!
Doch die Vernunft sagt mir: Vermessenheit!.

© Ingrid Herta Drewing

Septemberimpressionen

Es hebt der Tag die Nebellider
und sucht des Himmels klaren Blick.
Der Sonne Antlitz neigt sich nieder,
schaut strahlend auf die Erde wieder.
Ein zartes Lächeln grüßt zurück.

Obwohl des Sommers Feuer schwelen,
zeigt er sich noch im Blumenflor,
vermag  mit Düften zu beseelen.
Das süße Heu darf da nicht fehlen
und auch der Rosenblüten Chor.

Als wolle er zum Abschied schenken
der Erde noch ein lieblich’ Bild,
wenn vieler Vögel Scharen lenken
den Flug nach Süden, ein Gedenken
an milde Tage, lichterfüllt.

© Ingrid Herta Drewing

Spätsommertag

September schenkt mit seinen milden Händen
zu Sommers Abschied goldnen Sonnenschein
und zaubert mittags, glühend im Gelände,
die letzte Süße noch in Obst und Wein.

Schönwetterwolken schweben in den Lüften
und drin im Haus, da duftet es so süß
nach Pflaumenkuchen, Mus, bekannten Düften
aus Mutters trautem Küchenparadies.

Gemeinsam um den Tisch sitzt froh die Runde,
sich labend an Kaffee und Kuchenschmaus.
Im Garten nun genießen wir die Stunden
in warmer, frischer Luft hier vor dem Haus.

Und freuen uns an diesem kleinen Glück,
womit der späte Sommer uns entzückt.

© Ingrid Herta Drewing

Spätsommer

Noch duften hier im Garten die Reseden
und auch der Rosenhag rot blühend glänzt.
Die Zeit der Sonnenuhr im Blumenbeete
hell leuchtend ihre Stunden dort umkränzt.

Zwar schält sich aus dem Nebel kühl der Morgen
doch mittags herrscht der Sonne goldner Schein.
Spätsommer will uns seine Wärme borgen
und hüllt uns noch ein Weilchen zärtlich ein.

Bis dann der Herbst, der stürmische Geselle,
die Blätter färbt und löst zum letzten Tanz,
sie wild im Winde wirbelt über Schwellen
und im Novembernebel löscht des Lichtes Glanz.

Erinnerungen unsrer Sommerträume,
sie mildern dann das Bild der kahlen Bäume.

© Ingrid Herta Drewing

Sommers Ende

Nun, da der Sommer sanft zu Ende geht
und mit ihm auch der goldnen Felder Wogen.
Der Früchte Pracht bereit zur Ernte steht,
sind Vögel schon nach Süden weggezogen.

Ermattet sinkt die Zeit der Sonnenuhren,
und Abendschatten weiten Länge aus.
Es zeigen sich des Frühherbsts erste Spuren.
Das Weinlaub flammt in Röte auf am Haus.

Der Morgen, der im Nebeldunst erwacht,
erwartet kühl der Sonne warmes Strahlen,
die sich verspätet auf den Weg jetzt macht,
die Landschaft zart und lieblich zu bemalen.

Der Sommer mag uns so Adieu nun sagen
schenkt uns die Milde der Septembertage.

© Ingrid Herta Drewing

Hitzefrei

Als sei sie dort am Himmel festgeklebt,
so unbeweglich grau die Wolkendecke
sich mit der schwülen Hitze hier verwebt.
Doch wird sie bald schon ein Gewitter schrecken.

Wenn dann am Himmel grelle Feuer blitzen,
der Sturm, entfesselt, in die Bäume greift,
der Regen prasselt, dringt in alle Ritzen,
und Hagel Wiesen-Felderwogen schleift.

Dann wird auch endlich diese Hitze schwinden,
den hellen Tag schenkt uns die Sonne klar,
des Regenbogens Farben; wir verwinden,
das garstig’ Wetter, das noch vormals war.

Wir atmen frei, genießen ’s Sommerleben
und sehen hoch am Himmel Schwalben schweben.

© Ingrid Herta Drewing

Sommerdüfte

Es sind des Morgens diese schwülen Lüfte,
die nur ein leichtes Windchen will bewegen,
gar reich erfüllt von vieler Pflanzen Düfte,
die hier der Sommer darf im Garten hegen.

Der Rosen Honigmilde im Bouquet,
Petuniendüfte, deren süßes Sehnen
herbstolz Lavendel fängt; in Windes Lee
die Sterne des Jasmins so lieblich lehnen.

Basilikum und Rosmarin, Reseden
erweitern dieses Düfte-Potpourri.
Ich fühle nasenselig mich in Eden,
genieße der Gerüche Sinfonie.

Ein Sommermorgen, der sich duftend schenkt
und meinen Blick auf vieles Schöne lenkt.

© Ingrid Herta Drewing