Mohnblüte
Nur ein Blütentag!
Wind zerriss das zarte Kleid
des roten Mohnes
und trug die Sommersehnsucht
weit über Wiesen hinaus.
© Ingrid Herta Drewing
Nur ein Blütentag!
Wind zerriss das zarte Kleid
des roten Mohnes
und trug die Sommersehnsucht
weit über Wiesen hinaus.
© Ingrid Herta Drewing
Dem Kreislauf der Natur
läuft vieles arg zuwider,
was auf des Menschen Spur,
der überall auf Tour,
sich schlägt so schädlich nieder.
Die Stoffe hergestellt,
zum Beispiel Plastik pur,
für die bequeme Welt,
der Luxus so gefällt,
meist’ bringen Schaden nur.
Was zum Gebrauch bestimmt,
dient heute dem Verbrauch.
Was „in“ die Mode trimmt,
man schnell als „ out“ vernimmt,
entsorgt es zügig auch.
Als wären stets ersetzbar
der Erde gute Güter,
die doch für uns unschätzbar!
Natur ist sehr verletzbar,
auch wir. Seien wir Hüter!
© Ingrid Herta Drewing
Ein lieber Blick, ein Blütenbild,
der Vögel Zwitschern in den Bäumen,
ein Tag, der sonnig, frühlingsmild,
schenkt dir ein kleines Glück, lässt träumen.
Von einer Welt, die wirklich gut
das Leben schätzt und, ihm gewogen,
verlässt den Weg des Wahns, der Wut,
wo viele Menschen bös’ betrogen.
Gemeinsam hier ein Paradies
in Frieden sorgsam zu gestalten,
wo keiner hungern muss, das hieß’
auch achtsam mit Natur zu walten.
Damit die wunderschöne Erde
hier Lebensquelle weiter bleibe,
den Menschen stets zur Heimat werde,
aus der kein Unheil sie vertreibe.
© Ingrid Herta Drewing
Der schwarze Vogel kreist schon um dein Haus.
Du schließt die Fenster und beginnst zu singen,
träumst von des Phönix’ goldnen Feuerschwingen,
verdrängst gekonnt des nahen Dunkels Graus.
Noch klingt dein Lied und wehrt den fremden Schatten.
Des Lebens Freude birgt dich, hält dich warm.
Der Klang gibt dir die Kraft, lässt nicht ermatten;
du beugst dich nicht in Schwäche vor dem Harm.
Wenn sich das Licht in graue Asche brennt,
wird deine Seele sich in Höhen heben,
durch Sternenstaub in ferne Weiten schweben,
die vorerst auch kein glaubend Herz erkennt.
Doch wartet dort gewiss ein neuer Morgen,
da darfst auch du dich fühlen ganz geborgen.
© Ingrid Herta Drewing
Es kommen aus der Küche Kräuterdüfte,
die würzig, herb den Töpfen hier entsteigen!
Ein fernes Flugzeuggrummeln in den Lüften,
ansonsten lädt die Stille ein, zu schweigen.
Der Mittag feiert seine eigne Stunde;
im Garten schläfrig, sanft Frühsommer träumt.
Es hat der Vögel muntre Sangesrunde
den Platz für ’s Bienensummen, zart, geräumt.
Als übe so der Tag ein Innehalten.
Bevor er sich geschäftig wieder gibt,
lässt auch der Mensch nun Mittagsruhe walten,
genießt beschaulich, was sein Gaumen liebt.
Um dann, gestärkt durch Speisen und Besinnen,
auf ’s Neue mit der Arbeit zu beginnen.
© Ingrid Herta Drewing
So zart das Blütenkleid, der wilde Mohn,
dies’ leuchtend rote Feuer in den Wiesen!
Ein leichter Wind die Gräser wiegt, sie fließen
in sanften Wogen, lichter Strahlen Lohn.
Frühsommer spielt schon in den Sonnenuhren;
am Mittagshimmel das Gestirn hoch glüht
und kost die Wälder und die grünen Fluren,
die Auen, Gärten, die hier neu erblüht.
Da regt in allem hell sich die Natur,
sogar der Griesgram scheint jetzt gut gestimmt.
Die Freude zieht, mild lächelnd, ihre Spur,
die vielem nun den grauen Schatten nimmt.
So mag man auch die Pfingstbotschaft verstehen
und miteinander menschlich umzugehen.
© Ingrid Herta Drewing
Ein sanfter Vormittag, Blauregendüfte
umschmeicheln mich; ich sitz’ auf dem Balkon,
genieße hier die milden Maienlüfte
und auch der Amsel süßen Flötenton.
Zurückgekehrt, am Himmel Schwalben schweben,
als sei gegeben alle Zeit der Welt,
die sie, anmutig gleitend, leicht erleben
in ihrem lichten, blauen, klaren Feld.
Und in der Efeuwand Grünfinken hüpfen,
die sich hier in dem Grün zu Hause fühlen,
zu Neste tragen; bald wird Nachwuchs schlüpfen
und flügge in dem Blättergarten spielen.
Beglückt empfinde ich den Frühlingsmorgen,
fühl‘ mich in meiner kleinen Welt geborgen.
© Ingrid Herta Drewing
Wie Wellen rinnen
in großen Kreisen,
schon im Beginnen
in Fernen weisen,
so auch unser Leben
wächst und sich weitet,
gütig begleitet,
im Nehmen und Geben,
im Hoffen und Streben,
im Können und Üben,
im Sehnen und Lieben,
zum Ufer sich wendend,
ausklingend
endet.
© Ingrid Herta Drewing
Der Mittag breitet still die sanften Flügel
weit über Dorf und Tal und Feldern aus.
Die Sonne gleißend strahlt hoch überm Hügel,
und wohlig schnurrt die Katze vor dem Haus.
Sie ruht dort auf der Bank im Sonnenschein
und träumt vom Mäusefang, der ihr so liegt.
Die Ringeltaube, auf dem Dach allein,
gurrt tief, damit ihr Partner zu ihr fliegt.
Und unterm Kirschbaum spielt Marie-Luise,
wiegt zärtlich in den Traum ihr Puppenkind.
Dann hält auch sie ein Schläfchen auf der Wiese.
Im Blütenbaum singt leis’ der Frühlingswind.
Der Maler, angetan von der Idylle,
mischt seine Farben, rückt zurecht die Brille.
© Ingrid Herta Drewing
Dort, wo am Horizont sich sanft vereinen
das Blau des Himmels und das Grün der See,
erglänzt im Strahlenspiel der Sonne Scheinen
ein großes Schiff mit Segeln weiß wie Schnee.
Als steige es herauf aus fernen Träumen,
erscheint es wie aus einer andern Welt
und gleitet leicht dahin, die Wogen schäumen
kurz auf am Bug, wenn es durchs Wasser schnellt.
Geschrei der Möwen, die es eskortieren,
hebt es ins klare Bild der Wirklichkeit.
Der Lotse wird es kundig nun bugsieren
vorbei am Riff in Hafens Sicherheit.
Da wird es abgetakelt kurz nur liegen,
um bald bei Flut weit übers Meer zu fliegen.
© Ingrid Herta Drewing