Archive for the Category Winter

 
 

Auf dem Weihnachtsmarkt

Im Regengrau scheint zu versinken
Adventszeit-Stimmung; doch noch Licht
in hellen Lilienblüten spricht
und Sterne festlich leuchtend blinken.

Komm, lass uns einen Glühwein trinken!
Der wärmt uns recht von innen auf.
Verschieben wir nun Arbeit, Kauf,
um uns pausierend auszuklinken!

Es wird uns jetzt der Stress nicht linken,
und froh stimmt uns der kleine Plausch.
Hier mag uns fern von Kaufes Rausch
ein Hauch Gemütlichkeit wohl winken!

© Ingrid Herta Drewing,2015

Auf dem Balkon im Dezember

Die Glockenblümchen blühen
gleich blauen Warte-Weilchen,
Maßliebchen-Sterne glühen;
wohl flüstern bald auch Veilchen.
Statt Winters Kälte-Corps
erwacht des Frühlings Flor.

Die Meisen zwitschernd stieben,
und Amseln üben’s Flöten.
Die Vögel, die geblieben,
nun wissen nichts von Nöten.
Des Wetters Wärme lässt
sie feiern schon ihr Fest.

Da sollte ich mich freuen
an Lieblichkeit und Milde,
doch fürchte ich, Bereuen
folgt diesem Frühlingsbilde.
Des Klimawandels Spur
zeigt’s:Kurz vor Zwölf die Uhr!

© Ingrid Herta Drewing,2015

Geborgen

Matt taumelt nun herab das letzte Blatt,
mein kleiner Apfelbaum ist kahl geworden,
und Nebel dicht sich ausgebreitet hat,
eiskalte Luft strömt in das Land von Norden.

Da fühl ich sanft geborgen mich zu Hause,
wo wohlig doch noch Licht und Feuer wärmt.
Behaglichkeit in meiner kleinen Klause,
es knistert im Kamin, die Flamme schwärmt.

Und mögen dann auch Eis und Schnee bedecken
den See, die Felder, Wälder und die Stadt,
es kann mich Winters Frost hier nicht erschrecken,
weil seine Macht da nichts zu sagen hat.

Bald leuchtet, blüht ein klarer Tag im Garten,
lässt mich des Winters Schönheit froh erwarten.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Hauchzart

Klarer Wintertag,
Rauchpirouetten tanzen
in den Blauhimmel.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Winterwunsch

Ich wünsch‘ mir Pulver-Schnee
und klare Wintertage
und auf dem kleinen See
’ne Eisschicht,die gut trage.

Dort wo im kahlen Baum
jetzt müde Krähen sitzen,
da glänze Raureifs Traum,
der Zweige zarte Spitzen!

Das Garten-Vogelhaus
beherberg‘ muntre Gäste,
die fliegen ein und aus
zum Körner-Futter-Feste!

© Ingrid Herta Drewing,2015

Winters Gruß

Heut kam der Winter kurz mal reingeschneit,
den Markt mit seinen Sternchen einzuleiten,
wo Lilien-Lichter, Weihnachtsbaum bereit,
uns während der Adventszeit zu begleiten.

Des Domes Türme schien er zu umhüllen
mit seinen weißen Schleiern in der Höh‘,
im Winde wirbelte die Flocken-Fülle,
verzierte blaue Buden flugs mit Schnee.

Dem alten Karussell, das in gewohnter Weise
nostalgisch und beharrlich Runden dreht,
warf Schnee-Kristalle kühn er in die Kreise,
rief :“Ja, ich bin noch da, wie ihr hier seht!“

Gewiss, wir hatten ihn schon abgeschrieben,
denn letztes Jahr blieb er uns gänzlich fern,
obwohl wir diese Stimmung hier doch lieben,
wenn auch zur Weihnacht glitzern seine Stern‘.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Kälteeinbruch

Wetterkundler uns berichten,
ab vierhundert Meter Höh‘
gebe es den ersten Schnee.
Gar nicht mag man das, mitnichten!

Zeit wird’s wohl für Winterreifen,
falls der Schnee so früh nun fällt,
sich die Kälte schon einstellt.
Ja, man kann es kaum begreifen!

Üppig glänzt der Farben Pracht,
schmückt das Laub doch Büsche,Bäume,
Sonne schenkt noch helleTräume,
wenn sie mittags golden lacht.

Dennoch Nacht zeigt kalt Gesicht,
und es fröstelt meist‘ am Morgen.
Du fühlst dich zu Haus geborgen;
hier wärmt Feuer dich und Licht.

Schnell räum‘ man nun Obdachlosen
eine warme Heimstatt ein.
Draußen sollte keiner sein,
auch wenn falsch sind die Prognosen!

© Ingrid Herta Drewing

Spätherbst-Ankündigung

Der Herbst zeigt sich der Wärme bar,
oft Frost den Morgen schon versieht.
Auch ward am Himmel deutlich klar
nach Süden zieht’s die Kranich-Schar,
die sorgsam vor der Kälte flieht.

Es wird wohl nicht mehr lange währen,
bis alles Blattwerk welkend fällt,
und in den dichten Nebelmeeren
Herbst kahle Bäume als Chimären
konturlos in die Landschaft stellt.

Da fühlt man sich zu Haus geborgen,
schätzt Wärme, Kerzenlicht und Tee,
stapft warm gekleidet in den Morgen,
gelassen trotz der Alltagssorgen
und freut sich auf den ersten Schnee.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Momentaufnahme I

Das Eichhörnchen dort auf dem Baum
isst seine Nuss manierlich.
Für mich ein Schattenspiel, ein Traum,
wie es so sitzt possierlich.

Mit meiner kleinen Kamera
hielt ich den Anblick fest,
als ich das Tierchen thronen sah
hoch oben im Geäst.

© Ingrid Herta Drewing

Momentaufnahme II

Auf der Baumbühne
isst das Eichhörnchen die Nuss,
Winterschattenspiel.

© Ingrid Herta Drewing,2015