Silvesterwünsche

Und wieder geht ein Jahr zu Ende,
ein neues grüßt im Januar.
Wir Menschen an der Zeitenwende
umarmen, schütteln uns die Hände
und wünschen uns ein gutes Jahr.

Als hätten Wünsche die Magie
und würden wie im Märchen wahr…
Er scheint dir fast als Idiotie
der Traum von Glück und Harmonie
der Welt, die friedlich, wunderbar.

Und doch, aus allem spricht dies‘ Hoffen,
ein Leben, das auf Zukunft baut,
verdrängt, was Böses uns betroffen,
sich haltend für das Gute offen,
wenn es so optimistisch schaut!

Wer glaubt, erbittet Gottes Segen,
weiß sich in seiner Hand geborgen
und fürchtet nicht, auf neuen Wegen
zu fallen, fühlt, Gott wird ihn hegen,
geleiten hin zu hellem Morgen.

© Ingrid Herta Drewing

Zwischen den Jahren

Das alte Jahr nimmt Abschied nun im Regen;
die letzten Tage tröpfeln so dahin.
Die milde Luft, der Frühlings-Weihnacht Segen,
belebt zwischen den Jahren deinen Sinn.

Du blickst zurück, beleuchtest, was gewesen
an Freud und Leid zu Haus‘ und in der Welt.
Noch immer ist von Hass und Krieg zu lesen
und Katastrophen, die wir selbst bestellt.

Du hoffst, dass sich doch jetzt im neuen Jahr
das, was uns schmerzt, zur Besserung bewege
in Liebe, Güte;Menschlichkeit auch klar
zu unser aller Wohl den Grundstein lege.

Auf dass der Mensch vernünftig, gütig lebe,
damit es hier auf Erden Frieden gebe.

© Ingrid Herta Drewing

Zum Jahresende

Des Jahres Tage sind gezählt.
Der Blick zurück lässt Wünsche offen,
gebiert zugleich das stille Hoffen,
dass Glück im neuen Jahr uns wähl’.

Prognosen gibt es, im Orakel,
da findet mancher seine Sicht.
Noch ahnt er nichts von dem Debakel,
das ihn alsbald nimmt in die Pflicht.

Sylvesterträume in den Lüften;
der Lärm den Dämon dräng’ zurück!
Jedoch in unsren engen Klüften,
wir weben mit an dem Geschick.

So vieles, was wir tun, entscheiden,
ist wichtig, zeigt des Lebens Weg.
Die Gier, den Hass gilt ’s zu vermeiden,
die Liebe sei uns Brücke, Steg!

Dann wird vielleicht das nächste Jahr
auch für uns Menschen wunderbar.

© Ingrid Herta Drewing

Hoffnungsweiß

Wie trüb‘ der Tag nun wieder draußen dräut!
Statt Winterzauber dieses Einheitsgrau
im Nieselregen, der zwar Pflanzen freut;
ich könnt‘ verzichten auf nasskalte Schau.

Doch meine Wetterwünsche sind vergebens;
gestalte, was mir frommt halt froh zu Haus‘.
Akzente setzen, lehrt der Takt des Lebens;
gemütlich wird mir warmer Wohnung Flaus.

Ein Vogel, der geborgen tief im Nest,
verlernt sein Singen nicht, wenn Regen fällt.
Vielleicht erglänzt auch uns zum Weihnachtsfest
im Hoffnungsweiß, was noch entstellt die Welt.

Wenn unsres Sonnensternes helle Strahlen
die Friedensbotschaft in den Himmel malen.

© Ingrid Herta Drewing

Hoffnungsfest

Vormals noch ein Tannenbaum,
heute Plastik pur,
und der Kerzen- Lichter-Traum
folgt der Kabelspur.

Sangen wir nicht einst das Lied?
Heut ‚ klingt die CD,
und ein stilles Weh
schleicht sich ein in mein Gemüt.

Umgepolt das Friedensfest,
als Geschenk nur Dinge,
die das Geld erbringen lässt.
Liebe sollte singen!

In der Kirche heil’gem Raum
treff‘ ich dies‘ Zuhaus‘.
Hier löst Glaube sich von Traum,
Hoffnung bleibt nicht aus.

© Ingrid Herta Drewing

Friedenswunsch

Noch immer wünschen hier wir Menschen Frieden,
ersehnen eine Welt voll Harmonie,
und dennoch hören wir doch meist‘ hienieden
das Röhren jener falschen Melodie.

Bedrohlicher als feurige Vulkane,
der Meere unberechenbare Wellen
ist dieser Hass, er lässt Zerstörung ahnen,
wenn lebensfeindlich die Parolen gellen.

Gewalt und Terror brechen sich die Bahn;
Jahrtausende, geplagt von Leid und Kriegen!
Der Mensch, gefangen hier in bösem Wahn,
sich fragt, wann Liebe, Güte endlich siegen.

Er hofft stets wieder in der Weihnachtszeit,
dass sie den Frieden habe im Geleit.

© Ingrid Herta Drewing

Im Nebel II

Noch immer verborgen, die Sonne!
Im Tal liegt der Nebel dicht,
als habe das Grauen gewonnen,
weil Farben des Lebens zerronnen
in dauerhaftem Verzicht.

Es kann sich der Blick nicht gewöhnen,
denn du bist dazu nicht bereit,
zu fristen in solch tristen Tönen,
die alles, was schön, hier verhöhnen.
das Dunkel, den Tod im Geleit.

Dein Herz fühlt auch jetzt dieses Hoffen,
hegt treulich die Zuversicht,
es weiche, was trüb dich betroffen,
und wünscht sich den Himmel weit offen,
ersehnend Freude und Licht.

© Ingrid Herta Drewing

Schwebe

Woraus sind wir gemacht?
Aus jenem Sternenstaub,
in Sphären aufgeklaubt,
und einem Geist, der lacht,
auch oftmals bitter weint,
und Träumen, die wir sacht
hier irdisch uns vereint?

Was hält uns auf der Spur
in unsrem kurzen Leben;
lässt uns hier nehmen, geben
inmitten der Natur?
Ist es das Lied vom Lieben,
ist’s unser Denken nur,
das wir, beflissen, üben?

Es ist dies‘ glaubend‘ Hoffen,
das uns in Schwebe hält
im Dasein dieser Welt,
die wir hier angetroffen;
und dieses Wunder: Leben,
in seiner Vielfalt offen,
das täglich neu gefällt.

© Ingrid Herta Drewing

Ermunterung

Nebelblindes Gehen,
Tasten nach dem Licht.
Hoffnung hilft bestehen,
wenn des Glückes Drehen
fordert den Verzicht.

Wenn die Feuer schwelen,
schwach dein Flämmchen glüht,
und des Lebens Stelen
Festigkeit verhehlen,
nichts im Garten blüht.

Lies nicht aus den Sternen!
Bleib‘ im Glauben fest!
Aus Erfahrung lernen,
Widriges entkernen,
Liebe leben lässt.

© Ingrid Herta Drewing

Trost im Spätherbst

Die Nacht, so Mond beschienen, sternenklar,
jedoch der Tag versinkt im Einheitsgrau.
Nur Raureif,Nebels Kuss, säumt hier bizarr
die welken Blätter in der Bodenschau.

Mit seinen kalten, feuchten Händen hat
der Spätherbst nun die Landschaft ganz erfasst.
Was vormals leuchtete und glänzte satt,
das liegt jetzt fahl und todesstarr erblasst.

Ein monotones Bild,das traurig stimmt;
da muss die Hoffnung wiederholt beteuern,
dass alles, was hier nur noch sterbend glimmt,
auflodern wird, sich blühend zu erneuern.

Das pralle Leben der Natur macht Pause,
ruht sanft im unterirdischen Zuhause.

© Ingrid Herta Drewing