Der Ventilator wandert auf den Speicher,
hat ausgesummt, wird nun nicht mehr gebraucht.
Des Sommers Hitze, kaum in Jahren reicher,
hat schon vor ein paar Wochen ausgehaucht.
Hier blickt der Herbst jetzt Morgens kühl ins Fenster.
Die Sonnenuhr zeigt an die Stunden spät,
weil Nebel graue Spinnen-Kleid-Gespenster
ihr in das helle Licht des Tages sät.
Noch glühen leuchtend rot die letzten Rosen,
doch Kraniche, laut rufend, südwärts ziehen.
Von Abschied künden auch die Herbstzeitlosen;
und du, du würdest gar zu gern entfliehen.
Doch bleibst du, hältst dein Haus hier wohl bestellt,
sorgst für das kleine Glück in deiner Welt.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 13th, 2015 | 0 Comments
Category: Abschied, Herbst, Landschaft, Licht, Natur, Nebel, Sonette, Stimmungen | Tags: Abschied, Dunkelheit, Fernweh, Herbst, Herbstzeitlosen, Kraniche, Nebel, Sonnenuhr, Verantwortung, Zugvögel, ZUhause
Victory-Zeichen
schreiben sie in den Himmel,
die Kranich-Scharen.
Laut erschallt ihr Siegesruf,
„Kuru!“klingt’s in die Weite.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 12th, 2015 | 0 Comments
Category: Fauna, Haiku & Co, Herbst, Natur, Rhein, Vögel | Tags: Kranich-Zug, Trompetenrufe, Viktory
Der Herbst zeigt sich der Wärme bar,
oft Frost den Morgen schon versieht.
Auch ward am Himmel deutlich klar
nach Süden zieht’s die Kranich-Schar,
die sorgsam vor der Kälte flieht.
Es wird wohl nicht mehr lange währen,
bis alles Blattwerk welkend fällt,
und in den dichten Nebelmeeren
Herbst kahle Bäume als Chimären
konturlos in die Landschaft stellt.
Da fühlt man sich zu Haus geborgen,
schätzt Wärme, Kerzenlicht und Tee,
stapft warm gekleidet in den Morgen,
gelassen trotz der Alltagssorgen
und freut sich auf den ersten Schnee.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 12th, 2015 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Fauna, Flora, Geborgenheit, Herbst, Landschaft, Leben, Licht, Natur, Nebel, Stimmungen, Wärme, Winter | Tags: Frost, Geborgenheit, Kerznelicht, Kraniche, Muße, Spätherbst, Wärme, ZUhause
Ich könnte mich in diesen Herbst verlieben,
in seine Farbenpracht, der Blätter Bunt,
die warmen Strahlen, die den Tag durchsieben,
wenn hoch im Blau der Sonne golden Rund.
Jedoch ist dieser Bursche recht durchtrieben,
wirft Nebelkerzen, hüllt hier ein die Stadt.
Bald wird die Malkunst in den Wind geschrieben,
nach kurzer Vernissage welkt Blattwerk matt.
Da muss, was jetzt so schön erscheint, zerstieben.
Er gibt sich dann meist frostig, feucht und kalt,
wird kahle Bäume barsch ins Blickfeld schieben,
verleiht Vergänglichkeit erneut Gestalt.
Obwohl er auch mit Frost noch nach Belieben
aus Nebelschleiern Silber-Raureif wirkt,
wär‘ ein Verlieben maßlos übertrieben.
Ein kurzer Flirt nur, mehr scheint nicht verbürgt!
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 10th, 2015 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Herbst, Lebensfreude, Licht, Liebe, Malkunst, Natur, Nebel, Vergänglichkeit | Tags: Blattfärbung, Farbenpracht, Flirt, Frost, Herbst, Himmelblau, Malkunst, Nebel, Raureif, Sonnengold, Vergänglichkeit, Verlieben
Menschenströme, Gram-Geleit
aus diversen Gründen,
in das Land jetzt münden,
hoffen, dass sie jederzeit,
sicher in Geborgenheit,
Heil und Glück hier finden.
Kurz ist da die Anlaufzeit,
schnell gilt’s einzuspringen,
ordnend zu bedingen,
dass trotz großer Schwierigkeit,
mancherlei Unwägbarkeit
Hilfe nicht misslinge.
Helfer, willig und bereit,
sich ganz einzubringen,
sorgen für’s Gelingen.
Doch auch Raum,Verfügbarkeit
sind begrenzt, und insoweit
muss man viel erzwingen.
Schlangen, kilometerweit,
Wut will sich entzünden,
weckend alte Sünden.
Und trotz reger Mitarbeit
ist zu lang die Wartezeit,
mag in Trübsal münden.
Weit entfernt von Frust und Leid,
sicher in den Pfründen,
lässt sich leicht verkünden,
dass das Land sei stets bereit,
mit Asyl bei Dringlichkeit
Not zu überwinden.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 9th, 2015 | 0 Comments
Category: Aktuelles, Deutschland, Gesellschaftskritisches, Krieg, Leben, Menschlichkeit, Nachdenkliches, Wirklichkeit | Tags: Ängste, Endliche, Flüchtlingsströme, Gefahr der Ghettobildung, Kapazitäten, Kulturschock, Last der Kommunen, Merkel-Selfies, Probleme, Unbegrenztes Asylrecht, Vökerwanderung
Nun will der Herbst sein Werk vollenden
mit Feuerlaub und Ernte-Tanz,
schenkt Reife, Frucht mit vollen Händen,
als sollt’ sein Reichtum niemals enden
an Tagen in des Lichtes Glanz.
Sehr bald schon werden Nebel steigen,
verhüllen Garten, Haus und Stadt.
Diffus nur kann sich Sonne zeigen,
und in Alleen wohnt ein Schweigen;
dort kauern dann selbst Krähen matt.
Jedoch du sehnst dich nach dem Leben,
treibt auch die Zeit ihr schnelles Spiel.
Obwohl jetzt Blätter fallen, schweben,
magst du dich hier erneut verweben.
Dir gilt der Herbst noch nicht als Ziel.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 8th, 2015 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Herbst, Lebensfreude, Vanitas, Vergänglichkeit | Tags: Ernte, Herbst, Krähen, Leben, Lebensfreude, Nebel, Reife, Vergänglichkeit
Ach, die alten Ungeheuer
werden neu beschworen.
Mancher sieht sie schon am Steuer.
Was uns heilig, lieb und teuer,
findet taube Ohren.
Ruft sie nicht, die dunklen Geister,
gebt hier nichts verloren!
Wischt ihn weg den zähen Kleister,
seid selbst eures Lebens Meister,
wehrt den tumben Toren!
Ja, geht aufrecht, aufgeklärte
Wesen, unverfroren!
Toleriert nicht, was zerstörte
inhuman, fern unsrer Werte!
Seid der Menschlichkeit Sensoren!
© Ingrid Herta Drewing, 2015
Oktober 7th, 2015 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Deutschland, Gesellschaftskritisches, Leben, Licht, Menschlichkeit | Tags: Aufklärung, Emanzipation, Grundgesetz, Hitlerfilm, Humanität, Menschlichkeit, Nazi-Gedankentum, Werte
Herbst lässt mit Wehmut fühlen,
dass hier der Sommer schwand.
Der Sanduhr Körner fielen,
und Bäume Phönix spielen
in feurigem Gewand!
Die Jahre mir entgleiten
wie Blätter flugs im Wind.
Es wettert in den Zeiten,
doch Leid und Freude leiten
noch stets das fragend‘ Kind.
Im Sternen-Traum erbeben
darf still es in der Nacht,
um tags sich zu verweben,
pulsierend mit dem Leben,
das auch den Herbst bedacht.
© Ingrid Herta Drewing, 2015
Oktober 7th, 2015 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Herbst, Leben, Lebensfreude, Licht, Natur | Tags: Herbst, Inneres Kind, Lebensfreude, Lebenswille, Vergänglichkeit, Wissensdurst
Als sei’s ein Werk aus altem Holzbaukasten,
so Klotz auf Klötzchen, Stein auf Stein,
in das doch kundig Hände fassten
und setzten klare Scheiben ein.
Noch gilt’s zu werkeln, wahrend die Fassade.
Es ward errichtet ein Gerüst,
und traurig grüßt die Balustrade,
wo helles Blühen wird vermisst.
Der Tag der Einheit geht an ihm vorüber,
denn Frankfurt führt den Festakt aus.
Hier herrscht heut Ruh‘, das Gegenüber
führt’s spiegelbildlich auch hinaus.
Verwaist der Schlossplatz, auf den grauen Stufen,
wo werktags Menschen gehen ein und aus,
schweigt nun sogar der Tauben Rufen.
Drei goldne Lilien glänzen hoch am Haus.
Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 5th, 2015 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Heimat, Leben, Orte, Wiesbaden | Tags: Baumaßnahmen, Festakt, Frankfurt, Morgen, Rathaus, Ruhe, Tag der Einheit, Wiesbaden
Herbstmittags-Stille,
Blätter flüstern im Bach-Blau,
ein himmlisch Geschenk.
© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 5th, 2015 | 0 Comments
Category: Frühherbst, Haiku & Co | Tags: Bach, Herbst, Himmelblau