Winterlos

Die vierte Jahreszeit kam uns abhanden,
und Herbst sich weitet bis zum Frühling aus.
Das klare Wechsel-Spiel, das wir sonst fanden,
wird seltsam aufgemischt im Wetterhaus.

Statt Winterweiß erblüht auf Wiesenbühnen
das Gänseblümchen so, als sei es März.
Kaum lässt noch Frost die Schädlinge arg sühnen,
und Vögel zwitschern leis die Liebes-Terz.

Doch immer länger herrscht die Sonnenferne,
dann liegt der Tag im Nebelgrau verstrickt,
auch nachts der Himmel ohne Mond und Sterne,
als sei das Bühnenbild hier schier missglückt.

Was uns ward häufig postuliert als nah:
Der Klimawandel ist bereits schon da!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Adventszeit-Trubel

Leuchtend im Nebel,
die Autoschlangen im Stau,
Lichterketten, rot,

Die Kassen klingen.
Bepackt mit Taschen und Tüten
eilende Menschen.

Auf dem Weihnachtsmarkt
bei Glühwein ein kleiner Plausch
und innehalten.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Im Nerotal

Herr Winter war im Park gewesen,
sein Freund, der Frost, stets auch dabei.
Belohnt durch Holles Schneestern-Spesen,
malten sie weiß ihr Konterfei.

Damit man nicht im Eis einbreche,
ward hier die Tafel aufgestellt.
Sie warnt, Betreten dieser Fläche
gefährlich, aus der Haftung fällt.

Jedoch ein zierlich, zartes Wesen,
fast so wie das des Ringelnatz,
das Reh, es konnt das Schild nicht lesen,
fand auf dem Eis des Teiches Platz.

Du fragst dich nun, was es da will,
wenn es zum Eis den Kopf tief neigt,
tagaus, tagein dort steht ganz still
und mit dem Winter wartend schweigt.

Bin kundig, kann es dir verraten;
das Tierchen ward hier installiert,
als eine jener Künstlertaten,
die übers ganze Jahr gastiert.

Die gelbe Bank dort, Name: Made,
von einem Baume perforiert,
ziert leuchtend immer das Gestade,
Kunst mit der Landschaft schön floriert.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Adventszeit-Gedanken

Ach, Herr, wie gerne will ich glauben
der Weihnachtsbotschaft Hoffnungsklang,
mir wünschend, dass die Friedenstauben
beenden Krieg und Tod, erlauben
des Lebens hellen Lobgesang.

Warum, oh Herr, sind wir so blind,
wir Menschen, die wir hasten, eilen?
Du zeigst uns doch, dies schwache Kind,
das in der Krippe liegt so lind,
vermag durch Liebe Leid zu heilen.

So lass uns neu dies Wunder sehen!
Schenk täglich weihnachtlichen Blick,
damit wir Deine Wege gehen,
einander lieben und verstehen,
erkennen klar das wahre Glück!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Dezembertag

Im Nebelgrau ein matter Tag!
Von Sonne kann man da nur träumen;
verblichen Rosenlicht im Hag,
nassschwarz befrackt die kahlen Bäume.

Doch auf dem Weihnachtsmarkt die Lichter
hell leuchten, golden Stern um Stern;
Adventszeit, fröhliche Gesichter
der Kinder, denen Sorgen fern.

Noch fehlt zu Duft und Flitterglanz
das Flockenweiß, der erste Schnee.
Vielleicht beginnt er bald, ihr Tanz
zum Glockenklang hier in der Höh‘.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Das alte Karussell

Lebkuchen duften, süßes Glück
die Zuckerwatte, weiß wie Schnee.
Ein Lichtermeer verwöhnt den Blick,
und Sterne funkeln in der Höh‘.

Nostalgisch schön das Karussell
schickt kleine Pferdchen auf die Reise.
Es lässt sich Zeit, dreht sich nicht schnell,
und Lieder klingen lieblich, leise.

Ein Bild aus längst vergangnen Zeiten
ruft mir Erinnerung zurück,
seh‘ mich als Kind dort mutig reiten,
begleitet von der Mutter Blick.

Wie schön, dass manches bleibt erhalten,
webt weiter diesen Kindertraum,
dass nicht nur Digital-Gestalten
wild flimmern unterm Weihnachtsbaum!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Winterwünsche

Nun auch November nebelsüchtig endet,
und Spätherbst räumt dem Winter das Revier.
Ob der Dezember sonnentüchtig blendet?
Die Wetterfrösche melden Kälte hier.

Man möchte gern die weißen Sternchen sehen;
und auf den ersten Schnee die Kinder warten.
Sie wollen auf den Berg zum Rodeln gehen,
den Schneemann bauen; der soll steh’n im Garten.

Auf weiße Pracht sind Pendler nicht erpicht.
Der Weg zum Arbeitsplatz wird schnell zum Graus;
auf glatten Straßen, oft noch Nebel dicht,
steckt man im Stau, kommt abends spät nach Haus.

Und doch wünscht im Advent, zur Weihnachtszeit
so mancher, dass es stimmungsvoll, schön schneit.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Weihnachtsmarkt

Nun schwindet endlich der Nebel! Die Lüfte,
sonnendurchwirkt, hell erstrahlen in Blau.
Hier auf dem Weihnachtsmarkt locken uns Düfte,
Tannenbaum, Krippe und Sternlilien-Schau.

Ein Karussell, sehr nostalgisch, dreht Kreise.
Pferdchen und Kutsche bewegen sich mit.
Die Kinder wagen begeistert die Reise,
und Glocken-Klänge begleiten den Ritt.

Erwachsene auch gerne hier verweilen,
bewundern Kunsthandwerks Waren am Stand.
Zur Weihnacht will schenkend man Freude teilen,
ist froh, wenn sich da das Passende fand.

Besucher sich treffen zum munteren Plausch,
an Glühweinbuden die Menschentrauben.
Der gewürzte Wein wärmt, erzeugt keinen Rausch;
da darf sich jeder sein Gläschen erlauben.

Rostrot dort am Markt sich der Dom hoch erhebt,
gewährt Raum zu besinnlicher Stunde,
lädt ein zur Adventszeit; der Glaube, er lebt,
schenkt uns Liebe und Frieden im Bunde.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Adventszeit

Tannenduft, und Kerzen schimmern
in den Räumen, wohl bestellt,
Weihnachtsmärkte, leuchtend Flimmern
einer Zauber-Glitzerwelt.

Blaue Buden, Menschenschwärme,
Glühwein hat jetzt Konjunktur,
und man plauscht, genießt die Wärme,
mild hier auf des Frohsinns Spur.

Die Adventszeit stimmt das Hoffen
auf der Weihnacht Segen ein.
Was von Sorgen sonst betroffen,
lässt man außen vor gern sein.

Ist dies doch die Zeit der Freude,
die ins Dunkel bringt das Licht,
das auch unsrem Alltags-Heute
sanft die Zuversicht verspricht.

Und der Kinder Augen strahlen
heller als der schönste Stern.
Christfest-Träume ihnen malen
ein Geheimnis, das noch fern.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Helfen

Ach, dieses Wörterverwursten,
Pfeifen im Keller, im Wald,
keinem, der jäh am Verdursten,
gab das je Hoffnung und Halt.

Das Traumgesäusel am Tage,
Honiggeschmiere am Mund,
mindert nicht Leid, noch Klage
tut nur Befindlichkeit kund.

Jenen, die mit Kopf und Händen
helfen hier, sich bringen ein,
gilt es, sich nun zuzuwenden,
brechen gemeinsam den Stein.

Nicht nur das Wort, sondern Taten
mögen wohl bessern die Welt.
Helfen, begleitend das Raten,
vieles zum Guten bestellt.

© Ingrid Herta Drewing,2014