Jetzt schenkt die Sonne doch dem Herbst Gesicht,
lässt ihn in seinem Farbenspiel erstrahlen,
zeigt ihn als Künstler, dessen schönes Malen
das Auge hier durch Opulenz besticht.
Da leuchtet hell des Amberbaumes Röte,
der Birke Kleid gleicht zarter Seide Gold,
der Linde Blätterzier, wohl ungewollt,
tanzt leicht nun zu des wilden Windes Flöte.
In Wald und Flur die Farben üppig blühen,
obwohl des Wachsens Abschied nicht mehr weit.
Noch einmal dieses feurige Erglühen
vor langer Nebelnacht und Winterzeit!
Dann mag Natur zu sanfter Ruh sich betten,
den Traum vom Blühen in den Frühling retten.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 7th, 2011 | Besinnliches, Herbst, Jahreszeiten, Leben, Natur | Tags: Farbenspiel, Frühling, Herbst, Leben, Natur, Nebel, Sonne, Winterruhe | 0 Comments
Der Vollmond hellt den Himmel auf,
macht fast zum Tag die Nacht
und zeigt der weißen Wolken Lauf,
hält silbern hier die Wacht.
In seiner Strahlen mildem Licht
taucht sanft er nun die Erde.
Sein fremder Zauber leis’ verspricht,
dass er nicht weichen werde.
Ich steh’ am Fenster, seh’ hinauf
ins runde Mondgesicht,
das aus dem Schlaf mich weckte auf,
geh’ mit ihm ins Gericht.
Jedoch geheimnisvoll strahlt er,
als könne Märchen er erzählen;
den Sonnenspiegel reicht er her,
sie scheint ihn gerne zu erwählen.
So vieles hat er wohl gesehen:
Die Liebenden im Rausch der Nacht,
auch neues Leben im Entstehen,
das Kind, das ward zur Welt gebracht.
Sah Menschen glücklich, doch auch Tränen,
den Tod, die Kriege, so viel Leid,
Jahrtausende der Menschheit Wähnen,
im Wimpernschlag der Ewigkeit.
Und dennoch fehlt ihm das Gefühl
Er bleibt Trabant und schickt zur Erde
sein Licht; ein Leuchten, klar und kühl,
so fern der Lebensfeuerherde.
© Ingrid Herta Drewing
September 29th, 2011 | Besinnliches | Tags: Distanz, ERdtrabant, Geheimnis, Leben, Silbernacht, Vollmond, Wanderer | 0 Comments
Ein goldner Herbsttag, blaue Mittagsstille,
ich weil’ im Park, im Schatten hoher Bäume,
die sanft verschenken ihrer Früchte Fülle,
als Abschiedsgaben aus des Sommers Räumen.
Nun rascheln sie herab, die braunen Früchte:
Kastanie, Ecker, Eichel, Haselnuss.
Das Eichhörnchen frönt hurtig Sammelsüchten,
sein Wintervorrat ja noch wachsen muss.
Es hüpft von Baum zu Boden, Ast zu Ast,
rotbraunes Wuseln gilt den Ernteträumen.
Und ich verfolg’ beschaulich diese Hast,
sein flinkes Klettern in belaubten Bäumen.
Erschaue, wie Natur sich hier gefällt,
des Lebens Spur bewahrend in der Welt.
© Ingrid Herta Drewing
September 21st, 2011 | Besinnliches, Herbst, Natur | Tags: Buchecker, Eichel, Eichhörnchen, Frühherbst, Haselnuss, Kastanie, Laubbäume, Leben, Natur, Sonne, Wintervorrat | 0 Comments
Es blüht die Rose leuchtend hell und rot.
Sie scheint ihr Blühen sanft zu zelebrieren,
als wisse sie, dass ihr das Welken droht,
und träume nun, ihr Leben konservierend.
Entfaltet langsam Blatt für Blatt die Blüte,
bis duftend ihre Schönheit offenbar.
Sie mag wohl sorgsam ihr Geheimnis hüten,
das lange sie bewahrt, so wunderbar.
Um strahlend schön im sonnengoldnen Glanze
in ihrer Blüten Pracht nun aufzugehen,
wenn Schmetterlinge, Bienen sie umtanzen,
die summend, suchend nach dem Nektar sehen.
Dann schenkt die Rose ihre Süße hin.
Des Lebens Lauf verspricht den Neubeginn.
© Ingrid Herta Drewing
September 10th, 2011 | Lebensfreude, Liebe, Natur | Tags: Geheimnis, Leben, Lebenskeislauf, Liebe, Rose, Schönheit, Sonne | 0 Comments
Das Leben ist ein Werden und Vergehen.
Wer kennt das Ziel, das Ende seiner Spur?
Aus Dunklem kommend, leuchtend hell entstehend,
so flammt es auf ringsum in der Natur.
Wir Menschen sinnen, wollen es verstehen,
entschlüsseln viele seiner Rätsel kühn.
Doch dem Warum, Woher genügt kein Sehen,
wir bleiben blind in unserem Bemühen.
Je mehr wir wissen, desto minder wird uns klar,
warum nicht nichts hier ist und Anfang war.
Da sind wir ahnungslos wie zahme Tauben.
Doch Urvertrauen, uns seit Kindheit offenbar,
schenkt die Gewissheit, dass vor allem ist und wahr
der Gott der Liebe, Christ, an den wir glauben.
© Ingrid Herta Drewing
September 9th, 2011 | Besinnliches, Glauben, Leben, Lebensfreude | Tags: Christus, Glauben, Kosmos, Leben, Lebenssinn, Liebe, Urvertrauen, Vergänglichkeit, Werden | 0 Comments
Wie sich der Abend in den Himmel schreibt
mit rosaviolettem Wolkenrot!
Die Sonne, die im Westen sinkt, noch bleibt
ein Weilchen glühend hier und flamm’umloht.
So geht in einem Feuerzauber über
des Tages Bläue in die Sternennacht,
wo nun, da Sonnenuntergang vorüber,
des Mondes Helle Silberglanz entfacht.
Obgleich der Anblick mir ist wohl bekannt,
erschaue ich ergriffen, wie Natur
hier wieder zeigt, gestaltend über Land,
dass sie ist allem Schönen auf der Spur.
Womit sie unser Leben reich erfüllt,
wenn auch ihr zart’ Geheimnis bleibt verhüllt.
© Ingrid Herta Drewing
September 7th, 2011 | Besinnliches, Natur | Tags: Geheimnis, Leben, Natur, Schönheit, Sonnenuntergang, Szernennacht | 0 Comments
Es liegt ein Schatten auf den Sonnenuhren.
Mir ist es, als ob stünde still die Zeit.
Wehmütig träumt der Sommer auf den Fluren.
Zum Abschied, scheint es, hält er sich bereit.
Sein warmer Blick, der nun so sanft und mild,
fast lächelnd, ruht auf letzten, roten Rosen,
auf dem an Früchten reichen Erntebild,
bemerkt, zwar zögerlich, die Herbstzeitlosen.
Ich sehe Kraniche nach Süden ziehen.
Ein Zeichen, dass hier bald der Sommer geht,
obwohl Reseden, Oleander blühen,
und hell die Sonne noch am Mittag steht.
Wie gerne hielte ich die Uhren an, die Zeit!
Doch die Vernunft sagt mir: Vermessenheit!.
© Ingrid Herta Drewing
September 4th, 2011 | Abschied, Besinnliches, Natur, Sommer | Tags: Absched, Leben, Liebe, Milde, Rosen, Sommer, Sonne, Wehmut | 0 Comments
Es hebt der Tag die Nebellider
und sucht des Himmels klaren Blick.
Der Sonne Antlitz neigt sich nieder,
schaut strahlend auf die Erde wieder.
Ein zartes Lächeln grüßt zurück.
Obwohl des Sommers Feuer schwelen,
zeigt er sich noch im Blumenflor,
vermag mit Düften zu beseelen.
Das süße Heu darf da nicht fehlen
und auch der Rosenblüten Chor.
Als wolle er zum Abschied schenken
der Erde noch ein lieblich’ Bild,
wenn vieler Vögel Scharen lenken
den Flug nach Süden, ein Gedenken
an milde Tage, lichterfüllt.
© Ingrid Herta Drewing
September 3rd, 2011 | Besinnliches, Natur, Sommer | Tags: Abschied, Leben, Liebe, Milde, Natur, Nebel, September, Sonne | 0 Comments
Ich trage das Licht der Jahre,
das Dunkel der Nacht, das Leid
die Sonne in meinen Haaren,
der Hoffnung Sterne als Kleid.
Der Wege viele beschritten,
so manches hab’ ich gesehen
und fühlend auch mit durchlitten
in menschlichem Verstehen.
Und als ich mich von Habe
getrennt und von Zwängen der Zeit,
erfuhr ich die Segensgabe,
dass Lieben das Leben befreit.
© Ingrid Herta Drewing
August 28th, 2011 | Besinnliches, Liebe | Tags: Altruismus, Leben, Mitleid, Nächstenliebe, Sterntaler | 0 Comments
Gefüllt bis an den Rand der Becher, Leben
als ein Geschenk ; für eine kurze Zeit
ist ’s uns auf Erden liebevoll gegeben.
Wir nehmen ihn und trinken, sind bereit.
Uns hier mit unsrem Dasein einzufügen,
gestalten diese Welt, die uns gefällt.
Wenn uns auch oft misslingen Höhenflüge,
so sind wir dennoch tapfer eingestellt.
Auch auf Gefahren, die im Leben lauern,
seien ’s Mikroben oder Sturmesgroll.
Gemeinsam werden wir dies überdauern,
erfüllen hier als Menschen unser Soll.
Und geben wir dereinst den Becher hin,
so wissen wir um unsres Lebens Sinn.
Ingrid Herta Drewing
August 17th, 2011 | Leben | Tags: Dasein, ErdeGestalten, Geschenk, Leben, Liebe | 0 Comments