Archive for the Category Frühling

 
 

Frühlingskuss

Die Sonne lacht, und mir ist ’s heute,
dass ich Beethoven singen muss,
mit Schillers Ode an die Freude
schenken der ganzen Welt den Kuss.

Den Frühlingskuss, der alles Leben
in Freude glücklich mag erhellen
und gütig möcht’ dem Nächsten geben
in Offenheit, sich nicht verstellend.

Mir ist ’s verwehrt, die Welt zu küssen;
drum wähle ich, mein Schatz, nun dich.
Der Frühling will es von uns wissen,
und du weißt wohl, ich liebe dich.

© Ingrid Herta Drewing

Lichttage

In dem frühlingshellen Licht
lässt die Welt dich wieder hoffen,
glaubst den dunklen Schatten nicht,
die nur predigen Verzicht,
denn das Paradies scheint offen.

Milde Luft, wie Seide weich,
kost dir zärtlich Kinn und Wange.
Park und Wald , an Blüten reich,
schenken Aug’ und Herz zugleich
freudig’ seliges Verlangen.

Süßer Duft der Hyazinthen
strömt im Sonnenlicht dir zu,
Tulpen und Narzissen künden
dir an, Frühling wird sich finden
jetzt hier herrlich ein im Nu.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsweise

Im grünen Tal singt leise, leise
der Frühling nun sein helles Lied.
Schneeglöckchen, zart klingt ihre Weise,
und Krokusgrüppchen sind erblüht.

Schon flüstern in Forsythienhecken
die ersten sonnengelben Blüten.
Der Amsel Flöten lässt entdecken,
dass sie dort bald wird Nachwuchs hüten.

Du lächelst, freust dich, die Kulisse,
sie zeigt dir, dass die milde Zeit
erwacht ist; alles Ungewisse
trägt strahlend jetzt ein Hoffnungskleid.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsimpressionen

Frühlingssonnenschein
Die Weidenkätzchen
träumen sanft im Licht.
*
Viola, Bellis,
Waisenkinder, zwei und zwei
im Laden stehend,
bitten mit flehendem Blick:
Pflanz’ mich in deinen Garten!

© Ingrid Herta Drewing

Warme Märztage

Es trägt der März, heut‘ gut gelaunt,
des frühen Sommers Kleid.
Die Sonne heiß vom Himmel schaut,
die Wolken blass vor Neid.

Sie haben sich bald ganz verzogen,
dann herrscht hier klares Blau.
So warm ist jetzt der Lenz gewogen
der Frühlingsblumenschau.

Jedoch die Flora schwächelt noch,
sehnt sich nach sanftem Regen,
der nach der Trockenheit sollt’ doch
das Wachstum nun bewegen.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsempfinden

Ein lichter Tag, dem Lenz ergeben,
erstrahlt, klar, blau das Firmament.
Die Sonne greift nun warm ins Leben,
und froh gestimmt mag sich erheben,
wer jetzt noch trübe Stunden kennt.

Da blühen wonnig Knospen auf.
Der Frühlingswind streift dein Gesicht,
und sonnig wird der Tageslauf,
obwohl die Arbeit dir zuhauf
von Pflichten und Erfüllen spricht.

Die Mittagspause wird dir bleiben,
in ein paar Schritten, Frühling pur.
Was dich gelockt vor Fensterscheiben,
wird eine Stunde dir verschreiben
im Park, dem Lächeln auf der Spur.

© Ingrid Herta Drewing

Sonnenaufgang

Noch hüllen weiße Nebelwehen
die Landschaft zart in Schleier ein;
doch schon im Osten lässt sich sehen
ein lichtes Strahlen, sanfter Schein.

Und dort am Horizont, errötend,
küsst wach die Sonne nun den Tag.
Der frühen Vögel helles Flöten
weckt alles, was noch schlafen mag.

Uns lässt es froh den Tag beginnen,
wenn solcher Helle freundlich’ Licht
lebendig uns empfängt, die Sinne
erwärmt und zärtlich uns verspricht,
dass gänzlich nun der Winter weiche
und Frühling sonnig uns erreiche.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsmittag

Der Sonne gleißend Licht im Mittag steht
und wärmt mir meine wintermüden Glieder.
Von Süden eine milde Brise weht.
Die ersten Vögel üben ihre Lieder.

Beschaulich liegt der Garten in der Stille.
Am Himmel nur zwei Wattewölkchen schweben;
und ich genieße glücklich die Idylle.
Hier lächelt sich der Frühling sanft ins Leben.

© Ingrid Herta Drewing

Vorfrühlingsmorgen

Die Luft so seidenweich
und doch erfrischend, klar,
ein Tag, der Sorgen bar,
aus jenem sanften Reich
des Frühlings, der uns nah’.

Noch ist ’s ein zartes Regen.
Das Leben scheint gewillt,
aus stillem Erdenbild
sich grünend zu bewegen;
es keimt und knospet mild.

Der Ringeltaube Flehen,
das dunkel, kehlig klingt,
im Morgen zärtlich schwingt,
lässt uns schon träumend sehen,
was bald der Frühling bringt.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingslobgesang

Die Zeit ist da, der Frühlingslobgesang
ergießt poetisch sich in vielen Foren,
und alles Sehnen, noch im Winter bang,
das quillt nun honigsüß aus Dichterporen.

Es fällt auch schwer, die Lieder nicht zu singen,
nicht Teil zu sein im Chor der Epigonen.
Wer immer hier mit frohem Blick darf wohnen,
der stimmt mit ein, lässt die Musik erklingen.

Denn immer wieder wird dies’ Wunder wahr,
dass die Natur das Leben neu gewichtet.
Der Mensch, dem dieses Schöpfen offenbar,
erlebt die Blütenhoffnung, gern er dichtet.

Er ist beglückt, freut sich an allem Schönen
und preist den Frühling, sich der Welt versöhnend.

© Ingrid Herta Drewing