Archive for the Category Frühling

 
 

Grauer Frühlingstag

Ein grauer Himmel schirmt die kleine Stadt.
Es scheint, als trüge dieser Tag heut’ Trauer.
Doch wer im Park spazieren geht, der hat
die Hoffnung, dass dies nur von kurzer Dauer.

Denn hier bekunden Blüten ohne Zahl,
dass nun der Frühling blühend herrscht im Land,
die Tulpenpracht, Forsythiengold erstrahlt
und in den Wiesen blaues Szilla-Band.

Magnolienkelche leuchten vor dem Haus,
beglücken dich in seidenzartem Flor.
Bald schaut die Sonne aus den Wolken ’raus,
und es erklingt der Vögel Jubelchor.

All, überall wächst Leben und erfreut,
auch wenn das Wetter einmal grau uns dräut.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlings Sieg

Die ersten Blüten, kaum erwacht am Baume,
die nahmen Sturm und Regen mit sich fort.
Das zarte Frühlingslächeln, noch im Traume,
wich dunklen Wolken kurz an diesem Ort.

Als wolle Winter sich noch einmal wehren,
bevor er für den Frühling räumt das Feld.
Ein letztes, kaltes, grimmig’ Aufbegehren,
dann unterliegt er doch dem Strahlenheld.

Des Frühlings Boten sind längst eingetroffen
und haben, heimlich webend über Nacht,
ein neues Werden, lichtes Blühen, Hoffen,
das milde, leichte Leben mitgebracht.

So muss nach Norden nun der Winter weichen.
Der Lenz spielt die Musik in seinem Reiche.

© Ingrid Herta Drewing

Aprillaunen

Verbranntes Holz würzt herb die kühle Luft.
Noch wärmt man sich am Feuer der Kamine,
auch wenn der Hyazinthen süßer Duft
erinnert an des Frühlings helle Miene.

April macht seinem Namen alle Ehre,
bedeckt die Blüten plötzlich ganz mit Schnee.
Dann bleckt die Sonne wieder heiß, als wäre
vorbei nun wirklich dieses Winters Weh.

Es spricht vom Lenz seit Tagen der Kalender
Der Vögel lieblich’ Singen ruft zum Fest.
Die Ranken treiben aus, dort am Geländer,
und Vogelmütter brüten schon im Nest.

Wer hinschaut, kann des Frühlings Zeichen sehen,
die Launen des Aprils gut überstehen.

© Ingrid Herta Drewing

Grauer Tag

Heut’ ist der Himmel mäusegrau,
von Wolken dicht verhangen;
ein böig’, kalter Wind lässt rau
selbst Wetterhexen bangen.

Kein Sonnenzauber wärmt das Land,
der Bäume Blüten stehen
verlassen; Frühlings helles Pfand
wird bald im Sturme wehen.

Die jungen Finken, kaum geschlüpft,
in ihrem Neste gieren.
Die Fittiche ganz weich gelüpft,
schützt Mutter vorm Erfrieren.

Nach Sonne sehnt sich alles nun,
und auch die Bienengilde
würd’ tanzen gern in Pollenschuh’n
in warmer Frühlingsmilde.

© Ingrid Herta Drewing

Tagesneige

Der Abendsonne rotes Licht
brennt hinter dunklen Zweigen,
schenkt uns ein Abschieds-Farbgedicht
bevor die Stimmen schweigen.

Das Amsellied klingt leise aus;
es flüstern erste Sterne,
die Silberfähre überm Haus,
des Mondes Gruß von Ferne.

Die Turmuhr tut es allen kund,
dass Nacht nun naht und Ruh’.
Nun schweigt sogar des Nachbars Hund,
hat fest die Augen zu.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsgeschenk

Ein leichter Wind bewegt der Bäume Zweige
und um mich fächelt nun der süße Duft
der Blüten, die in zartem, weißem Reigen
zum Himmel tanzen in der Sonnenluft.

Und an der Vogeltränke Spatzen stieben;
sie fliegen auf und kommen flugs auch wieder.
Zum Bade zieht es sie, was sie wohl lieben.
Possierlich schütteln sie ihr nass’ Gefieder.

Das Rotkehlchen sitzt hoch im Wipfel, singt.
Vom Dachfirst schallt der Amsel schöne Weise.
Der Bach, der durch die Wiese fließt, er klingt
so sprudelnd hell, befreit vom starren Eise.

Es schenkt der Frühling wieder neuen Klang;
und freudig stimm‘ ich ein in den Gesang.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingswetter

Und graue Regenwolken ziehen
am Himmel schnell vorüber,
als wollten furchtsam sie entfliehen,
rastlos, gejagt, kopfüber.

Von Westen kommend hat ein Tief
uns nun den Sonnentag vertrieben,
und wer hier heut’ nach Wärme rief,
der ist wohl unbeschenkt geblieben.

So wechselhaft ist Frühlings Wetter,
der gern zu Kapriolen neigt.
Ich hoffe, morgen wirkt er netter,
wenn sich uns Sonne wieder zeigt.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsstimmung

Nun schenkt des Frühlings Blütenhand dem Tag
dies’ schöne Antlitz, lässt ihn wachend träumen.
Es sprießt und grünt und blüht in Busch und Bäumen.
Die Vögel singen hell in Park und Hag.
Ihr liebliches Konzert erfüllt die Räume.

Uns Menschen lässt das neu erwachte Leben,
trotz aller Krisen, die uns hier betroffen,
mit Zuversicht den Tag beginnen, hoffen
und freudig mit des Frühlings Welle schweben.
So blau und weit ist nun der Himmel offen!

© Ingrid Herta Drewing

Frühlings-Haiku

Forsythien leuchten,
weit geöffnete Fenster
begrüßen den Lenz.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsabend

Im Kirschbaum singt ihr Abendlied
die Amsel; sonnentrunken
ist bald der Tag versunken.
Sein Licht am Horizont verglüht,
ganz langsam wird es dunkel.

Und rosafarben leuchten auf
der Straße Gaslaternen;
im Blau die ersten Sterne
begleiten Silbermondes Lauf,
ein Funkeln aus der Ferne.

Im Park, verliebt, ein junges Paar
blickt träumend auf den See.
Zwei Schwäne, weiß wie Schnee,
im Mondlicht gleiten wunderbar
dahin im Pas de Deux.

© Ingrid Herta Drewing