Archive for the Category Jahreszeiten
Die Schatten wachsen; auf den Fluren
treibt Herbstwind stürmisch nun sein Spiel.
Ein traurig’ Bild die Sonnenuhren,
verloren Stundenzeigers Ziel.
Das letzte Heu ward eingefahren,
der Apfelbaum nicht Frucht noch trägt.
Der Herbst nimmt Abschied jetzt im Jahre,
das Feuerholz wird klein gesägt.
Du ziehst Bilanz, es lässt November,
nun nebelstill, dich innehalten;
der späte Sommer im September
konnt’ sein Versprechen doch nicht halten.
Zu kalt, zu nass, unüblich war,
wie sich vermischten Jahreszeiten.
Bald legt der Winter offen dar,
ob er sich lässt von Masken leiten!
© Ingrid Herta Drewing
November 18th, 2011 | Herbst, Jahreszeiten, Winter | Tags: Herbst, Jahreszeiten, November, Sommer, Winter | 0 Comments
Blasse Novembersonne,
wärmst des Mittags doch mild.
Nun da die Nebel zerronnen,
strahlst du im Blauhimmelbild.
Ich genieße jetzt staunend
hier noch die Wärme, das Licht.
Nachts mögen Fröste raunen,
doch tags lacht hell dein Gesicht.
Lass den Winter ruhig warten,
Herbstfeier ist angesagt;
noch grünen Pflanzen im Garten,
Astern und Rosen im Hag!
© Ingrid Herta Drewing
November 16th, 2011 | Herbst, Jahreszeiten, Natur | Tags: Blüten, Licht, November, Sonne, Wärme | 0 Comments
Im dichten Nebel wirkt die Landschaft matt.
Kaum lassen da Konturen noch erahnen,
dass es sie gibt, dort hinterm Grau, die Stadt.
Kein Wind bewegt die schlaffe Wetterfahne.
Es bellt kein Hund, sogar die Krähe schweigt;
gedämpft sind meine Schritte, eine Stille,
die feindlich fast in meine Ohren steigt.
Ich wische mir die Feuchte von der Brille.
Die Bäume, ihres Laubes ganz beraubt,
sie bilden ein Spalier von Spukgespenstern.
Da, endlich leuchten schwach des Hauses Fenster,
und Leben grüßt, das ich schon fern geglaubt!
Ein Mensch hat sich hier Wärme, Licht entfacht,
trotzt so dem Nebel und der langen Nacht.
© Ingrid Herta Drewing
November 11th, 2011 | Besinnliches, Herbst, Jahreszeiten, Natur | Tags: Herbst, Licht, Nebel, Spuk, Stille, Unheimliches | 0 Comments
Die Rose ist verblichen,
das süße Lied verklang.
Die Freude ist gewichen,
mein Herz klopft nun so bang.
So grau sind alle Tage,
der klare Himmel fehlt.
Der Sonne stumme Klage
im Nebelmeer verschwelt.
Ich sollt’ es ignorieren –
uns wärmt doch Feuer, Licht –
statt sanft mich einzufrieren
in Trübsal und Verzicht.
Wohl wissend um das Leben,
des Frühlings Wiederkehr
wehr’ ich den Nebelweben
und trotz Novembers Mär’.
Dezember wird bald kommen
in weißem Sternenkleid;
der Weihnacht grünes Frommen
vertreibt dann alles Leid.
© Ingrid Herta Drewing
November 10th, 2011 | Besinnliches, Jahreszeiten, Natur | Tags: Hoffnung, Melancholie, Nebel, Trübsal, Weinachten | 0 Comments
Ich nehme auf mit allen meinen Sinnen,
was mir des Lebens Schönheit offenbart;
ein immer neues, tägliches Beginnen,
was hässlich, böse ist, bleibt da à parte.
Will schauen, wie Natur in Jahreszeiten
in Flora, Fauna wechselnd hier erblüht,
und Herbstes müde in den Winter gleitet,
dort Kräfte sammelnd für ein neues Lied.
So will auch ich beschaulich innehalten,
wenn hier der Sonnenbogen tiefer sinkt,
der stillen Zeit gewogen, die mich bringt
dazu, die Tage dankbar zu gestalten.
Denn ich darf fühlen, hören, riechen, seh’n.
Wie ist die Erde doch so wunderschön!
© Ingrid Herta Drewing
November 9th, 2011 | Besinnliches, Jahreszeiten, Lebensfreude, Natur | Tags: Jahreszeiten, Leben, Lebensfreude, Lieben, Natur, Schönheit | 0 Comments
November ist und dennoch blühen Rosen,
verströmen ihren blumig zarten Duft.
Die Sonne strahlt, des milden Windes Kosen
erfüllt fast frühlingshaft des Herbstes Luft.
Dazu der Bäume goldne Farbenpracht,
ein Leuchten, das zum blauen Himmel passt.
Kein Sturm, der tobt, nur langsam mit Bedacht
schwebt hier und da ein Blatt, gelöst vom Ast.
Als wolle es uns trösten und versöhnen,
zeigt sich zum Abschied gütig noch das Jahr;
konnt’ uns des Sommers Wetter nass verhöhnen,
so macht der Herbst jetzt jene Träume wahr.
Und schenkt uns diese warmen, milden Tage,
bevor der Winter naht mit Kälteplagen.
© Ingrid Herta Drewing
November 7th, 2011 | Herbst, Jahreszeiten, Lebensfreude | Tags: Blätter, Farbenpracht, Lebensfreude, milde Luft, November, Sonne | 0 Comments
Wie blau, wie wolkenlos der Himmel ist,
als habe heute Herbst zum Fest geladen!
Im Sonnenschein, den wir so lang vermisst,
können wir froh Gesicht und Seele baden.
Vergessen ist des Nebels graue Hülle,
hier singt die Landschaft in den schönsten Farben.
Oktobergold lässt uns nicht länger darben.
Das Auge sieht sich satt an dieser Fülle.
Zwar gibt er sich im Schatten schon recht kühl,
vereinzelt führen Fröste in den Morgen;
doch jetzt am Mittag siegt das Hochgefühl,
des Tages Frische fegt weg alle Sorgen.
So sollte Herbst hier noch recht lange währen,
bis uns es Winters Boten dann beehren.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 16th, 2011 | Besinnliches, Herbst, Jahreszeiten | Tags: Farbenvielfalt, Goldener Oktober, Herbst, India Summer | 0 Comments
Jetzt schenkt die Sonne doch dem Herbst Gesicht,
lässt ihn in seinem Farbenspiel erstrahlen,
zeigt ihn als Künstler, dessen schönes Malen
das Auge hier durch Opulenz besticht.
Da leuchtet hell des Amberbaumes Röte,
der Birke Kleid gleicht zarter Seide Gold,
der Linde Blätterzier, wohl ungewollt,
tanzt leicht nun zu des wilden Windes Flöte.
In Wald und Flur die Farben üppig blühen,
obwohl des Wachsens Abschied nicht mehr weit.
Noch einmal dieses feurige Erglühen
vor langer Nebelnacht und Winterzeit!
Dann mag Natur zu sanfter Ruh sich betten,
den Traum vom Blühen in den Frühling retten.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 7th, 2011 | Besinnliches, Herbst, Jahreszeiten, Leben, Natur | Tags: Farbenspiel, Frühling, Herbst, Leben, Natur, Nebel, Sonne, Winterruhe | 0 Comments
Es riecht nach Herbst, herbsüßen, trocknen Blättern,
obwohl ein später Sommer hier noch spielt.
So sonnenmild zeigt sich Oktobers Wetter,
kein Regentröpfchen, das die Erde fühlt.
Da sammelt sich, leis’ raschelnd unter Bäumen
so saftlos, mürbe, brechend Blatt um Blatt.
Man könnte meinen, dass in kühnen Träumen
Natur sich Tabak angereichert hat.
Kein Herbstwind war es, der hier diesen Linden
gar wild ihr schönes Blätterkleid geraubt.
Sie trennten sich, in Trockenheit befindend,
von einem Teile des vergilbten Laubs.
Doch dieses welke Laub darf noch beleben,
als Herbstparfüm hauchzart in Lüften schweben.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 4th, 2011 | Herbst, Jahreszeiten, Natur | Tags: Blätter, Duft, Herbst, Parfüm, Trockenheit, Welken | 0 Comments
Welch ein verrücktes Jahr!
Jetzt fällt ’s dem Sommer plötzlich ein,
dass er vergessen hatte, da zu sein.
Nachdem er seine Jahreszeit verschlafen,
verdrängt er nun den Frühherbst, diesen braven,
der schon, gesteuert hin zum Ernteziel,
begonnen hat mit seinem Farbenspiel.
Nun trumpft der Sommer auf,
und hitzig schubst er ihn zur Seite,
dass ihm die Hoheit nicht entgleite.
Erstaunt die Kinder fragen:“ Was willst du?
Du kommst zu spät, die Freibäder sind zu!
Auch unsre Ferien, lange schon vorbei,
ertranken fast im Regeneinerlei.
Jetzt ist die Drachenzeit!
Sie sollen hoch am Himmel schweben,
und keiner möchte gern in Hitze kleben.
Drum, Sommer, zeig’ ein freundliches Gesicht,
denn schwitzen wollen wir nun wirklich nicht!“
Beschämt gibt sich der späte Sommer mild
und fügt sich ein ins goldne Frühherbstbild.
© Ingrid Herta Drewing
September 27th, 2011 | Herbst, Jahreszeiten, Sommer | Tags: Drachenzeit, Ferien, Frühherbst, Hitze, Sommer | 0 Comments