Dort, Am Warmen Damm,
des Frühlings Blütengrüße,
Szillasterne,blau.
Die Amseln huschen
in die Forsythienhecken
neben der Parkbank.
Kühl ist der Morgen,
doch Nilgansküken am Teich
lernen das Schwimmen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
März 28th, 2015 | Frühling, Haiku & Co | Tags: Am Warmen Damm, Forsythien, Frühling, Frühlingsblumen, Nilgansküken, Wiesbaden | 0 Comments
Gleich kühnen, kampfbereiten Recken
stehn die Platanen im Spalier.
Wie Fäuste sie die Äste strecken
und zeigen sie recht knorrig hier.
Da mag man es fast gar nicht glauben,
dass bald sie zartes Grün belaubt
und in den Kronen thronen Tauben,
die an ihr friedlich‘ Sein geglaubt.
Doch dann im Mai empfängt hier milde
die Wilhelmstraße als Allee
im grünen Glanz die Festspiel-Gilde,
und Frühling klingt am kleinen See.
© Ingrid Herta Drewing,2015
März 27th, 2015 | Deutschland, Frühling, Lebensfreude, Orte, Wiesbaden | Tags: Grüne Allee, Lebensfreude, Maifestspiele, Platanen, Wiesbaden, Wilhelmstraße | 0 Comments
Des Winters klares Frostgesicht
blickt auf die Landschaft.Eisergraut
der See; sein Jadesiegel bricht,
wo es die warme Quelle taut.
Der Kinderhände Wurfgebaren
hier Brotstückchen ins Wasser streut,
und Wasservögel sich dort scharen,
von schwarzen Krähen klug beäugt.
Als ebne Winter hier den Weg
zu einer stillen Harmonie,
die jedem da das Seine heg‘
statt Futterneid, fast Sympathie!
© Ingrid Herta Drewing,2015
Februar 6th, 2015 | Besinnliches, Fauna, Kinder, Landschaft, Lebensfreude, Winter | Tags: Am Warmen Damm, Eisschicht, Fütterung, Gemeinsamkeit, Kinder, Krähen, Vielfalt, Wasserloch, Wasservögel, Wiesbaden, Winter | 0 Comments
Ein blauer Morgen steigt aus grauem Matt‘,
und weckt die kleine Stadt, die regenmüde
noch gestern träumend sich verborgen hat
und sich nun freundlich zeigt in ihrer Güte.
Die goldnen Türme auf dem Berge leuchten;
das Denkmal einer Liebe, das schön spricht,
sich hell erhebt aus allem Nebelfeuchten,
die Stadt hier überstrahlt im Sonnenlicht.
Am Taunushang im Immergrün geborgen,
mit ihrer warmen Quellen sanftem Hauch
begrüßt Wiesbaden diesen kühlen Morgen.
In Pirouetten tanzt ein zarter Rauch.
Und rostrot ragt am Markt dort hoch empor
der Dom.Zu Orgelklang singt klar der Chor.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Januar 11th, 2015 | Deutschland, Heimat, Landschaft, Licht, Liebe, Orte, Sonette | Tags: Griechische Kapelle, Kochbrunnen, Marktkirche, Nassauer Dom, Taunus, Wiesbaden, Wintersonntag | 0 Comments
Da stehen sie in Reih und Glied
in der Allee, Platanen
und gleichen starken Recken,
die ihre Fäuste strecken,
den Winter ernst zu mahnen,
der ihnen harten Frost beschied.
Das alte Jahr ist bald vorbei,
in Grau geht es zur Neige.
Und mag der Schnee auch decken,
was Vögel sonst beflecken,
So bar der zarten Zweige
bleibt fern der grüne Papagei.
Dort, wo der hohen Bäume Macht
ihn schützt, gewährt ihm Wohnen
mag er sich nun verstecken.
Doch kann man ihn entdecken,
wenn in den kahlen Kronen
sein lautes Käckern er entfacht.
© Ingrid Herta Drewing,2014
Januar 2nd, 2015 | Besinnliches, Fauna, Flora, Leben, Orte, Winter | Tags: Frost, Grüner Papagei. Halsbandsittiche, Hohe Bäume, Kronen, Platanen, Wiesbaden, Wilhelmstraße im Winter | 0 Comments
Als habe Ra sie zum Appell befohlen,
Nilgänse, da versammelt, aufrecht stehen
und aufmerksam in eine Richtung sehen,
im Mittagsglanz des Sommers, unverhohlen.
Sie, Immigranten aus des Nils Regionen,
Am Warmen Damm längst heimisch schon geworden,
schreckt auch nicht mehr der Winter hier im Norden;
ganzjährig sie an diesem Teiche wohnen.
Hier, wo die warmen Quellen bringen Milde
und selten nur herrscht Frost mit Eis und Schnee,
gehören sie zum wohl vertrauten Bilde
wie Enten, Schwäne dort am Kurhaus-See.
Erobern gleich der Sittichschar die Stadt,
die grüne Zonen dort bevölkert hat.
© Ingrid Herta Drewing,2014
Juli 27th, 2014 | Fauna, Landschaft, Sommer, Sonette, Stadt, Vögel, Wiesbaden | Tags: Am Warmen Damm, Halsbandsittiche, Neozoen, Nilgänse, Sommermittag, vermehrung, Warme Quellen, Wiesbaden | 0 Comments
Seht dort, die schönen, weißen Schiffe fahren
flußaufwärts-abwärts. Rheingau, Mittelrhein
begrüßen sie an Sommertagen, klaren!
Wie gerne möchte man an Deck da sein!
Von Mainz, Wiesbaden bis nach Rüdesheim
gefällt der Fluss sich noch in seiner Breite.
Nach Bingen bis nach Bonn zwängt’s Tal ihn ein,
steil wachsen Berge hoch an beiden Seiten.
Der Mittelrhein, ein herrlich Fleckchen Erde,
entführt in ferne Zeiten, deren Bild
erzählt von Römern, Rittern, manch‘ Beschwerde
der Schiffer, die hier auf dem Strome, wild.
Vom Schiff aus sieht man stolze Burgen grüßen,
vorbei am Mäuseturm, Pfalzgrafenstein,
wo man die Schiffer einst ließ Zollschuld büßen,
sie lochte sogar in Verliesen ein.
Vor St. Goar erklingt das Heinelied,
dies‘ Märchen von der schönen Loreley.
Und seltsam traurig rührt dies‘ manch Gemüt,
obwohl man fährt nur an dem Fels vorbei.
Jedoch der Landschaft Zauber wirkt noch immer.
Weinberge blicken in der Sonne Glut,
und auf dem Wasser glitzert ihrer Strahlen Schimmer.
An Bord, der goldne Wein, er mundet gut!
© Ingrid Herta Drewing,2014
Juli 23rd, 2014 | Deutschland, Fluss, Landschaft, Lebensfreude, Orte, Sommer | Tags: Kaub, Loreley, Mittelrheintal, Pfalzgrafenstein, Rheindampfer, Rheingau, Wein, Weinberge, Weiße Flotte, Wiesbaden | 0 Comments
Es grüßt die Stadt im Sommerflair,
und zahlreich sind die Gäste
bei Wein- und Straßenfesten.
Touristen kommen von weit her,
erwarten nur das Beste.
Die Rue ist blumenreich geschmückt.
Hier mag man gern flanieren,
und abends beim Spazieren
Römische Brunnen sind im Blick,
beleuchtet, faszinieren.
Das Kurhaus strahlt, Theatrium
lädt ein mit Kunst und Klängen.
Besucher sich hier drängen;
Der Stimmung Wogen sind im Schwung
bei Tänzen und Gesängen.
Ist’s dir zu heiß? Das Opelbad,
hoch auf dem Berg gelegen,
schenkt Kühlung, Sommersegen.
Ein Panorama, ganz apart,
wird’s dir zu Füßen legen.
Erreichst es mit der Zahnradbahn,
erlaubt seit hundert Jahren
ein umweltfreundlich‘ Fahren.
Des Wassers Schwerkraft zieht hinan,
um Energie zu sparen.
Am Marktplatz, jährlich im August,
goutiert man Rheingauweine,
auch Speisen gibt’s, recht feine.
Die Weinwoche, sie ist ein Muss
für Kenner guter Weine.
Gesellig feiern in die Nacht,
wird lieb gewohnte Sitte.
Wiesbadens goldne Mitte
berührt gleich einer Zaubermacht,
erfüllt manch zarte Bitte.
© Ingrid Herta Drewing,2009 (überarbeitet 2014)
Juli 19th, 2014 | Deutschland, Lebensfreude, Orte | Tags: Kurhaus Theatrium, Neroberg, Opelbad, Rheingauer Weinwoche, Sommer, Wiesbaden | 0 Comments
So friedlich hat der Frühling sie vereint;
Nilgänse gehen neben Krähen ,Tauben,
und auch die Enten haben, wie es scheint,
nichts einzuwenden, wenn sie Futter rauben.
Das alles watschelt, hüpft,fliegt auf der Wiese
hier unter Blütenbäumen nah dem Teich.
Magnolien,üppig blühend; zarte Grüße
verschenkt nun auch der Kirschbaum hier so reich.
Ich sitz‘ auf einer Bank, blick‘ zum Theater,
genieß den lauen Lenz mit allen Sinnen;
Beschaulichkeit, mein innerer Berater,
weiß um ein hoffnungsfrohes, neu‘ Beginnen.
Auf Schillers Marmor-Schulter Friedenstauben:
Den Kuss der ganzen Welt! Ich mag’s gern glauben.
© Ingrid Herta Drewing
April 23rd, 2013 | Autobiografisches, Fauna, Frühling, Lebensfreude, Orte, Wiesbaden | Tags: Am Warmen Damm, Enten, Freiheit, Frieden, Frühling, Krähen, magnolien, Nilgänse, Schiller, Tauben, Theater, Wiesbaden | 0 Comments
Der Abend dämmert, es erglüht die Straße,
fast rosafarben der Laternen Licht,
aufblinkend eine Zeit, die wir vergaßen,
nostalgisch, Fin de Siècles Angesicht.
Ein zarter Zauber lässt dich sanft hier träumen,
siehst vor dir Impressionen von Renoir:
Da wandelt unter hellen Blütenbäumen
die Frau im Schleifchenkleid, der Schaukel nah.
Zugleich Jawlenskys Kunst wird still dir eigen:
In Blau die Dame mit dem Fächer blickt,
ihr Haupt anmutig, ja fast schüchtern neigend,
vor rotem Hintergrund und doch entrückt.
Und auch des Historismus’ Hausfassaden
zu einer Zeitenreise hier einladen.
© Ingrid Herta Drewing
September 29th, 2012 | Autobiografisches, Besinnliches, Orte | Tags: Abenddämmerung, Fin de Siècle, Historismus, Jawlensky, Licht, Wiesbaden | 0 Comments