Es mag der Dichter mit dem Mimen gehen,
denn beide hauchen Leben ein dem Wort.
Die Phantasie beflügelt licht ihr Sehen,
der eine schreibt’s, der andre zeigt’s vor Ort.
Da wachsen Sinn, Gestalt in Wortgesängen,
das Drama spiegelt Menschen, Handlung hie,
und Sprache, Spiel, sie tragen klar in Klängen
die schöne Illusion,voll Poesie.
Und muss man sie in Rätseln,Masken zeigen,
wird doch die Wirklichkeit bewusst im Bild,
was Charakteren eigen, wie sie schweigen,
agieren, sprechen, was sie treibt, erfüllt.
Des Erden-Lebens Spiel, das hier bereit,
gelangt wohl an sein Ziel für kurze Zeit.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 22nd, 2015 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Leben, Nachdenkliches, Poesie, Poetologisches, Sonette | Tags: Bühne, Charaktere, Dichtung, Drama, Handlung, Klänge, Leben, Maske, Phantasie, Schauspielkunst, Spiegel, Sprache, Wirklichkeit
Wer nahe an des Todes Schwelle steht,
der fürchtet Welt nicht, hat nichts zu verlieren,
benennt beherzt das Unrecht, und es geht
um Wahrheit ihm, kein Eigennutz wird führen.
Doch gibt es wohl auch jene Zeitgenossen,
die nichts und niemand mehr auf Erden rührt,
die meinen, wenn die eigne Zeit verflossen,
sei’s ihnen gleich, wohin hier alles führt.
Jedoch die Menschlichkeit und Empathie
gilt doch den meisten Alten hier als wert,
sie kämpfen mutig gegen Idiotie,
wenn sie politisch Achterbahnen fährt.
Sie nutzen Kraft und Wissen, ihr Erfahren,
um hier der Menschheit Leben zu bewahren.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 22nd, 2015 | 0 Comments
Category: Alter, Besinnliches, Leben, Lebensfreude, Menschlichkeit, Mut, Nachdenkliches, Nachhaltigkeit, Reife, Sonette, Vernunft | Tags: Alter, Eigennutz, Empathie, Erde, Gewissheit, Leben, Lebenserfahrung, Menschlichkeit, Mut, Todesnähe, wahrhaftigkeit
Gelassenheit magst du es nennen,
dein Blick zurück,
der goldene Stunden sieht
und verklärt hier im Abendschein.
Gezähmt auch jenes Aufbegehren,
hast resigniert,
zu oft die Wunden geleckt,
im Bann der Sisyphus-Bilder.
Das Leid, verblasst,
getrocknete Apfelringe,
von Schokolade umhüllt
im Glas der Erinnerungen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 22nd, 2015 | 0 Comments
Category: Alter, Ansichten, Erinnerungen, Erleben, Nachdenkliches | Tags: Altersweisheit, Apfelringe, Erfahrungen, Erinnerungen, Gelassenheit, Leid, Resignation, Schokolade, Sisyphus
Zart hebt jetzt der Morgen die müden Lider,
verschleiert im Nebel die Landschaft liegt,
als singe der Herbst ihr hier Schlummerlieder,
dieweil er sie sanft in Träumen noch wiegt.
Es fehlen die Farben, der Blätter Glänzen,
nur Krähen thronen im kahlen Geäst.
Ermattet welkt nun nach stürmischen Tänzen
Stamm säumend das Laub, beendet das Fest.
So kühl und feucht mag der Morgen mir sagen:
„Auch du sei zum Innehalten gewillt!“
Ich grüße den Tag, und mit Wohlbehagen
mich Wärme in meinem Zuhause erfüllt.
Da stört mich das Grau nicht, des Nebels Bild;
das Teelicht,es leuchtet im Stövchen so mild.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 21st, 2015 | 0 Comments
Category: Herbst, Licht, Natur, Nebel, Sonette, Stimmungen, Wärme, ZUhause | Tags: Kahle Bäume, Nebel, Spätherbst, Stövchen, Teelicht, Wärme, Wohlbehagen
Das alte Rathaus glänzt im Licht,
ruht still, im Sonntag sanft geborgen
Noch zeigt sich jenes Treiben nicht,
das sonst recht munter herrscht am Morgen.
Die Tische sind fest zugeklappt,
es wird hier noch kein Wein genossen.
Wer dafür hin zum Rathaus tappt,
der findet alles dort verschlossen.
Wie leer gefegt der Schlossplatz liegt,
sogar die Tauben bleiben fern.
Was sonst hier sitzt und flattert, fliegt,
verweilt jetzt andern Ortes gern.
Am Turm die Glocke läutet zehn,
doch nicht dem Kirchgang gilt die Kunde.
Auch wird niemand zum Landtag geh’n,
denn Frankfurt führt zur Feier-Stunde.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 19th, 2015 | 0 Comments
Category: Stadt, Stimmungen, Wiesbaden | Tags: 3. Oktober, Altes Rathaus, Morgen, Rathaus, Schlossplatz, Wiesbaden
Des Regentages feucht Gesicht
begegnet mir mit matten Blicken,
wo unlängst, leuchtend noch im Licht,
der Herbst mit seinem Farbgedicht
mir Sinn und Seele konnt’ beglücken.
Ein Tief, das über Land spaziert,
hat mit Oktober angebandelt,
sein warmes Gold rasch konfisziert
und uns schon stürmisch vorgeführt,
wie schnell sich Hell in Dunkel wandelt.
Ich hoffe, dass nur kurze Zeit
der Herbst wird dulden die Chimäre,
damit von tristem Grau befreit
Natur in farbenfrohem Kleid
beende strahlend die Affäre!
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 19th, 2015 | 0 Comments
Category: Herbst | Tags: Farbenpracht, Herbst, Lebensfreude, Regen, Sonne
Der Herbst fasst heut‘ mit nassen, kalten Händen
den sommermüden Bäumen ins Gesicht,
die ihren Blättern nun das Grün entwenden.
Diffus nur schenkt sich dieses Tages Licht.
Doch noch hält reiche Ernte die Natur:
Kastanien, Eckern, Eicheln, Nüsse fallen.
Eichhörnchen sind hier flink auf Sammel-Tour;
man sieht sie, wenn vorbei der Nebel Wallen.
Mich fröstelt dieses trübe Regenbild;
ich sehne mich nach goldenem Oktober
und klarem, blauem Himmel, sonnenmild,
der Bäume Farbenspiel hell in Zinnober.
Damit wir aus den milden Frühherbst-Zeiten
nicht gleich in graue Nebelfänge gleiten.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 18th, 2015 | 0 Comments
Category: Herbst, Landschaft, Licht, Natur, Nebel, Regen, Sonette, Stimmungen | Tags: Blätter, Goldener Oktober, Herbst, Kälte, Nebel, Regen
Nebel und Regen
verwischen die Konturen
des Krähen-Baumes.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 18th, 2015 | 0 Comments
Category: Haiku & Co | Tags: Krähen, Nebel, Regen
Nun hält uns Spätherbst fest in seinen Fängen;
der goldene Oktober Illusion!
Nasskaltes Wetter will uns schier bedrängen,
und ohne Schirm kommt keiner jetzt davon.
Die Bäume,noch belaubt,in warmen Farben,
jedoch zum Leuchten fehlt das Sonnenlicht.
Herbst-Himmel lässt im Einheitsgrau uns darben
und buchstabiert schon Abschied und Verzicht.
Da gilt es, selbst für warmen Glanz zu sorgen,
der in der Kälte Wohlbefinden bringt.
Musik schenkt Raum und führt uns wohl-geborgen
dorthin, wo unsre Seele freudig schwingt.
Kein Wetter kann uns da den Tag verdrießen,
wenn wir die schönen Klänge froh genießen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 16th, 2015 | 0 Comments
Category: Freude, Geselligkeit, Herbst, Kälte, Kultur, Kunst, Musik | Tags: Carmina Burana, Freude, Frohsinn, Konzert, Marktkirche Wiesbaden, Musik, Nasskaltes Wetter, Spätherbst
Das Blätterbunt mit Schnee bestäubt,
ein seltsam‘ winterlich‘ Gebaren,
wo von Oktobergold betäubt
wir noch mit Herbst in Einklang waren!
Zu früh erscheint die weiße Pracht;
die uns zur Weihnacht darf erfreuen,
wenn sie statt Regen uns ganz sacht
mit Glitzer-Sternchen mag bestreuen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 15th, 2015 | 0 Comments
Category: Aktuelles, Herbst | Tags: Herbst, Schnee, Weihnachten