Reise
Über den Wolken,
den Kranich-Flug beginnend,
noch fern dem Jetlag.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Über den Wolken,
den Kranich-Flug beginnend,
noch fern dem Jetlag.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Kleiner Vogel, lupfst die Schwingen,
fliegst hinaus, dein Leben
will sich neu verweben,
wirst nun in der Ferne singen.
Gottes Segen dich begleite,
dass in sichrer Hut
ganz viel Glück dir gut
deinen neuen Weg bereite!
Und von hellen, grünen Zweigen
wirst du dich erheben,
froh in Lüften schweben,
dank der Tatkraft, die dir eigen.
Ich werd‘ weilen, auf dich warten,
bis du kehrst zurück.
Wenn ich dich erblick‘,
werden Rosen blüh’n im Garten.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Barfuß im Grase
ohne die Zecken-Plage,
Sommer-Leichtigkeit.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Im Zelt, wenn’s draußen regnet sacht,
fühlt man sich wohl geborgen,
als habe wer ein Nest gemacht,
hielt’ fern von uns die Sorgen.
Das Lied, das Regentropfen singen,
ist eine alte Weise,
auch wenn sie klopfen, wenig klingen,
vibriert die Plane leise.
Tönt :Klopf, klopf! Klopf, klopf! Klopf, klopf, klopf!
Wir Tropfen fallen runter,
doch treffen wir nicht deinen Kopf,
schlupfst unters Dach du munter.
Doch wehe, wenn wer tapsig ist,
die Plane fest befingert,
er bald nach einer kurzen Frist
in Wasserpfützen schlingert.
Im Zelt, wenn’s draußen regnet sacht,
fühlt man sich wohl geborgen,
als habe wer ein Nest gemacht,
hielt‘ fern von uns die Sorgen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Kein Seehund wird der Eisbärjagd erliegen.
Nur virtuell gibt’s Gletscher noch zu sehen.
Wo große Ströme flossen vor’m Versiegen,
sind Trockentäler, Landschaften vergehen.
Nur wenig Siedlungsraum ist noch geblieben,
die Eiszeit hüllt bald ganz den Norden ein.
Und weil im Süden kaum noch Regen fällt,
wachsen die Wüsten weit ins Land hinein.
Die Menschheit dezimiert,in Reservaten,
die sich die Super-Reichen flugs erstellt‘,
nun Wissenschaftler Biotope warten,
hermetisch abgeschirmt vom Rest der Welt.
Ein Alptraum war’s, wohl hat die Angst geirrt.
Ich hoffe, dass dies niemals hier so wird!
© Ingrid Herta Drewing,2015
Schwül ist’s, die heißen Sonnenhände greifen
der Stadt trotz Morgenfrühe ins Gesicht.
Noch kann vom Fluss kein frisches Lüftchen streifen.
Du schließt die Fenster, leistest Lichtverzicht.
Da möchtest du den Tagesrhythmus ändern,
am Tage schlafen, schaffen in der Nacht,
erst unter Sternen durch die City schlendern,
wenn nachts geschäftig‘ Leben hier erwacht‘.
Weithin hält Hitze nun das Land gefangen;
und Wälder brennen, denn die Trockenheit
lässt welk verdorren, was so grün gehangen.
Das Klima wandelt sich, wie prophezeit.
Nach Regen lechzt du, hoffst auf neu‘ Ergrünen.
Fern sei’s Extreme auf des Lebens Bühnen!
© Ingrid Herta Drewing,2015
Himmel, himbeerrot
der Sonnengruß im Osten,
Hochsommer-Morgen.
Der Füchsin Schnüren
im tau-feuchten Lichtungsgras
am Rand des Waldes.
Dort huscht aus dem Bau
ahnungslos die Rötelmaus
auf Futtersuche.
Der Füchsin Beute.
Auf dem Hochsitz der Jäger
entsichert’s Gewehr.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Die Wellen spielen und kräuseln,
netzen den sandigen Strand.
Die Dünen rauchen; es säuseln
Aufwinde leicht über Land.
Weiß überm Wasser dort schweben
die Möwen im Sonnenlicht.
Bilder des Meeres beleben
wogend des Sommers Gesicht.
Und weit deine Blicke schweifen;
schier grenzenlos scheint’s zu sein.
Da mag Natur dich ergreifen,
webt auch dein Dasein mit ein.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Der Sonne Strahl durchdringt das Grau,
das Regnen ist zu Ende.
Am Himmel wächst ein lichtes Blau,
beschirmt nun das Gelände.
Noch von der Bäume Zweige tropft’s
im frisch geduschten Garten,
und in Synkopen gluckernd klopft’s,
das Regenfass zu warten.
Schon finden sich die Vögel ein,
und pflegen ihr Gefieder.
Hoch auf dem Dach im Sonnenschein
erklingen lieblich wieder
der Amsel helle Lieder.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Es ist so schwül und heiß der Sonne Blecken.
Da such‘ ich Kühlung, Schatten, bleib‘ im Haus,
verkriech‘ mich dort wie eine Weinbergschnecke,
mach’s mir gemütlich in der Kuschel-Ecke
und lese meinen Lieblings-Schmöker aus.
Der Ventilator summt sein leises Lied,
bewegt die Luft im Raum; sein frischer Wind,
der stetig wehend zu mir hin nun zieht,
kühlt mir die Stirn, ist Labsal für’s Gemüt.
Wohl temperiert wird da mein Leben lind.
Und wenn die Nacht erwacht, im Dunkelblau
am Himmel Sichel-Mond und Sterne grüßen,
weil‘ ich auf dem Balkon, die Luft ist lau.
Im Windlicht-Schimmer glänzt die Blütenschau
und darf mir duftend hier die Zeit versüßen.
© Ingrid Herta Drewing,2015