Karfreitag
Ein klarer Morgen,
kühl doch sonnengesichtig.
Karfreitagzauber.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Ein klarer Morgen,
kühl doch sonnengesichtig.
Karfreitagzauber.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Als sei der Winter hier zurück,
so kühl gibt sich der Tag,
obwohl der Park im Blütenglück
sich sonnig zeigen mag.
Der Morgen schenkt dem Städtchen Ruhe.
Nur Ringeltauben rufen.
Ihr dunkles Gurren, sanft Getue,
begleitet Frühlings Stufen.
Doch dann die Glocken hell ertönen
zum Gottesdienst. Sie laden ein
zur Andacht. Gott gewährt Versöhnen
in Christi Liebe gnadenrein.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Zerbrochen
die Terracotta-Töpfe!
Aber die Pflanzen
haben dem Sturm getrotzt,
blühen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
April und seine frechen Wetterlaunen,
wer kennt ihn nicht, ward nie von ihm gefoppt.
Auch Osterhasen bringt er flugs ins Staunen,
wenn er ihr heimlich Werk gewitternd stoppt.
Sogar mit Schnee bedeckt er wild die Blüten;
die Hagelschauer sind ihm gar nicht fremd.
Und früher riss sein gar so stürmisch’ Wüten
von Wäscheleinen Opas bestes Hemd.
Der Mensch folgt diesen Launen selbst auch scherzend,
schickt Ahnungslose keck in den April.
Am ersten Tag des Monats, nichts verschmerzend,
sogar das Fernsehen Enten senden will.
Ja, manche Lüge kommt so wahr daher,
dass sie beschworen wird noch hinterher.
© Ingrid Herta Drewing
Vorbei ist nun dies‘ öde Warten,
dass gänzlich schwinde Nebelsicht!
Es hat Natur in Park und Garten
begonnen grünend hier zu starten,
schreibt täglich blumend ihr Gedicht.
Aus dunklen Knospenpelzen streben
Magnolien, zeigen zart Gesicht
Zum Himmel sie die Kelche heben,
als wollten sie ein neues Leben
empfangen mild im Morgenlicht.
Der Kirschbaum blüht, sich sanft einflicht,
erhellend Regentages Grau.
Sein rosafarben Lächeln spricht
von Neubeginn, und Zuversicht
schenkt Frühling uns in Tal und Au.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Was dachte man sich beim Erbauen,
als man wie Säulen junger Frauen
Figuren nahm in die Fassade?
Bei Sonnenschein, im Regengrauen
sie leicht geschürzt und freundlich schauen
auf der Passanten Promenade.
Ich wünscht‘, sie legten ab das Dach
und stiegen vom Balkongemach,
um sich zum Tanz zu trauen!
Sie ließen sich vom Duft der Rosen
im milden Sonnenlichte kosen,
ohne entrückt zu zagen.
Jedoch, da gibt’s kein Wagen.
Die Schönen, die aus Stein gehauen,
sie zucken nicht mal mit den Brauen
und schauen nur auf’s Park-Gestade.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Dort, Am Warmen Damm,
des Frühlings Blütengrüße,
Szillasterne,blau.
Die Amseln huschen
in die Forsythienhecken
neben der Parkbank.
Kühl ist der Morgen,
doch Nilgansküken am Teich
lernen das Schwimmen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Gleich kühnen, kampfbereiten Recken
stehn die Platanen im Spalier.
Wie Fäuste sie die Äste strecken
und zeigen sie recht knorrig hier.
Da mag man es fast gar nicht glauben,
dass bald sie zartes Grün belaubt
und in den Kronen thronen Tauben,
die an ihr friedlich‘ Sein geglaubt.
Doch dann im Mai empfängt hier milde
die Wilhelmstraße als Allee
im grünen Glanz die Festspiel-Gilde,
und Frühling klingt am kleinen See.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Erkläre mir, was unerklärlich!
Du liest die Karten, sagst mir ehrlich,
in wessen Herz ich werde wohnen!
Erkläre mir, was unerklärlich,
damit ich meide, was gefährlich,
und lerne Ängste zu entthronen!
Erkläre mir, was unerklärlich!
Wie werde ich hier unentbehrlich?
Zeig mir die Zukunft, will’s dir lohnen!
Erkläre mir, was unerklärlich!
Ich bin bereit und zahl nicht spärlich
für meine Sehnsuchts- Illusionen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Jäh bricht der Tod ein in des Menschen Leben,
das eben noch verheißungsvoll erblüht’,
und Dunkel legt sich lähmend auf das Streben,
die Frage nach dem Sinn wird neu bemüht.
Der Schmerz der Überlebenden, die Klage
um den geliebten Menschen, der gestorben,
sie zeigt uns nun zu deutlich, dass wir vage
dies Dasein nur verstehen, kaum erworben.
Wenn kalt die Hand des Todes nach uns fasst,
wird uns bewusst, wie wertvoll dieses Leben,
einmalig uns als ein Geschenk gegeben,
und nicht, wie oft empfunden, eine Last.
Drum meidet doch den Streit um Nichtigkeiten,
beginnt einander liebend zu begleiten!
© Ingrid Herta Drewing