Schneewarnung

Ich wollt‘ das Wetter ignorieren
mit seinen vielen Kapriolen,
kein Wörtchen mehr daran verlieren,
sollt ’s Thema doch der Teufel holen!

Doch kaum blick‘ ich heut‘ aus dem Fenster,
grüßt Winter grau, der Sonne bar,
zeigt seine flockigen Gespenster
dort, wo noch gestern Frühling war.

Und mich beschleicht ein dunkles Ahnen,
dass dieses Jahr das Osterfest
als ernstes Klimawandel-Mahnen
für uns der Schneehas‘ richten lässt.

Sein Hinweis:Schaut,wenn Eiszeit wäre
und Wolkengrau den Tag vergällt‘,
ihr stündet da in kalter Leere
in einer lebensarmen Welt!

© Ingrid Herta Drewing

Winters Rückkehr IV

Noch kreisen zarter Flöckchen Tänze
hier in der klaren Winterluft,
wo Sonnenschein mit hellem Glänzen
das Leben in den Morgen ruft.

Am Futterhäuschen stieben Meisen,
auch Amseln sind hier gern zu Gast,
nun da der Winter heimlich leise
zog seine Fahne auf am Mast.

In Schnee hat alles er gehüllt;
sogar der Hahn der Kirchturmspitze
darf hier in weißem Winterbild
vereist im Sonnenlicht erblitzen.

Die kleine Welt blickt still, betroffen,
sie träumte doch vom Frühling schon,
jetzt muss sie wohl noch weiter hoffen
auf Blütenglück und grünen Lohn.

© Ingrid Herta Drewing

Schnee im März

Die Landschaft liegt im Winterweiß.
Seit vielen Stunden Schnee hier fällt.
Frau Holle wirft mit großem Fleiß
die kalten Sternchen auf die Welt.

Wie hätte mich zur Weihnachtszeit
dies‘ weiße Flockenmeer entzückt!
Doch nun war Frühling schon bereit,
hat uns mit Blütenduft beglückt.

Jetzt ist der Glanz im Schnee begraben;
kein Krokus lila, gelb mehr schaut,
bis Frühling kommt, schenkt neue Gaben,
wenn Sonne wärmt und alles taut.

© Ingrid Herta Drewing

Neuschnee

Frau Holle hält jetzt ihren Frühjahrsputz
und schüttelt kräftig ihre Betten auf.
So ward der Frühling nun doch arg gestutzt,
denn Winter kam zurück in schnellem Lauf.

Und ganz verloren schauen aus dem Schnee
Schneeglöckchen, Krokus und die Winterlinge.
Auch uns beglückt es nicht, dies‘ Winterweh;
wir hörten hier doch schon den Frühling singen.

Wir freuten uns im Park am Wiesengrün,
am Eis befreiten,quirlig‘ muntren Bach,
und sah’n goldgelb die Zaubernuss erblüh’n.
Des Kranichs Rufe grüßten hundertfach.

Drum wissen wir, sehr lang‘ währt Winter nicht:
Bald lächelt wieder Frühlings mild‘ Gesicht!

© Ingrid Herta Drewing

Bergfrühling

Türkisfarben rauscht
das Gletscherflüsschen ins Tal,
singt befreit sein Lied.

Trollblumen grüßen,
Silberwurz und Knabenkraut,
Frühlingsenzian.

Glockengeläute,
die Kühe beim Almauftrieb,
Frühjahrsprozession.

© Ingrid Herta Drewing

Heller Tag

Heut‘ mag uns Milde noch geleiten,
des Frühlings sanfte Hand
uns führen auf den Sonnenseiten
durch wintermüdes Land.

Jedoch es munkeln Meteorologen,
dies sei nur Interim,
für kurze Zeit der Sonn‘ gewogen,
leih‘ Lenz hier seine Stimm‘.

Es kehre Winter kalt zurück
von Nordens rauer See,
verberge uns des Frühlings Blick
mit reichlich neuem Schnee.

Jedoch genießen wir die Tage
im hellen, klaren Licht,
auch Winters neue Kampfansage
siegt hier auf Dauer nicht!

© Ingrid Herta Drewing

Zaubernuss

Es strahlt im hellen Sonnenlicht
so frühlingsfrisch die Welt.
Blauhimmel zeigt sein klar Gesicht.
Ein Tagen,wie bestellt!

Und leuchtend grüßt die Zaubernuss,
ein sanfter Frühlingstraum
ihr rosaweißer Blütenkuss,
verwehrt dem Winter Raum.

Nun wird es nicht mehr lange währen,
bis Lenz hier Einzug hält,
uns Blütenmeere mag bescheren,
mit süßen Düften darf betören,
so,wie es uns gefällt.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsgruß

Nun leuchten der Narzissen Sterne
und schenken mir so zart und mild,
obwohl er weilt noch in der Ferne,
des Frühlings helles, frohes Bild.

Denn hier in meinen Blumentöpfen
singt Lenz sein Lied schon vor der Zeit,
da recken sich die Blütenköpfe,
am Fenster sehr schön aufgereiht.

Und alle wachsen hin zum Licht;
süß duften Hyazinthenblüten.
Auch Tulpen zeigen ihr Gesicht
in lieblich‘,sanfter Blumengüte.

Ich stehe, schau‘,lass‘ mich beglücken
von Frühlings ersten Zauberblicken.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsgedanken

Ich sag’ dem Winter schon Adieu,
blickt er auch noch so kühl;
und zauber mir in mein Milieu
ein Frühlingsglücksgefühl.

Mit Blumen,die in Töpfen sprießen,
auf meiner Fensterbank,
die Luft mit Düften mir versüßen
und Blütenpracht zum Dank.

Dazu erklingen sanfte Weisen
in zartem Harfenton.
So hält der Frühling Einzug, leise,
besteigt des Winters Thron .

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingszeichen

Im Park blüht schon die Zaubernuss,
lässt uns den Frühling ahnen.
Es schwanden Kälte und Verdruss,
vorbei dies’ eisig’ Mahnen.

Nun hat der See sein Eis verbannt,
und Enten kommen angeflogen,
ein Schwanenpaar, so elegant,
zieht majestätisch sanfte Bogen.

Der Bach hell plätschert in den Schnellen,
und licht glänzt der Magnolienbaum,
in seiner Knospen prallem Schwellen
erwacht ganz zart ein Frühlingstraum.

Nun wird es nicht mehr lange währen,
dann grünen Felder, Wälder, Auen.
Die Amsel singt, kann süß betören;
ihr Lied weckt Hoffnung und Vertrauen.

© Ingrid Herta Drewing