Herbstlaub

Nun da sich die Nebel lichten,
Sonne sanft den Tag erhellt,
zeigen neben grünen Fichten
Buchen, wie der Herbst kann dichten,
Laub bemalend hier gefällt.

Goldner Blätter zarter Regen
schwebt herab; ein frischer Wind
lädt zum Tanze auf den Wegen
und mag sie im Reigen hegen,
bis sie ganz ermattet sind.

Bald sie die Alleen säumen,
Raureif glitzernd sie verziert,
wenn sich unter kahlen Bäumen,
die von Winters Schneepelz träumen,
welk ihr Farbenglanz verliert.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Herbst im Nerotal

dscn6460Bald ist er aller Blätter bar,
der Ahornbaum, der dort darf strahlen,
sich leuchtend in die Landschaft malen
vor einem Himmel hell und klar.

Wohl legt schon Spätherbst seine Spuren,
macht müd den Morgen, neblig, kalt,
schickt Stürme nun in Park und Wald,
und Laub welkt, säumt die feuchten Fluren.

Doch mögen auch die Blätter fallen,
uns bleibt noch dieses schöne Bild,
schenkt im Erinnern sich so mild,
wenn hier nur graue Nebel wallen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Im Park

Feurige Schwingen,
die sanften Blätter schweben
gleich Vögeln im Wind.

Der Gingkobaum strahlt
weithin im herbstlichen Park,
goldne Geschenke.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing
gingko_o

Im Park

Feurige Schwingen,
die sanften Blätter schweben,
Herbstvögel im Wind.

Der Gingkobaum strahlt
weithin der herbstliche Park,
golden Geschenke.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Herbstgeschenk

Es schenkt der Herbst uns doch noch milde Tage,
zeigt sonnig sich mit blauem Firmament
und malt den Bäumen seine Lustansage
ins goldne Laub, das rot entflammend brennt.

Als gebe es den Abschied nicht, noch Tod,
lässt er des Lebens Fülle hell erstrahlen
und leuchtend Wilden Weines dunkles Rot
an alte Steine grauer Mauern malen.

Zwar ist ’s ein Aufschub nur, wie wir wohl wissen,
denn bald wird Spätherbst uns in Nebel hüllen;
noch dürfen wir die Freudenfahnen hissen,
und unsre Farben-Sehnsucht schauend stillen.

Bis dann des Winters weiße, stille Zeit
uns träumen lässt von Frühlings Blütenkleid.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Herbstmorgen im Kurpark

Des Morgens Frische kühlt mir meine Wangen,
es lockt der Tag in himmelklarem Blau.
Die Sonne scheint, der Nebel ist vergangen,
und Herbstzeitlose grüßen auf der Au.

Der Bäume flammend goldene Parade
sich spiegelt feuerrot im stillen See.
Hier lädt der Kurpark ein zur Promenade,
und Schwäne gleiten schwebend, weiß wie Schnee.

Noch träumt der Park; ein morgendlicher Friede
birgt schützend ihn in seiner sanften Hand,
und wie in einem trauten Abschiedsliede
klingt melancholisch leise Herbst ins Land.

Doch plötzlich, so als ob sie Künder seien
des Lebens, rufen grüne Papageien.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Herbst-Sicht

Ein milder Morgen, wenn auch Nebel bindet,
die Sonn‘ verborgen hält, diffuses Licht
den Weg kaum einem müden Auge kündet,
das nur ins Graue schaut, wie fast erblindet,
hier findet seine Farbenfreude nicht.

Noch ruht die Welt, dem feuchten Dunst ergeben,
der ihren Traum da herbstlich, sanft und sacht
bewahrt, bis schließlich helles Sonnenleben
die Farben weckt, die leuchtend schön erbeben,
vor Mittag glänzen nach der Nebelwacht.

Dann mögen auch die Krähen krächzend toben
und schwarz befrackt bekunden ihr Revier
von den Antennen aus, auf Dächern oben.
Ich darf im Sonnenlicht den Schöpfer loben
und sehe Weite, hier vor meiner Tür.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Herbstgedanken

Gemeinsam
auf dem See
zwei Schwäne kreisen,
anmutig,
weiß wie Schnee.
Sie schwimmen leise,
wie Wolken schweben,
auf ihre Weise,
ein lichtes Leben.

Und am Gestade
färbt der Herbst
die Bäume
nun zur Parade
farbenfroher Träume,
die sich im Wasser
spiegeln, wieder finden,
Eschen, Kastanien,
Buchen, Birken, Linden.

Ich stehe, schaue,
darf Natur genießen
und seh’, vertraue,
dass in sanftem Fließen
auch dieses Leben,
das vergeht
und doch besteht,
hier weiter webt
und, Phönix gleich,
aus Grauem strebt,
im Frühlingsbeben
zum Licht sich hebt.

© Ingrid Herta Drewing

Herbstimpressionen

Das Sonnengesicht
schaut blass aus des Himmels Blau,
Licht, das kaum noch wärmt.

Es singt kein Vogel;
nur ab und zu im Garten
der Elster Keckern.

Aber die Bäume,
im flammenden Blätterkleid,
feiern Herbsts Abschied.

© Ingrid Herta Drewing

Herbstbilder

Ja, ich weiß es, Herbststurm, Früchte, Blätter,
das sind Bilder, tausendfach belichtet.
mancher fände es wohl sicher netter,
wenn den Herbst man nicht mehr so bedichtet’.

Dennoch trägt mir stets dann im Oktober
die Natur, ganz ungefragt, die Bilder an,
wenn der Blätter prächtiges Zinnober
in Alleen und Gärten glühend singen kann.

Und ich lasse mich dazu verleiten,
schier von diesem Anblick farbentrunken,
was ich sehe, reimend zu begleiten,
nicht beachtend ein poetisch’ Unken.

Werde Impressionen, die beglücken,
wieder aus des Herbstes Bäumen pflücken.

© Ingrid Herta Drewing