Archive for the Category Vergänglichkeit
Der Sommerlieder verlorene Klänge,
es wirbeln die farbigen Blätter im Wind,
wild tanzend, bis Regen trommelt, Gedränge,
in buntem Teppich ein Weben beginnt.
Sie liegen, einst grün, zum Welken bereit.
Doch zaubern nun Frost und Nebel am Morgen
ein silbernes, schimmerndes Raureifkleid,
die dunkle Wandlung durch Schönheit verborgen.
Du siehst dieses Bild, und dich Wehmut befällt,
weil alles, was lebt, im Irdischen schwindet,
das Glück, der Glanz und die Freude der Welt
sich irgendwann auch im Enden befindet.
Damit es kann wachsen, dies‘ pralle Leben,
muss es im Kreislauf das Sterben wohl geben.
© Ingrid Herta Drewing, 2014
Oktober 20th, 2014 | Besinnliches, Herbst, Leben, Lebensfreude, Natur, Sonette, Vergänglichkeit | Tags: Blätterfärbung, Blattfall, Herbst, Leben, Lebensfreude, Sturm, Vergänglichkeit | 0 Comments
Es schenkt der Herbst den Bäumen bunte Kleider,
lädt ein zum Tanze mit dem wilden Wind,
braucht dazu weder Zwirn, noch einen Schneider
hier, wo Natur ihm Silberfäden spinnt.
Die Blätter, die sich seidig glänzend wiegen,
sie ahnen nichts von ihrem stummen Fall,
wenn er sie wirbelnd lässt in Lüften fliegen,
zum Welken,Todestanz führt an den Ball.
Noch leuchten sie und sind uns Augenweide.
Es mag der Blick sich wohl nicht trinken satt,
wenn nach dem Nebelgrau des Mittags Freude
rotgoldne Feuer aufzubieten hat.
Dann hilft uns dieser Farbenkrafts Versengen,
des Welkens Zeit, den Tod hier zu verdrängen.
© Ingrid Herta Drewing,2014
September 20th, 2014 | Leben, Natur, Vergänglichkeit | Tags: Blattgold, Bunte Blätter, Herbst, Tod, Vergänglichkeit. Verdrängung | 0 Comments
Es rinnen des Sommers Stunden.
Das Wasser in meiner Hand,
im Klaren noch schöpfend, gefunden,
tropft herbstbereit auf das Land
Gleich einem Baum gibt mein Leben,
vergänglich, sich Farbträumen hin,
sich schützend vor fröstelndem Beben
und Winters eisigem Sinn.
Zwar klingen die Abschiedslieder
verlorener Liebe,Verzicht,
doch leuchtend des Phönix‘ Gefieder
verspricht nach der Asche das Licht.
© Ingrid Herta Drewing,2014
September 7th, 2014 | Besinnliches, Leben, Vergänglichkeit | Tags: Abschied, Auferstehung, Herbst, Licht, Schöpfung, Sommer, Vergänglichkeit | 0 Comments
Der Sturm kennt keine Zäume;
mit Urgewalt
ergreift er Dächer, Bäume
und macht nicht Halt
vor Türmen, Eisen-Masten.
Es ist ihm einerlei;
Container, schwere Lasten
hievt er, als ob’s nichts sei.
Da muss der Mensch erkennen,
dass seine Macht,
die er sonst groß mag nennen,
erweist sich schwach.
Hier heißt es, Schutz zu finden
vor Sturmes Graus,
die Furcht zu überwinden,
bis er klingt aus.
Und dann beginnt das Räumen
von Schrott und Schlamm.
Kein Zögern und kein Säumen,
wir stehn zusamm‘,
beseitigen die Spuren
der rohen Kräfte hier.
Man schaut nicht nach den Uhren
beim Aufbau im Revier.
Sehr bald sieht unsre Straße
manierlich aus.
Die Bank auf grünem Grase
ziert weiß das Haus.
Die Mühe durft‘ sich lohnen,
jetzt scheint sie heil die Welt.
Es möge uns verschonen
Unwetter, das missfällt!
© Ingrid Herta Drewing,2014
Juli 7th, 2014 | Aktuelles, Katastrophen, Klimawandel, Leben, Vergänglichkeit, Wetter | Tags: Aufräumarbeit, Baumsturz, Blitz, Fleiß, Hagel, Leben, Machtlosigkeit, Mensch, Sturm, Tornado, Urgewalten.gewitter, Wiederaufbau, Zerstörung | 0 Comments
In jedem zarten Beginnen
wohnt das Ende; die Zeit
zähmt jeden Flug, und dein Sinnen,
dem träumend doch zu entrinnen,
spannt nur die Flügel weit.
Im Lichte der Illusionen
siehst du den hellen Schein,
würdest gern Himmel bewohnen,
die Schwerkraft für dich entthronen
in deinem kleinen Sein.
Die Phantasie leiht dir Schwingen,
schildert den fremden Stern.
Dein irdisch‘ Los, all die Dinge,
die dir als Tagwerk gelingen,
siehst du, entrückt und fern.
Doch auch dieses kühne Sinnen
kennt das Ende; die Zeit
zähmt jeden Flug, kein Entrinnen,
kannst du auf Dauer gewinnen,
spannst nur die Flügel weit.
© Ingrid Herta Drewing,2014
Juni 26th, 2014 | Besinnliches, Leben, Phantasie, Vergänglichkeit | Tags: Erde, Himmel, Lebenswille, Phantasie, Schöpfung, Sterne, Träume, Vergänglichkeit, Weltall | 0 Comments
Ach,zarte Rose, lieblich von Gestalt,
dein Blütenbild ist mir ein sanft‘ Verheißen
des Lebens Schönheit, jener machtvoll leisen,
ergreifend tiefen Liebes-Urgewalt.
Jedoch es mischt sich ein dies‘ stille Trauern.
Die Zeit setzt Zeichen, Leben kennt den Tod.
Dein blühendes Gesicht wird welk bedroht;
ein irdisch‘ Sonnendasein darf nicht dauern.
Und dennoch singen wir die Sehnsuchtslieder,
ein süßer Schmerz tönt klingend aus der Kehle.
Das müde Herz schenkt sich in Liebe wieder,
der Freude Hoffnung hell belebt die Seele.
Den Stachel Tod wird Liebe überwinden
und Ewigkeit dem Augenblick verbinden.
© Ingrid Herta Drewing,2014
Juni 20th, 2014 | Besinnliches, Flora, Glauben, Leben, Lebensfreude, Liebe, Vergänglichkeit | Tags: Dasein, Ewigkeit, Gesang, Glaube, Herz, Leben, Lebensfreude, Liebe, Rose, Sehnsucht, Vergänglichkeit, Zärtlichkeit | 0 Comments
So sanft und leicht, wie diese Schwalben schweben
im hohen Blau der Himmelslüfte hin,
möcht‘ sich auch schwerelos mein kleines Leben
in dieses frühen Sommers Licht verweben,
nicht wähnen Anfang, Ende, Sinnbeginn.
Auf sanften Schwingen in den Abend gleiten,
wenn tief am Horizont die Sonne loht
und lange Schatten durch die Straßen schreiten.
Im letzten Licht noch weit die Flügel breiten,
bevor die Dunkelheit den Tag bedroht.
© Ingrid Herta Drewing,2014
Juni 16th, 2014 | Besinnliches, Frühsommer, Lebensfreude, Tod, Vergänglichkeit | Tags: Lebensfreude, Lebenslust, Leichtigkeit, Liebe, Schwalben, Sehnsucht, Sommer, Todesahnung | 0 Comments
Ja, viel Hinlängliches,
das dir den tristen Alltag bestückt,
wird Unzulängliches.
Doch
auch Verfängliches,
das in der Welt mit Liebreiz beglückt,
ist nur Vergängliches.
© Ingrid Herta Drewing,2014
April 2nd, 2014 | Vanitas, Vergänglichkeit | Tags: Vanitas, Vergänglichkeit | 0 Comments