Archive for the Category Wetter

 
 

Herbstlich

August ist’s;dennoch lässt des Morgens Kühle
dich schon an Herbst, Oktobertage denken.
Vorbei des hohen Sommers heiße Schwüle,
der Wetterfrosch verschwindet in der Senke.

Da fühlst du ’s Frösteln,barfuß nicht geboten,
ziehst warme Strümpfe, deine Jacke an.
Noch vor zwei Wochen galt ’s hier auszuloten,
wo man vor Hitze sich verbergen kann.

So wechselhaft wie diese Wetterlagen
magst du es nicht, beständiger wär‘ fein;
doch hast du, wie so oft, auch hier kein Sagen,
bist doch als Menschenwesen all zu klein.

Musst dich wie alles Leben da gedulden,
bis Sonnenwärme wieder tilgt die Schulden.

© Ingrid Herta Drewing,2013

37 Grad im Schatten

Von heißen Nächten mag so mancher träumen;
doch diese Hitze keinem wohl gefällt.
Hartnäckig hält sich Schwüle in den Räumen,
und so hat Schlaf sich auch nicht eingestellt.

Da blinzelt man noch müde in den Morgen,
beschwingt hier nur das Thermometer klettert.
Ich würd‘ mir gerne ein paar Wolken borgen
und hören, wie der Regen prasselnd brettert.

Ich mag den Sommer, aber dies‘ Extreme,
das sich zunehmend hier ins Klima schleicht,
das ist nicht mehr das milde Angenehme,
womit man ’s Sommerleben gern vergleicht.

Doch machtlos kann ich nur auf Regen warten,
der auch die Blumen netzt in meinem Garten.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Gelassenheit

Mein Oleander mag wohl diese Hitze;
er treibt nun ständig neue Knospen aus,
und während ich im Schatten tüchtig schwitze,
blüht er hier üppig, duftend vor dem Haus.

So hat dies‘ Wetter für mich doch noch Gutes,
wenn es mir nächtens schwül den Schlaf auch raubt.
Die zarten Blüten seh‘ ich frohen Mutes,
des Lebens Lächeln, das an Schönheit glaubt.

Wie bald schon werden hier die kühlen Nächte
und Nebeltage ihren Vorhang ziehen,
der Wunsch, dass Sonne Licht und Wärme brächte,
in unsren Wetterträumen neu erglühen.

Darum bleibt auch gelassen jetzt mein Sinn,
seh‘ helle, heiße Tage als Gewinn.

© Ingrid Herta Drewing

Hitze

H eiß hält uns des Sommers Hand
I n dem hitzemüden Land
T agelang gefangen.
Z öge auf ein Regenband!
E rleichterung erlangen!

© Ingrid Herta Drewing

Im Nebel

Der Regen spült den Sonntag in die Rinne
und Kälte fließt aus dunklem Wolkengrau.
Was hier wohl vielen Pflanzen zum Gewinne
gereicht in ihrem wachsenden Beginnen,
verdirbt dem Sehnsuchtsblick die klare Schau.

Denn wieder hüllen dichte Nebelweben
dies‘ Land, wie`s oft geschieht,fast gänzlich ein.
Mag auch des Frühlings helles Blütenleben
sanft träumend dort in deinem Garten schweben;
es fehlt die Wärme hier, der Sonne Schein.

© Ingrid Herta Drewing

Himmelsbühne

Es tanzen Wölkchen,kleine,weiße
Elevinnen in Himmels Blau,
zu Frühlingswindes sanfter Weise
dort droben ihre sanfte Schau.

In Lichtes Glanz sie hell erstrahlen,
anmutig Wasserzauber spricht;
choreographisch darf sich malen
in Höhen hier das Tanzgedicht.

Es währt nur eine kurze Weile,
dann ändert sich dies‘ lieblich‘ Bild;
ein grauer Wolkenprotz in Eile
droht dunkel dort und regenwild.

Jedoch auch jener muss quittieren,
und heute auch kein Regen fällt.
Der blaue Himmel im Brillieren
der Sonne das Finale hält.

© Ingrid Herta Drewing

Warten

In Washington blühen die Bäume,
in Calgary fiel frischer Schnee;
wir hegen im Regen die Träume
von Frühling und Wiesenklee.

Erhoffen die Rückkehr der Schwalben,
der Obstbäume blühendes Glück;
doch noch greift ins Grau allenthalben
hier sehnsüchtig nur unser Blick.

© Ingrid Herta Drewing

Schneeschmelze

Hell strahlend heut‘ die Sonne bleckt,
hat heiß sich eingestellt.
Den Schnee sie von den Dächern schleckt,
auch schmeckt ’s in Wald und Feld.

Eiszapfen weinen in den Tag,
es tröpfelt von den Zweigen.
Der Bäume Schneepelz, jüngst noch Plag,
lernt wässrig fließend Schweigen.

Und wird’s zur Nacht noch frostig kalt,
liegt Winter auf der Lauer,
dann lehrt ihn tags die Sonn‘ sehr bald,
dass kurz nur seine Dauer.

© Ingrid Herta Drewing

Winterblues

Weggespült der Schnee!
Müd in regennassem Grau
zeigt sich die Landschaft.

© Ingrid Herta Drewing

Wetter im Januar

Die Sonne lässt sich hier nur ahnen,
zu dicht der graue Wolkenschmand.
Des Regens kalte,nasse Fahnen
beharrlich klatschen an die Wand.

Was unlängst weiß erstrahlt im Schnee,
lehrt erdenbraun nun den Verzicht,
obwohl in frühem Frühlingsweh
schon hier und da ein Knospen spricht.

Des Winters Wetterkapriolen
mal froststarr, trocken,dann nass, mild,
sie stehlen uns hier unverhohlen
das alte Jahreszeitenbild.

© Ingrid Herta Drewing